ÖGB-Schuberth: Lohnnebenkosten sind das Fundament unseres Sozialstaates!

Wien. (OTS) – Für Hunderte Beschäftigte hat das neue Jahr mit
niederschmetternden
Nachrichten begonnen. Insolvenzen und massive Jobverluste bei
Unternehmen wie KTM, The Body Shop oder ZKW zeigen einmal mehr, wie
schnell Existenzen durch unternehmerische Entscheidungen ins Wanken
geraten. Dass ausgerechnet in Zeiten der wirtschaftlichen
Unsicherheiten wieder die Senkung der Lohnnebenkosten ins Spiel
gebracht wird, ist für ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth
ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen.

„Wer in einer Phase, in der hunderte Beschäftigte um ihren Job,
ihr Einkommen und ihre Zukunft bangen, eine Senkung der
Lohnnebenkosten fordert, argumentiert realitätsfern und zynisch. Denn
genau aus diesen Mitteln werden jene finanziert, die Menschen in
Insolvenzen auffangen“, stellt Schuberth klar. Zentral ist dabei der
Insolvenzentgeltfonds. „Wenn Unternehmen wie KTM, Bodyshop oder ZKW
Beschäftigte verlieren oder in die Insolvenz schlittern, sind es die
Lohnnebenkosten, die dafür sorgen, dass offene Löhne, Gehälter,
Urlaubsansprüche oder Abfertigungen überhaupt noch ausbezahlt werden
können. Ohne diesen Schutz wären tausende Arbeitnehmer:innen
schutzlos ausgeliefert“, erinnert Schuberth.

Die immer wieder kolportierte Behauptung, niedrigere
Lohnnebenkosten würden automatisch bei den Beschäftigten ankommen,
weist der ÖGB entschieden zurück. „Die Erfahrung der vergangenen
Jahre zeigt klar: Gesenkte Lohnnebenkosten führen weder zu höheren
Löhnen oder Gehältern noch zu mehr Jobs. Was eingespart wird, bleibt
in den Unternehmen – bei den Beschäftigten kommt davon so gut wie
nichts an“, betont die Ökonomin.

Zudem gehe es bei den Lohnnebenkosten um weit mehr als um den
Insolvenzentgeltfonds. „Rund 70 Prozent dieser Mittel fließen in die
Sozialversicherung – also in Krankenversicherung, Arbeitslosengeld
und Pensionen. Wer hier kürzt, schwächt bewusst den Sozialstaat und
trifft genau jene Menschen, die unverschuldet ihren Arbeitsplatz
verlieren“, erklärt Schuberth, die abschließend festhält:
„Lohnnebenkosten sind kein Geschenk der Arbeitgeber. Sie sind von
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erarbeitet und sichern Schutz,
Würde und Existenz in Krisenzeiten.“