Wien (OTS) – Die für den 26. November angekündigte Protestfahrt des
Fachverbands
Güterbeförderungsgewerbe der Wirtschaftskammer Österreich wird bis
auf Weiteres verschoben. Ausschlaggebend dafür sind die nun
aufgenommenen Gespräche mit dem Verkehrsministerium über konkrete
Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Zukunftssicherung der Branche.
Die Transportwirtschaft steht derzeit unter massivem Druck: Die
Mauterhöhung bedeutet trotz der Reduktion von ursprünglich 10 bis 13
Prozent auf 7,7 Prozent eine enorme Zusatzbelastung. In Zeiten
anhaltender Hochinflation können die Kosten nicht eins zu eins an die
Kunden weitergegeben werden, wodurch der Preisdruck und der intensive
Wettbewerb mit ausländischen Unternehmen zunehmend die
Standortsicherheit und Arbeitsplätze in Österreich gefährden.
Eine vom Fachverband Güterbeförderungsgewerbe in der WKÖ
durchgeführte Blitzumfrage unter Unternehmen aller Branchen zeigt:
Über 90 Prozent der Befragten sind von den Mautsteigerungen negativ
betroffen und sprechen sich gegen eine Erhöhung der
fahrleistungsabhängigen Maut in dieser Form aus. Fachverbandsobmann
Fischer sieht darin einen klaren Auftrag der Branche, unnachgiebig an
dem Thema dranzubleiben und weitere Entlastungsmaßnahmen vom
Ministerium einzufordern.
Im Zentrum der Verhandlungen steht das vom Fachverband
erarbeitete Ausgleichs- und Entlastungspaket für den
Straßengüterverkehr, das budgetneutral ist und konkrete
Verbesserungen für die Branche vorsieht. Dazu gehört insbesondere die
flächendeckende Einführung des Nacht-80ers für Lkw auf Autobahnen.
Dieser ist heute bereits auf rund 300 Kilometern mit Zusatztafeln
umgesetzt und könnte künftig als fixe Teststrecken per Verordnung
festgelegt werden. Weitere Maßnahmen betreffen die Einführung von C17
-Lkw mit begleitender Ausbildung junger Fahrer:innen durch erfahrene
Kolleg:innen, die Aufnahme des Berufs Berufskraftfahrer:in in die
Mangelberufsliste, die Zulassung von 5-Achsern mit 40 Tonnen
Gesamtgewicht sowie andere kostenneutrale gesetzliche Anpassungen,
die den Betrieben mehr Flexibilität und Effizienz ermöglichen.
„Die Belastung durch die Mauterhöhung bleibt enorm. Wir sehen es
als unsere Pflicht, konstruktiv mit dem Ministerium an Lösungen zu
arbeiten, die den Standort sichern und Arbeitsplätze erhalten“,
erklärt Fachverbandsobmann Markus Fischer. Die Protestfahrt bleibt
als Option bestehen, wird jedoch erst nach Abschluss der Gespräche
neu bewertet. Der Fachverband wird die Gespräche mit dem Ministerium
in den kommenden Wochen intensiv führen und die Mitglieder laufend
über die Ergebnisse informieren. (PWK476/DFS)