Kulturherbst in Niederösterreich: Vielfalt, Qualität und große Namen

St. Pölten (OTS) – Der Kultursommer Niederösterreich 2025 hat neue
Maßstäbe gesetzt:
Über 650.000 Gäste besuchten die zahlreichen Veranstaltungen im Musik
-, Theater- und Kinobereich in allen Regionen Niederösterreichs. „Die
kulturelle Vielfalt in unserem Bundesland ist riesig. Mit den
zahlreichen Highlights im Herbst unterstreichen wir das einmal mehr:
mit Ausstellungen von internationalem Rang, mit Musik, Theater und
Literatur auf höchstem Niveau – und mit einem eigenen Kinder- und
Familienprogramm, das schon die Jüngsten für Kultur begeistert. Damit
untermauern wir unser großes Ziel, nämlich die beste Zukunft unserer
Kinder zu schaffen, auch in kultureller Hinsicht“, so Landeshauptfrau
Johanna Mikl-Leitner.

Zu den Höhepunkten des Kulturherbstes zählt unter anderem das
Arnulf Rainer Museum in Baden. Mit seiner neuen Ausstellung stellt
das Museum die Kunstform „Art Brut“ – Kunst unberührt von kulturellen
Einflüssen – in den Mittelpunkt: das Herzstück neben den Werken von
Art-Brut-Künstlern wie Adolf Wölfi, Friedrich Schröder-Sonnenstern
oder August Walla sind die Art-brut-Hommagen von Arnulf Rainer, die
er in den 1970er Jahren durch Übermalungen von Bildern wie Johann
Hauser, Jean Dubuffet oder Friedrich Schröder-Sonnenstern anfertigte.
Neben der Sammlung Zambo, die den Schwerpunkt der Ausstellung
ausmacht, und Privatleihgaben wird erstmals ein größeres Konvolut der
Sammlung Navratil präsentiert, die Leo Navratil in Form eines
Vorlasses an die Landessammlungen Niederösterreich übergab.

Internationales Flair bringt das museum gugging mit der
Ausstellung „roger ballen.! drawing meets photography“ nach
Niederösterreich. Ein international gefeierter Fotograf, der seit
Jahrzehnten die Grenzen zwischen Dokumentation, Kunst und Psychologie
ausleuchtet, trifft auf einen Ort, der selbst für die Verbindung von
Kunst und innerer Welt steht. Es ist eine Begegnung zweier
künstlerischer Kosmen – des visionären Psychogramms Ballens und der
einzigartigen Gugginger Art Brut. Ein Dialog über das Menschliche im
Extremen, über Verletzlichkeit, Kreativität und den Blick hinter die
Masken der Zivilisation, der noch bis 15. Februar 2026 erlebbar
bleibt.

Carnuntum trägt mit einer neuen digitalen Initiative zum
herbstlichen Kulturprogramm bei. Die Online-Ausstellung „Zwischen
Ruinen und Wiederaufbau“ widmet sich ab 1. Oktober der Geschichte der
Römerstadt im Spiegel der niederösterreichischen Nachkriegsgeschichte
und beleuchtet zentrale Wendepunkte in der archäologischen Forschung.
Zahlreiche Originalquellen, Fotografien und Interviews geben
exklusive Einblicke in die Transformation Carnuntums von der
wissenschaftlichen Grabungsstätte zu einem international anerkannten
Ort innovativer Museumsarbeit.

Am 15. November wird heuer zum ersten Mal der
„Kinderlandesfeiertag“ in St. Pölten begangen: Hier erwarten die
Kinder und Jugendlichen spannende Programmpunkte im Museum
Niederösterreich und im KinderKunstLabor. Um 14 Uhr liest Thomas
Brezina im Museum Niederösterreich aus „Tiger-Team: Der Fluch des
Pharao“ und anschließend um 15.30 Uhr können Fans mit ihm und
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gemeinsam das KinderKunstLabor
entdecken.

Auch Krems setzt im Herbst besondere Akzente: Die große
Herbstausstellung „Frohner expressiv“ im Forum Frohner eröffnet am 8.
November und bietet erstmals einen Überblick über Frohners
expressives Werk. Mit monumentalen Bildzyklen wie „Schmetterling
metamorph“ rückt das Thema Verwandlung als Lebensprinzip ins Zentrum
und zeigt, wie Frohner die „wilde Malerei“ zu einer neuen Blüte
führte. Die Landesgalerie Niederösterreich zeigt ab 29. November die
Ausstellung der diesjährigen Würdigungspreisträgerin Iris Andraschek,
die sich in ihren multimedialen Werken mit gesellschaftlichen und
politischen Fragestellungen auseinandersetzt.

Die Literatur hat im Herbst ebenfalls ihren großen Auftritt: Die
Europäischen Literaturtage von 20. bis 23. November, kuratiert von
Walter Grond, bringen unterschiedliche Gesprächsformate und
musikalische begleitete Lesungen zum Thema „Was ist echt?“ im
Klangraum Krems Minoritenkirche. Der wein.lese.herbst verbindet bis
Ende November kulinarische Raffinesse, die Spitzenköchinnen und –
köche des Weinviertels in ihren Wirtshäusern entfalten, mit
literarischen Kostproben zwischen den Gängen.

Wie jedes Jahr findet auch wieder „Wachau in Echtzeit“ von 24.
Oktober bis 29. November mit Ursula Strauss statt: Das Festival
verbindet ein interessantes Kulturprogramm an Konzerten,
Theaterstücken und Lesungen mit Führungen in der Natur oder der
Kartause Aggsbach.

Die Bühne gehört in den kommenden Wochen dem Theater- und
Musikleben. Im Landestheater Niederösterreich gibt es ein besonderes
Wiedersehen mit der umjubelten Produktion „Die eingebildete Kranke“
nach Molière, die im Sommer in Haag für Begeisterung sorgte. In der
Inszenierung des renommierten Regisseurs Leander Haußmann wird der
Hypochonder Argan zu einer zeitlosen Figur und Ursula Strauss glänzt
in der Titelrolle. Mit feinsinniger Satire, slapstickhafter Komik und
einem hochkarätigen Ensemble wird Molières letzte Komödie zu einem
Höhepunkt des Herbstspielplans. Wer das Stück in Haag verpasst hat,
hat nun Gelegenheit, es in St. Pölten zu erleben.

Das Festspielhaus St. Pölten wird im November erneut zur Bühne
der Welt: Internationale Künstlerinnen und Künstler bringen globale
Perspektiven auf Bewegung, Musik und Emotion nach Niederösterreich.
Am 8. November eröffnet Sharon Eyal – eine der prägendsten Stimmen
des zeitgenössischen Tanzes – mit „Delay the Sadness“ einen Abend von
hypnotischer Intensität. Ihre Choreografie entfaltet ein
vielschichtiges Spiel aus Stärke und Verletzlichkeit, Licht und
Schatten – Tanz als universelle Sprache jenseits der Worte.

Am 20. November folgt Federico Albanese, der mit „Blackbirds and
the Sun of October“ die poetische Klanglandschaft seiner
italienischen Heimat erklingen lässt mit Musik, die Grenzen
überwindet und Geschichten in Töne verwandelt. Den Höhepunkt des
internationalen Musikherbstes bildet am 28. November das legendäre
Orchestra Baobab aus Dakar. Seit fünf Jahrzehnten steht es für eine
einzigartige Fusion westafrikanischer Rhythmen und karibischer
Leichtigkeit – Weltmusik im besten Sinn: mitreißend, verbindend,
zeitlos.

In Wiener Neustadt lädt das Stadttheater Wiener Neustadt im
November mit außergewöhnlichen Konzertabenden zu einem musikalischen
Herbstprogramm. Am 6. November vereint das Janoska Ensemble Tradition
und Moderne virtuos mit seinem unverwechselbaren „Janoska Style“ aus
Klassik, Jazz, Latin und Improvisation. Unter dem Motto „Kultur
verbindet: Japan – Niederösterreich“ folgt am 19. November ein
besonderer Abend in Kooperation mit der Japanischen Botschaft, bei
dem Künstlerinnen und Künstler aus Japan und (Nieder-)Österreich
gemeinsam auf der Bühne stehen – ein Zeichen lebendiger kultureller
Freundschaft. Am 21. November stimmt das Konzert von Ina Regen auf
die besinnlichste Zeit des Jahres ein, wenn sie mit ihrer
unverwechselbaren Stimme und intimen, unplugged Arrangements ihrer
„…und näher“-Tour das Publikum berührt und verzaubert.

Auch sonst ist für musikalische Vielfalt gesorgt: Die Haydnregion
Niederösterreich spannt mit ihren Konzerten im Oktober und November
einen Bogen von Klassik bis Moderne, während die Serenadenkonzerte
des Landes Niederösterreich noch bis Anfang November besondere
Akzente setzen. In Baden lockt das Musical „Wicked“ in das
traditionsreiche Stadttheater.

Hinzu kommen Filmprogramme in den regionalen Kinos, die den
Herbst auch in eine Kinozeit verwandeln.