Wien (OTS) – Der ÖGB begrüßt die vom Sozialministerium präsentierte
Aktion 55+ und
sieht darin einen wichtigen Schritt, um ältere arbeitslose Menschen
wieder in Beschäftigung zu bringen. Insbesondere für Frauen ist die
Aktion wichtig, da ja das Pensionsantrittsalter sukzessive angehoben
wird. ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth betont:
„Gleichzeitig braucht es generell Verbesserungen und Investitionen,
damit die Aktion 55+ dauerhaft wirkt und faire Arbeit schafft. Auch
Unternehmen müssen hier in die Pflicht genommen werden und ihren
Beitrag leisten.“
Ältere Arbeitnehmer:innen haben viel Erfahrung und Wissen.
Trotzdem werden sie am Arbeitsmarkt noch immer benachteiligt. Die
Aktion 55+ kann helfen, diese Ungerechtigkeit zu verringern – wenn
die Maßnahmen langfristig, fair und gut abgesichert sind“, sagt
Schuberth.
„Wir brauchen aber auch eine langfristige Strategie für gute
Arbeit im Alter. Ältere Menschen wollen arbeiten – aber zu fairen
Bedingungen und mit Perspektive. Dafür werden wir uns weiter mit
Nachdruck einsetzen“, ergänzt die Gewerkschafterin.
Besonders betroffen sind Menschen, die nach vielen Jahren
durchgehender Arbeit arbeitslos werden. Viele von ihnen finden keinen
neuen Job mehr. Sie brauchen Modelle, die ihnen einen schrittweisen
Wiedereinstieg ermöglichen. Auch Krankheit kann arbeitslos machen,
und Arbeitslosigkeit macht oft krank. „Deshalb braucht es nicht nur
Beschäftigungsprojekte, sondern auch mehr Prävention, damit Menschen
gesund bis zur Pension arbeiten können“, so die ÖGB
Bundesgeschäftsführerin.
Der ÖGB fordert klare Rahmenbedingungen:
– Wirkungsvoller Kündigungsschutz für Arbeitnehmer:innen ab 55 Jahren
– Dauerhafte und nachhaltige Jobs , auch am zweiten Arbeitsmarkt –
nicht nur kurzfristige Maßnahmen
– Rechtsanspruch auf Altersteilzeit als fairer Übergang von der
Erwerbsarbeit in die Pension, mit gutem Wissenstransfer
– Mehr Aus- und Weiterbildung , angepasst an ältere
Arbeitnehmer:innen
– Alternsgerechte Arbeitsplätze
– Rechtzeitige Nachbesetzungen im öffentlichen Dienst , vor allem in
Gesundheit, Pflege, Betreuung und öffentlichem Verkehr
„Gerade der öffentliche Dienst zeigt, dass geschlechtsunabhängige
Bezahlung Gleichstellung fördert. Dort sind die
Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern am geringsten. Die
Aktion 55+ muss daher gezielt Chancen für ältere Frauen schaffen“,
betont Schuberth.
Die Aktion 55+ darf kein einmaliges finanzielles Aufstocken
bestehender Projekte bleiben. „Wir brauchen eine langfristige
Strategie für gute Arbeit im Alter. Ältere Menschen wollen arbeiten –
aber zu fairen Bedingungen und mit Perspektive. Dafür werden wir uns
weiter mit Nachdruck einsetzen“, so Schuberth abschließend.