St. Pölten (OTS) – Morgen, Samstag, 4. Oktober, findet zum
mittlerweile bereits 25. Mal
die vom ORF initiierte „Lange Nacht der Museen“ statt, in der über
600 Museen und Galerien in ganz Österreich ihre Tore von 18 bis 24
Uhr für Kulturerlebnisse öffnen. Für Niederösterreich listet das
Verzeichnis 112 Einrichtungen auf, die neben abwechslungsreichen
Ausstellungen zusätzlich viele spannende Events und
Sonderveranstaltungen bieten:
So stehen im Museum Niederösterreich in St. Pölten von 18 bis 23
Uhr mobile Infopersonen für Fragen zur Verfügung. Im Haus der
Geschichte startet um 19 Uhr eine 50-minütige Führung durch die
Sonderausstellung „Kinder des Krieges – Aufwachsen zwischen 1938 und
1955“, zudem kann die kürzlich eröffnete Wanderausstellung „Hitlers
Exekutive. Die österreichische Polizei und der Nationalsozialismus“
besucht werden. Ab 21 Uhr begleitet eine Museumstour zu den
Highlights der Hauptausstellung. Im Haus für Natur wiederum erzählt
eine weitere 50-minütige Führung durch die Sonderausstellung „Tiere
der Nacht“ von den findigen Strategien nachtaktiver Lebewesen. Bei
einer halbstündigen Mikroshow kommen ab 18.15 Uhr mikroskopische
Naturelemente groß ins Bild, während Besuchende von 18 bis 21.30 Uhr
bei Mitmach-Stationen die Möglichkeit haben, das Quiz „Stimmen der
Wildnis“ zu absolvieren oder in der Nacht leuchtende Kappen zu
basteln.
Die wenige Gehminuten entfernte ehemalige Synagoge bietet ab 18
Uhr eine 50-minütige Kuratorinnenführung mit Martha Keil durch die
Dauerpräsentation und die Wechselausstellung zum Fotografen Kurt
Bardos, ab 19.30 Uhr ein Konzert von Neschome – Michael Kaner & Band
und ab 21 Uhr drei Kurzvorträge zur aktuellen Forschungslage über
entwurzelte Menschen und vergessene Orte. Die Mitmach-Station „Der
Kaiser und ich“ lädt zum Selfie mit dem Porträt von Kaiser Franz
Joseph I. ein, eine weitere zum von den Wandornamenten des
Synagogenraums inspirierten Gestalten von Buttons.
Weiter geht es in der Landeshauptstadt in das Stadtmuseum St.
Pölten, wo Interessierte ab 18 Uhr im Rahmen eines Kreativworkshops
archäologische Besonderheiten entdecken und ein eigenes kleines
„Museumsstück“ gestalten können. Um 19 Uhr startet eine
Taschenlampenführung durch die Ausstellung „Von Steinen und Beinen“
mit Einblicken in längst vergangene Zeiten. Ab 20 Uhr vermittelt die
Stadtarchäologie Einblicke in ihre Arbeit, ab 21 Uhr beleuchtet ein
geführter Rundgang unter dem Titel „Blick in den Schatten. St. Pölten
und der Nationalsozialismus“ die dunklen Kapitel der Stadtgeschichte,
ab 22 Uhr gibt es noch einmal einen Rundgang durch die Ausstellung
„Von Steinen und Beinen“. Im Niederösterreichischen
Dokumentationszentrum für moderne Kunst (NÖDOK) im historischen
Karmeliterhof führt Kuratorin Judith P. Fischer ab 18.30 bzw. 19.30
Uhr durch die aktuelle Ausstellung „Untitled | Ohne Titel“ und
erklärt das Zusammenspiel von zeitgenössischer Kunst, Technik und
Interpretation.
Ein weiteres Highlight in St. Pölten ist das Museum am Dom: Von
18 bis 23 Uhr lädt die Kreativstation „Brennende Herzen“ Groß und
Klein zum Basteln ein, um 18 Uhr startet auch eine Führung durch die
Ausstellung „In Feuer geboren“ zur Rolle des Feuers in der
christlichen Kunst. Ab 19 Uhr verbindet das Wanderkonzert „Lebendige
Hoffnung“ musikalische Darbietungen mit Impulsen zum Thema Hoffnung,
ab 20 Uhr führt das Kollektiv Art Hoc Projects durch die
Kunstintervention „High Hopes“. Um 21 Uhr beginnt eine
Taschenlampenführung durch die Kloster- und Diözesangeschichte unter
dem Titel „Nachts im Museum“, den Abschluss des Programms bildet ab
22 Uhr eine geführte Besichtigung des ehemaligen Luftschutzkellers.
Kunst statt Schlaf heißt es auch auf der Kunstmeile Krems, wo
insgesamt 17 Ausstellungen und ein umfangreiches Rahmenprogramm
warten: Im Karikaturmuseum begeistert Lightwörker mit Musik und
Texten, freuen sich Kinder und Familien auf die Highlightausstellung
„Grüffelo & Co“ und lädt Gottfried Gusenbauer ab 20 Uhr zu einer
Direktorenführung. In der Landesgalerie Niederösterreich kann man in
einem virtuellen Museumsraum mittels VR-Brille seine eigene
Ausstellung gestalten und mit „My Museum Box“ spielerisch kreativ
werden. Ab 19 Uhr führt Kurator Martin Pfosser durch „Flower Power“,
in Spotlight-Führungen kann man in den Ausstellungsschwerpunkt
„Weltkulturerbe Wachau“ eintauchen, weitere interaktiv gestaltete
Familienführungen heben die Highlights der einzelnen Ausstellungen
hervor. Auch in der Kunsthalle Krems stehen Spotlight-Führungen,
diesfalls zur Architektur des Hauses, auf dem Programm, Direktor
Florian Steininger führt ab 18 Uhr durch die Ausstellung „Susan
Rothenberg“. Nachtwächter-Führungen durch Krems/Stein (ab 21 und 22
Uhr) runden das Kremser Programm ab.
Im Zentralraum Niederösterreich Mitte bietet u. a. das Egon
Schiele Museum in Tulln von 18 bis 21 Uhr ein Kreativ-Atelier und ab
21 Uhr einen geführten Museumsrundgang durch die Schatzkammer mit der
Ausstellung „Egon Schiele. Ich!“, den Schwerpunkt „Anton Peschka.
Freund, Schwager, Künstler und Sammler“ sowie die Hauptausstellung
„Egon Schiele privat“ inklusive fünf audiovisuellen Lebensstationen
Schieles mit den Originalstimmen seiner Schwestern Melanie und Gerti
bzw. seiner Schwägerin Adele Harms. Das Schubert-Schloss Atzenbrugg
veranstaltet ab 19 und 21 zwei Sonderführungen mit dem Kuratoren-
Team, die Franz Schubert mit Hör- und Videoinstallationen,
interaktiven Stationen und Selfie-Spots mit allen Sinnen erfahrbar
machen. In Kirchberg am Wagram hat die Ausstellung „Aus der Tiefe“ in
der Galerie AugenBlick und in der ehemaligen Erziehungsanstalt aus
Anlass der „Langen Nacht der Museen“ bis 24 Uhr geöffnet.
In Baden stehen im Beethovenhaus unter dem Motto „Klang ohne
Grenzen“ Leben und Schaffen des großen Komponisten im Mittelpunkt,
geht es im Rollettmuseum bei „Wer kann das lesen?“ auf Spurensuche
durch die Stadtgeschichte, lädt das Puppen- und Spielzeugmuseum
„Nachts im Museum“ zu einer Party mit Teddys im Pyjama, aufgekratzten
Puppen, die nicht schlafen wollen, und Spielsachen, die von
vergangenen Zeiten erzählen, und bieten Anne Glassner und Hyeji Nam
ab 18 Uhr im Kunstverein Baden inmitten der Ausstellungen „Holding
Breaths“ und „Drawing the Line“ zwei Performances. Weitere Stationen
im Industrieviertel sind u. a. das Heimatmuseum Fischamend mit seiner
Dauerausstellung und einer Schau zu Lore Segal, wo ab 18.45 Uhr die
Musikschule ein Trompetenensemble sowie Gesang mit Klavierbegleitung
aufbietet, sowie der Lebensbogen in Grünbach am Schneeberg, wo man
mit den Künstlerinnen und Künstlern der eben eröffneten
Gruppenausstellung ins Gespräch kommen und die Kunstwerke in einer
inspirierenden Atmosphäre erleben kann.
In Wiener Neustadt schließlich bietet das Museum St. Peter an der
Sperr von 18 bis 22 Uhr Bastelstation für Kinder, ab 18 und 20 Uhr
Führungen durch die Ausstellung „Prachensky – Ein Malerleben in Rot“,
ab 18.30 Uhr die Führung „Hast du dich auch schon immer gefragt,
wieso das so gruselig aussieht“ sowie ab 19 und 21 Uhr die
Kurzführung „Auf den Spuren der Römer im Museumskeller“.
Bastelstation warten von 18 bis 22 Uhr auch im Schau!Depot, wo zudem
von 18 bis 23 Uhr unter dem Titel „Schau ins Depot“ das Konzept und
die Ausstellungsstücke erklärt werden. Im Traditionsraum des
Privilegierten uniformierten Bürgerkorps gibt es jeweils zur vollen
und halben Stunde Führungen durch die Geschichte des Korps in
Urkunden, Dokumenten und Objekten, Familie Fehrs Oldtimermuseum
wartet mit Highlight-Führungen durch die Sonderausstellung „150 Jahre
Österreichisches Benzinautomobil“ inklusive Foto-Möglichkeiten mit
einem Triumph Spitfire auf.
Im Retzer Land verbindet ein Oldtimerbus das Fahrradmuseum Retz
mit seiner Sammlung zur Entwicklung des Fahrrads durch die
Jahrzehnte, das Museum Retz mit seiner aktuellen Sonderausstellung
„Retz 1945“ zu den Themen NS-Diktatur, Krieg und Neubeginn, den
Retzer Erlebniskeller, der eine Nachtführung durch den größten
historischen Weinkeller Österreichs bietet, sowie das Eisenbahnmuseum
Unterretzbach, das mit historischen Objekten, Fotos und
Originalplänen die Eisenbahngeschichte des westlichen und nördlichen
Weinviertels dokumentiert.
Weitere Stationen im Weinviertel sind u. a. in Wullersdorf die
Galerie Stiegenwirt mit der Sonderausstellung „Kunst aus
Hetzmannsdorf“ von Franz Crnko und Franz Tradinik sowie das Armenhaus
-Choleraspital mit „Hetzmannsdorf blickt zurück“, „Unbekannte und
bekannte Wullersdorfer“ sowie „Geschichtliches aus Hart-Aschendorf“.
In Mistelbach wiederum zeigt das Stadt-Museumsarchiv seine Funde und
Objekte zur Geschichte der Stadt, während Christa Jakob im
Ausstellungsraum des Israelitischen Friedhofs durch die von ihr
gestaltete Ausstellung über die jüdische Bevölkerung Mistelbachs bis
zum Jahr 1938 führt.
Im Mostviertel bietet etwa das Haus der Wildnis in Lunz am See
den ganzen Abend über Pop-Up-Stationen mit Experimenten,
Demonstrationen und anschaulichen Erklärungen, mit denen
Naturwissenschaft für alle Altersgruppen verständlich und erlebbar
gemacht wird. Darüber hinaus können sich Kinder ab 19 Uhr als
„Forscherfüchse bei Nacht“ betätigen, zeigt der Film „Follow the
Rain“ ab 20.15 Uhr die Verbindungen von Pilzen, Pflanzen bzw. Tieren
und berichtet „Forschung vor den Vorhang“ ab 21.30 Uhr über die
wissenschaftliche Arbeit im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal und
die Erkenntnisse der nächtlichen Feldforschung. Nicht zuletzt
offeriert der Kunstraum NOE im Palais Niederösterreich in Wien in der
„Langen Nacht der Museen“ einen Rätsel-Raum mit interaktivem Angebot
sowie Kurzführungen durch die Ausstellung „On a tongue’s tip, at a
world’s lip“.
Tickets bei allen teilnehmenden Museen und Kulturinstitutionen
sowie am „Treffpunkt Museum“ auf dem Rathausplatz in St. Pölten und
bei der Landesgalerie Niederösterreich in Krems. Nähere Informationen
und das detaillierte Programm unter https://langenacht.orf.at .