Wien (OTS) – Eine von NIVEA gemeinsam mit Stonewall GmbH, Pride Biz
Austria, AGPRO
und Queer Business Women* durchgeführte Erhebung zeigt, wie Akzeptanz
und Inklusion in der Arbeitswelt tatsächlich erlebt werden. Insgesamt
nahmen 203 Personen an der Studie teil, 155 Interviews von 25- bis 64
-Jährigen wurden vollständig ausgewertet. Nach Awareness 2024 und
Empathie 2025 rückt UNLIMITED 3.0 nun die Frage in den Mittelpunkt,
wie glaubwürdig und spürbar Inklusion im Arbeitsalltag wirklich ist.
Zwtl.: Ergebnisse der NIVEA UNLIMITED Studie 2026 im Überblick:
–
41 % der Befragten nehmen Fortschritte wahr, 42 % sehen vor allem
Stillstand.
–
Nicht offene Ablehnung, sondern Unsicherheit, fehlendes Wissen
und mangelnde Orientierung bremsen Akzeptanz.
–
Nur 9 % sagen, dass sie am Arbeitsplatz offen über ihre
Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung sprechen können.
–
37 % berichten von Diskriminierung im beruflichen Umfeld, weitere
19 % außerhalb des Arbeitsplatzes.
–
15 % haben Diskriminierung gegenüber anderen beobachtet.
–
Nur 8 % erleben ihre:n Arbeitgeber:in als aktiv inklusiv, nur 10
% sehen Diversität glaubwürdig durch die Unternehmensführung
vorgelebt.
–
65 Nennungen entfallen auf Wissenslücken und Verunsicherung als
größte Barriere, 57 auf fehlendes Interesse außerhalb der Community,
52 auf Angst vor negativen Reaktionen und 49 auf die Sorge, etwas
Falsches zu sagen.
–
Glaubwürdigkeit wird besonders mit kontinuierlichen Initiativen (
65 Nennungen), Entwicklung auf Führungsebene (65) und Zusammenarbeit
mit Community-Organisationen (60) verbunden.
Akzeptanz und Inklusion sind entscheidend für ein Arbeitsumfeld,
in dem Menschen respektvoll zusammenarbeiten und sich sicher fühlen
können. Mit der NIVEA UNLIMITED Initiative treibt NIVEA seit 2024 den
Dialog über Vielfalt und Akzeptanz faktenbasiert voran: „Die
vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die Erwartungen der
Menschen an Arbeitgeber und Arbeitskultur spürbar gewandelt haben “,
erklärt Marcin Kuchta, General Manager Beiersdorf Osteuropa &
Österreich. „Entscheidend ist aus unserer Sicht, was Menschen im
Arbeitsalltag tatsächlich erleben. Echte Veränderung entsteht nur,
wenn Erfahrungen ernst genommen und in konsequentes Handeln übersetzt
werden. Wir müssen ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem die besten
Talente sich gemeinsam wohlfühlen und zusammen die besten Ergebnisse
liefern können. Unsere Mitarbeiter:innen sollen stolz sein, in
unserem Unternehmen zu arbeiten. ‘Be proud in your skin’ leitet uns
dabei, wir wollen ein sicheres und unterstützendes Arbeitsumfeld
schaffen, in dem alle authentisch sein können.“
Zwischen Sichtbarkeit und Realität : Die Studie zeigt deutlich
die Lücke zwischen öffentlicher Sichtbarkeit und dem tatsächlichen
Erleben im Arbeitsalltag . Während Pride-Aktivitäten und Diversity-
Kommunikation vielerorts sichtbarer geworden sind, fehlt es aus Sicht
vieler Befragter oft an langfristiger Verankerung, Orientierung und
Konsequenz im täglichen Miteinander. Kritisch gesehen werden vor
allem Maßnahmen, die zwar Aufmerksamkeit erzeugen, intern aber wenig
Veränderung bewirken. In offenen Antworten ist etwa von „Show statt
Haltung“ die Rede, wenn „im Juni überall Regenbogen zu sehen sind, im
Juli aber alles vergessen scheint“.
Was Betroffene von Unternehmen erwarten: Gefordert werden vor
allem nachvollziehbare Rahmenbedingungen, klare Haltung gegenüber
Diskriminierung sowie ein Arbeitsumfeld, in dem Zugehörigkeit
selbstverständlich mitgedacht wird. Ebenso wichtig sind
Führungskräfte, die Verantwortung sichtbar übernehmen , sowie ein
Umgang mit Diversität, der nicht punktuell , sondern dauerhaft im
Alltag verankert ist. „Queere Menschen sind überall: Die Nachbarin,
der Neffe, die Freundin, mit der man Fußball spielt, oder eben der
Arbeitskollege. Das zeigen wir jedes Jahr im Zuge von Vienna Pride.
Und genau das sollte der Maßstab für Unternehmen sein: Dass alle
Menschen überall dabei und in ihrer Unterschiedlichkeit
selbstverständlich mitgedacht werden“ , sagt Katharina Kacerovsky-
Strobl, Geschäftsführerin Stonewall & Veranstalterin VIENNA PRIDE.
Fortschritt bei Beiersdorf : Beiersdorf, der Mutterkonzern von
NIVEA, verfolgt mit seiner globalen Roadmap das Ziel, allen
Mitarbeitenden gleiche Chancen zu gewährleisten – unabhängig von
kulturellem Hintergrund, ethnischer Zugehörigkeit, sexueller
Orientierung, Geschlechtsidentität, Religion, Alter, Behinderung oder
anderen Dimensionen der Vielfalt. Um diese Ambitionen im
Arbeitsalltag zu verankern, investiert das Unternehmen gezielt in
inklusive Führung, Weiterentwicklung und interne Netzwerke. Ende 2025
hatten bereits mehr als 85 % der rund 3.000 Führungskräfte weltweit
am globalen Inclusive Leadership Training teilgenommen. Ziel des
Programms ist es, inklusive Prinzipien und konkrete Verhaltensweisen
aktiv im Führungsalltag zu verankern. Darüber hinaus engagieren sich
Mitarbeitende lokal und global in verschiedenen Employee Resource
Groups (ERGs) , die unter anderem die LGBTQIA+-Community,
Geschlechtervielfalt, Menschen mit Behinderungen, Generationen,
Eltern sowie kulturelle Diversität vertreten – offen auch für Allies.
In Osteuropa, inklusive Österreich, besteht beispielsweise das lokale
Chapter „Sisterhood is Power“, das Frauen durch Trainings,
Austauschformate und Mentoringprogramme in ihrer persönlichen und
beruflichen Entwicklung unterstützt.
Zusammenfassend macht die Studie deutlich: Sichtbarkeit allein
schafft noch keine Sicherheit oder Zugehörigkeit. Vertrauen entsteht
dort, wo Menschen Respekt, Offenheit und Unterstützung im täglichen
Arbeitsumfeld tatsächlich erleben können. „Unser Engagement in
Österreich und Europa folgt einer einfachen Überzeugung: Vielfalt ist
kein Widerspruch zu wirtschaftlichem Erfolg – sie ist eine
Voraussetzung dafür. Dort, wo Zugehörigkeit entsteht, wachsen
Vertrauen, Innovation und langfristige Wettbewerbsfähigkeit“ , so
Lukas Burian, Präsident von Pride Biz Austria . Denn solange zwischen
Kommunikation und erlebter Realität eine Lücke besteht, bleibt
Vertrauen fragil.