Wien (OTS) – Bunt gefärbte Eier, Osterschinken, Kren, Pinze oder
Osterlamm: Rund
um Ostern kommen traditionell verschiedenste Köstlichkeiten auf den
Tisch. Allerdings können sich darunter auch Lebensmittel befinden,
die nicht unseren Produktionsstandards entsprechen: In Österreich ist
beispielsweise die Käfighaltung von Legehennen verboten – in Form von
verarbeiteten Lebensmitteln wie Ostereiern oder Gebäck kann sie aber
trotzdem im Einkaufswagen landen. Der Verein Land schafft Leben
erklärt, warum es bei der Osterjause nicht egal ist, woher die
Lebensmittel kommen.
Wenn nach der 40-tägigen Fastenzeit Ostern gefeiert wird, darf in
vielen Haushalten die klassische Osterjause nicht fehlen. Hannes
Royer , Gründer des Vereins Land schafft Leben: „In Österreich haben
wir das Glück, eine enorm hochwertige Lebensmittelproduktion zu
haben. Und trotzdem greifen wir oft blindlings ins Supermarktregal –
und so unter Umständen zu Billigprodukten aus dem Ausland.“ Ostern
sei ein guter Anlass, sich gezielt mit der Herkunft unserer
Lebensmittel auseinanderzusetzen: „Viele Menschen vertrauen darauf,
dass sie sich mit traditionellen Ostergerichten auch regionale
Lebensmittel auf den Teller legen. Aber ohne klare Kennzeichnung ist
bewusster Konsum Glückssache.“
Zwtl.: Ostereier: bunte Schale, anonymer Kern
In Österreich ist jegliche Form der Käfighaltung seit 2020
verboten – der Import von Käfigeiern allerdings nicht. Während sich
im Frischeier-Sortiment ausschließlich österreichische Eier finden,
können Eier aus dem Ausland über verarbeitete Produkte in die
heimischen Supermärkte gelangen. Auch im Osternest können somit
Käfigeier liegen: in Form von bereits gekochten und gefärbten Eiern,
aber auch fertig gekauften Osterpinzen, -striezeln oder anderem
Ostergebäck. Hier gilt keine Kennzeichnungspflicht. Konsumentinnen
und Konsumenten, die nicht selbst Eier färben oder Pinzen backen,
bleiben somit über die Herkunft der Eier oder die Haltung der
Legehennen meist im Unklaren. „Wer Eier in verarbeiteter Form kauft,
weiß oft nicht, wie die Hühner gehalten wurden. Ausreichende
Sicherheit beim Einkauf kann uns deshalb nur eine verpflichtende
Herkunftskennzeichnung geben“ , betont Royer die Dringlichkeit einer
umfassenden Kennzeichnungspflicht. „Bis dahin können wir etwa auf
bunte Ostereier zurückgreifen, bei denen die Herstellerbetriebe die
Herkunft und Haltungsform freiwillig angeben.“
In den vergangenen Monaten wurde in den Medien vermehrt von einer
Eierknappheit in Österreich gesprochen. Diese hat verschiedene
Ursachen: unter anderem die Vogelgrippe im Ausland, die zu einem
Rückgang der Legehennenbestände führt, aber auch der steigende
Eierbedarf der Konsumentinnen und Konsumenten. Grundsätzlich ist die
heimische Produktion darauf ausgelegt, Österreich auch bei hoher
Nachfrage mit Eiern zu versorgen, es kann allerdings vereinzelt zu
einem geringeren Angebot in den Supermärkten kommen, etwa bei Bio-
Eiern. Es besteht aber kein Grund zur Sorge, dass Ostern 2026 ohne
heimische Ostereier gefeiert werden müsste.
Zwtl.: Osternest bis -jause: Transparenz auf den ersten Blick
Neben bunten Eiern sollte auch bei anderen verarbeiteten
Lebensmitteln unbedingt auf freiwillige Kennzeichnung geachtet
werden. Bei Osterschinken, Kren, Brot und Gebäck können verschiedene
Gütesiegel Orientierung bieten: Heimischer Kren ist mit dem g.g.A.-
Gütezeichen gekennzeichnet – das steht für „geschützte geografische
Angabe“ und garantiert, dass der Kren in der Steiermark angebaut
wurde. Auch das AMA-Gütesiegel gewährleistet die Produktion in
Österreich. Das bedeutet etwa beim Osterschinken, dass das Schwein in
Österreich geboren, gemästet und geschlachtet wurde, und bei Brot und
Gebäck, dass das vermahlene Getreide aus Österreich stammt. Hannes
Royer : „Lebensmittel sind nie neutral – wir treffen mit jedem
Einkauf eine Entscheidung. Denn wir gestalten, was, wo und wie morgen
produziert wird. Wer also beim Einkaufen genau hinschaut und sich
bewusst entscheidet, genießt mit österreichischen Lebensmitteln bei
der Osterjause nicht nur Tradition, sondern auch beste Qualität.“