Wien (OTS) – Mit der umfassenden energetischen Sanierung des
Wohnparks Alt-Erlaa
setzen die GESIBA und die Alt-Erlaa AG (AEAG) gemeinsam mit der Stadt
Wien einen entscheidenden Schritt zur Dekarbonisierung des
großvolumigen Wohnbaus. Das Projekt verbindet die thermische
Modernisierung der Gebäude mit einer innovativen, erneuerbaren
Wärmeversorgung und zeigt, wie große Bestandsquartiere erfolgreich
klimafit gemacht werden können.
Der Wohnpark Alt-Erlaa zählt mit seinen 3.182 Wohnungen und mehr
als 9.000 Bewohnerinnen und Bewohnern zu den größten Wohnanlagen
Österreichs. Die Anlage gilt seit Jahrzehnten als Meilenstein des
sozialen Wohnbaus. Nun beginnt ein neues Kapitel: Die bestehende
Wärmeversorgung auf Erdgasbasis wird schrittweise durch ein
innovatives Energiesystem ersetzt, das auf Geothermie, Wärmepumpen
und Wärmerückgewinnung basiert.
Zwtl.: Ein Leuchtturm der Wiener Wärmewende
„Im Wohnpark Alt-Erlaa zeigt Wien gerade im ganz großen Stil, wie
die Energiewende funktioniert“, sagt Klimastadtrat Jürgen
Czernohorszky. „Hier werden über 3.000 Wohnungen auf einmal saniert
und 780 Erdsonden für CO2-frei Heizen und Kühlen in den Boden
gesetzt. Das ist ein Paradebeispiel für sozialen Klimaschutz. Denn
diese Technologie schont nicht nur die Umwelt, sondern langfristig
auch das Geldbörserl der Mieterinnen und Mieter. Der Wohnpark Alt-
Erlaa ist ein Signal für ganz Wien: Wenn Dekarbonisierung in einem so
riesigen Komplex möglich ist, dann ist sie überall möglich. Egal ob
Altbau oder Neubau – es gibt für jedes Haus eine Lösung. Bis 2040
wollen wir die Stadt komplett von fossilem Gas befreien. Alt-Erlaa
ist der beste Beweis dafür, dass diese Vision auch Realität wird.“
„Mit der energetischen Sanierung vom Wohnpark Alt-Erlaa schlagen
wir ein neues Kapitel der Wiener Wohnbauerfolgsgeschichte auf. Eine
Dekarbonisierung in dieser Größenordnung ist im geförderten Wohnbau
eine weltweite Pionierleistung! Raus aus der fossilen Wärmeversorgung
bedeutet Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit für Generationen.
Gleichzeitig wird durch die Sanierung der Energieverbrauch massiv
reduziert. Der Wohnpark Alt-Erlaa steht damit auch in Zukunft für
leistbares und qualitätsvolles Wohnen mit höchster Wohnzufriedenheit,
für eine Bewohner*innenanzahl einer österreichischen Kleinstadt“,
betont Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch.
Zwtl.: Erneuerbare Energie statt fossiler Heizkessel
Herzstück des Projekts ist die vollständige Umstellung der
Wärmeversorgung. Rund 780 Erdwärmesonden erschließen künftig die im
Untergrund gespeicherte Energie. Ergänzt wird das System durch 18
Luftwärmetauscher sowie die Nutzung der Abwärme aus der
Wohnungsabluft , die künftig in den Heizkreislauf zurückgeführt wird.
Gleichzeitig werden 38 Gaskessel durch insgesamt 60 Wärmepumpen
ersetzt. Ein hydraulischer Abgleich aller Wohnungen, die
Einregulierung der bestehenden Abluftanlagen sowie die Reduktion der
Vorlauftemperatur sorgen dafür, dass das neue Energiesystem besonders
effizient betrieben werden kann.
„Alt-Erlaa war bei seiner Errichtung vor 50 Jahren ein visionäres
Wohnbauprojekt. Mit dieser umfassenden Sanierung übernimmt die
Wohnanlage erneut eine Vorreiterrolle – diesmal als Modell für die
klimaneutrale Transformation großer Wohnquartiere“, erklärt AEAG-
Vorstand Paul Steurer. „Die Kombination aus thermischer Sanierung,
Geothermie, Wärmepumpen und intelligenter Gebäudetechnik zeigt
eindrucksvoll, welches Potenzial in bestehenden Wohnanlagen steckt.“
Bezirksvorsteher Gerald Bischof ergänzt: „Der Wohnpark Alt-Erlaa
prägt seit 50 Jahren das Leben vieler Menschen in Liesing und steht
für hohe Wohnqualität. Die thermische Sanierung ist eine wichtige
Investition in die Zukunft der Anlage. Sie trägt dazu bei, die bisher
schon hohe Attraktivität des Wohnparks langfristig zu sichern.“
Zwtl.: Weniger Energieverbrauch, mehr Wohnkomfort
Parallel zur Heizungsumstellung werden auch umfangreiche
Maßnahmen an der Gebäudehülle umgesetzt. Dazu zählen der
architektonisch abgestimmte Fenstertausch, die Verbesserung der
Wärmedämmung an Außenwänden und Kellerdecken sowie weitere
energetische Optimierungen. Dadurch sinkt der Endenergiebedarf für
Heizung und Warmwasser um rund 78 Prozent . Die CO₂-Emissionen werden
– abhängig vom eingesetzten Strommix – um 90 bis 100 Prozent
reduziert.
Die wirtschaftliche Umsetzung dieses zukunftsweisenden Projekts
wird maßgeblich durch Förderungen des Wohnfonds Wien, der den
überwiegenden Teil der Fördermittel bereitstellt, sowie der
Kommunalkredit Public Consulting (KPC) ermöglicht. Insgesamt werden
rund 50 Prozent der Kosten der Sanierungsmaßnahmen durch Förderungen
gedeckt. Damit schaffen sie die Grundlage für die umfassende
energetische Modernisierung und den Umstieg auf eine erneuerbare
Wärmeversorgung. Für die Mieterinnen und Mieter entstehen dadurch
keinerlei Mehrbelastungen. Im Gegenteil: Durch die thermischen
Sanierungsmaßnahmen ist langfristig mit einer deutlichen Reduktion
der Heizkosten zu rechnen. Das Projekt verbindet damit wirksamen
Klimaschutz mit leistbarem Wohnen und wirtschaftlicher
Nachhaltigkeit.
Zwtl.: Modell für die Zukunft des Wohnbaus
Das Projekt wurde durch umfassende Voruntersuchungen abgesichert.
Geotechnische Erkundungen bis in 200 Meter Tiefe,
Heizlastberechnungen, Gebäudesimulationen sowie erfolgreiche Tests
mit abgesenkter Vorlauftemperatur bestätigen die technische
Machbarkeit.
Begleitet wird das Projekt durch intensive Kommunikation mit den
Bewohnerinnen und Bewohnern, einen eigenen Infopoint, eine
Musterwohnung sowie eine sozialwissenschaftliche Begleitung. Damit
soll die Transformation gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestaltet
werden.
Zwtl.: Fakten zum Projekt
– 3.182 Wohnungen mit über 9.000 Bewohner*innen
– rund 780 Erdwärmesonden
– 18 Luftwärmetauscher
– Nutzung der Abwärme aus der Wohnungsabluft
– Ersatz von 38 Gaskesseln durch 60 Wärmepumpen
– Hydraulischer Abgleich aller Wohnungen
– Vorbereitung der sommerlichen Temperierung (Free Cooling)
– Reduktion des Endenergiebedarfs um rund 78 Prozent
– Verringerung der CO₂-Emissionen um bis zu 100 Prozent bei
Versorgung mit Ökostrom