Wien (OTS) – Es gibt nur wenige Berichte über die aktuelle humanitäre
Lage im
Nordosten Syriens. Die immer wieder scheiternden Verhandlungen und
anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen der syrischen Armee der
Übergangsregierung und den kurdisch geführten Syrischen
Demokratischen Kräften (SDF) haben für die zivile Bevölkerung
katastrophale Auswirkungen. Viele dieser Menschen wurden bereits
mehrfach vertrieben und befinden sich aktuell in einer
lebensbedrohlichen Notlage.
„Uns erreichen täglich Berichte über schwere Misshandlungen und
Gewalttaten. Es ist eine humanitäre Katastrophe, die sich hier im
Schatten der Weltöffentlichkeit abzeichnet. Vor allem Kurd*innen und
Christ*innen sind Kriegsverbrechen schutzlos ausgesetzt. Zusätzlich
treibt die plötzliche Freilassung tausender IS-Kämpfer die
Gewaltspirale weiter an. Schon viel zu lange wurden die Kurd*innen
mit dem Problem der mehr als 40.000 IS-Gefangenen in Gefängnissen und
Gefangenenlagern im Autonomiegebiet allein gelassen. Sollte der IS
wieder erstarken, wird sich das Problem nicht nur auf Syrien
beschränken “, warnt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe
Österreich, die seit Jahren in der Region humanitäre Hilfe leistet.
Bereits jetzt gibt es Berichte von Anschlägen entkommener IS-
Extremisten in Qamishli.
Zudem gab es bereits mehrere Angriffe auf Gesundheitszentren
sowie medizinisches Personal – zuletzt vorgestern Nacht auf das
Prothesenzentrum in der Stadt Qamishli. „Dieses Zentrum, das seit
langem tausende von Menschen mit besonderen Bedürfnissen aus allen
Bereichen der Gesellschaft behandelt, erlitt durch den Angriff
schwere Schäden”, berichtet der Kurdische Rote Halbmond, lokaler
Projektpartner der Volkshilfe, der seit Anfang Jänner medizinische
und humanitäre Hilfe für die Vertriebenen leistet.
Auch der langjährige Volkshilfe-Partner Hiro Center leistet
aktuell Nothilfe: „Die Straßen von Qamishli sind voller geflüchteter
Menschen. Zehntausende müssen bei Minusgraden in Autos oder
Hauseingängen schlafen. Wir versorgen einige nun mit Decken und
Matratzen. Der Bedarf ist enorm.”
Die aktuelle Lage bleibt auch weiter unübersichtlich. Viele
Menschen fliehen bereits zum dritten oder vierten Mal. „Die
Weltöffentlichkeit darf ihre Augen vor dieser humanitären Katastrophe
nicht verschließen.“, appelliert Fenninger abschließend.
Die Projekte der internationalen Katastrophenhilfe der Volkshilfe
können mit Spenden unterstützt werden – Spendenkonto bei der BAWAG:
IBAN: AT77 6000 0000 0174 0400
Empfänger: Volkshilfe Solidarität
Spendenzweck: 006310