Marchetti: Stärkung der Sonderpädagogik rasch umsetzen – Ankündigungen reichen nicht

Wien (OTS) – “Die auf unser Bestreben im Rahmen des gemeinsamen
Regierungsprogramms von ÖVP, SPÖ und NEOS vereinbarte
Wiedereinführung einer eigenständigen Lehramtsausbildung für
Inklusion und Sonderpädagogik ist ein dringend notwendiger Schritt.
Diese Expertise wird im Schulsystem ohne Zweifel gebraucht. Aus
unserer Sicht hat nämlich jedes Kind das Recht, entsprechend seiner
individuellen Bedürfnisse bestmöglich gefördert und betreut zu
werden. Hier braucht es handfeste Maßnahmen. Das Lehramtsstudium
Inklusion und Sonderpädagogik bildet dafür die unverzichtbare
Grundlage”, betont der Bildungssprecher der Volkspartei, Nico
Marchetti.

Marchetti kritisiert, dass das wesentliche Vorhaben, die
eigenständige Lehramtsausbildung für Inklusion und Sonderpädagogik,
das im Regierungsprogramm verankert ist, im “Plan Z“ keinen Platz
gefunden hat: “Nicht nur das verpflichtende Modul für inklusive
Pädagogik im regulären Lehramtsstudium, sondern auch eine
eigenständige Lehramtsausbildung für Inklusion und Sonderpädagogik
müssen rasch realisiert werden. Wir halten hier unbeeindruckt an dem
Regierungsprogramm fest und fordern den Bildungsminister auf, zu
liefern.”

Auch den Überlegungen zu einer sechsjährigen Volksschule erteilt
Marchetti erneut eine Absage: “Zwei zusätzliche Jahre ohne ein klares
pädagogisches Konzept bedeuten keinen Fortschritt, sondern ein
ideologisches Gesamtschul-Experiment mit ungewissem Ausgang. Es ist
völlig offen, was abseits von Marketingsprüchen die konkrete
Verbesserung für Schülerinnen und Schüler sein soll. Übrig bleibt wie
so oft eine Schlagzeile und viel Verunsicherung für die Eltern”, so
Marchetti.

“Wir sind jederzeit bereit, konstruktiv an Reformen mitzuwirken –
Voraussetzung dafür ist jedoch eine fundierte und durchdachte
inhaltliche Grundlage. Im Regierungsprogramm steht genug, was noch
nicht umgesetzt ist, wo wir mit voller Kraft an der Umsetzung
mitwirken. Die harte Währung an der der Bildungsminister gemessen
wird ist nicht, wie schillernd seine Inszenierung war, sondern
konkrete, umgesetzte Reformen und daran, ob Schülerinnen und Schüler
besser Lesen, Schreiben und Rechnen können als vor seinem
Amtsantritt”, so der Bildungssprecher abschließend. (Schluss)