„kulturMATINEE“: „Der goldene Apfel – Die unaufführbare Oper“ zum 50-Jahr-Jubiläum der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

Wien (OTS) – Die von Martin Traxl präsentierte „kulturMATINEE“ am
Sonntag, dem 6.
September 2026, um 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON widmet sich dem
kulturellen Leben in Tirol. Im Zentrum steht die neue Dokumentation
„Der goldene Apfel – Die unaufführbare Oper“ (9.50 Uhr) über Pietro
Antonio Cestis barockes Mammutwerk, das wegen seines enormen Aufwands
als fast unaufführbar galt. Zum 50-jährigen Jubiläum haben die
Innsbrucker Festwochen der Alten Musik die Oper im August 2026 im
Tiroler Landestheater neu aufgeführt – das Doku-Team hat das Projekt
begleitet. Zum Auftakt des ORF-Kulturvormittags besucht ein Film der
Reihe „Traumschlösser und Ritterburgen“ Tirol (9.05 Uhr),
abschließend geht es in der Doku „Eggers Erbe – Osttirol und die
Kunst“ (10.20 Uhr) um den Maler Albin Egger-Lienz und sein
künstlerisches Erbe, gefolgt von einer neuen Ausgabe „kulturWOCHE“
mit aktuellen Berichten und Tipps.

„Der goldene Apfel – Die unaufführbare Oper“ (9.50 Uhr)

Die legendäre Barockoper „Der goldene Apfel“ von Pietro Antonio
Cesti galt als unaufführbar: zu lang, zu teuer, zu aufwendig. Das
Mega-Spektakel bietet acht Stunden Musik, 47 Rollen, 23 Bühnenbilder
und mehr als 100 Kostüme. Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik
wagten sich dennoch an den „Wahnsinn“, wie sie selbst sagten. Zum 50-
jährigen Jubiläum brachte das Festival „Il Pomo d’Oro“ erstmals nach
358 Jahren wieder komplett auf die Bühne: eine Premiere der
Superlative! Ein ORF-Team begleitete das ehrgeizige Projekt von
Beginn an und blickt in der dabei entstandenen Dokumentation hinter
die Kulissen. Zwei Akte der barocken Musik sind verschollen und
müssen rekonstruiert werden. Wie geht das? 20 Sängerinnen und Sänger
übernehmen die 47 Rollen. Das bedeutet Stress hinter der Bühne und
Umziehen in Windeseile. Die achtstündige Oper wird auf zwei
Premierenabende aufgeteilt. Eva Maria Sens, die künstlerische
Leiterin der Innsbrucker Festwochen, will beweisen, dass „Der goldene
Apfel“ heute aufführbar ist.

Regisseur Fabio Ceresa holt die Oper ins Jetzt. Er inszeniert die
antike Geschichte vom Urteil des Paris, der den goldenen Apfel „der
Schönsten“ überreichen soll, als Misswahl von heute. Politische
Intrigen, Korruption und Machtspiele in der olympischen Götterwelt
wirken zeitlos. Das Personal im „Hauptquartier der Superschurken
dieser Welt“ kann das Publikum selbst interpretieren.

Die Lücken der unvollständigen Partitur – die verschollenen
beiden Akte der Musik von Pietro Antonio Cesti – hat Ottavio Dantone,
der musikalische Leiter, gefüllt. In der Bibliothek von Modena sind
35 Arien aufgetaucht. In monatelanger akribischer Arbeit hat Dantone
die fehlende Musik aus diesen Arien und aus anderen Cesti-Opern wie
ein Puzzle rekonstruiert. Am Ende werde man den Unterschied zwischen
Cesti und Dantone nicht hören, ist der Musiker überzeugt.

Das ORF-Team mit Gestalterin Teresa Andreae begleitet die
Produktion und bietet damit Einblicke hinter die Kulissen, zum
Beispiel bei den ersten Flugproben der Sängerinnen und Sänger, die in
barocken Wolken über der Bühne schweben. In Innsbruck übernehmen 20
Sänger:innen die 47 Rollen des barocken Originals. Beim Wechseln der
Kostüme müssen sie daher sehr schnell sein. Das achtstündige Werk
wird in Innsbruck, wie damals bei der Uraufführung 1668, auf zwei
Abende aufgeteilt: ein Stück mit einer 20-stündigen Pause dazwischen.
Mit auf offener Bühne permanent wechselnden Szenenbildern,
fantasievollen Effekten und opulenten Barockkostümen soll das
Publikum, wie einst, zum Staunen gebracht werden.