Kinderärztliche Versorgung in Tirol auf der Bremse

Innsbruck (OTS) – Von der Ärztekammer für Tirol und
Gesundheitslandesrätin Cornelia
Hagele geforderte Vertragsgrundlage inklusive
Honorierungsvereinbarung für Primärversorgungseinheiten (PVE) liegt
bis dato nicht vor. Die ÖGK wird dringend aufgefordert, ihrer
Verantwortung nachzukommen.

Der Ausbau der Primärversorgungseinheiten (PVE) im Bundesland ist
nicht erst seit der Präsentation des „Regionalen Strukturplans
Gesundheit (RSG) Tirol 2030“ im Herbst 2025 ein viel diskutiertes
Thema.

In Tirol sieht die vertragliche Vereinbarung der Ärztekammer mit
der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) jedoch nur den Betrieb
von Primärversorgungseinheiten für Allgemeinmedizin vor, obwohl die
gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Errichtung von
Primärversorgungseinheiten für Kinder- und Jugendheilkunde bereits
seit August 2023 bestehen.

Die Ärztekammer für Tirol hat dies mehrfach aufgezeigt und
versucht seit Sommer 2023 mit der ÖGK eine Vertragsgrundlage
inklusive Honorierungsvereinbarung zu erarbeiten, um eine
gesetzeskonforme Ausschreibung durchzuführen.

Auch vonseiten der Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele wurde
bereits mehrfach auf den Abschluss einer derartigen Vereinbarung
gedrängt.

Bisher waren jedoch alle Initiativen umsonst. Bis heute hat es
die ÖGK nicht geschafft, die notwendigen Vertragsgrundlagen inklusive
Honorierung zu erstellen bzw. überhaupt einen brauchbaren Entwurf für
die Verhandlungen mit der Ärztekammer zu übermitteln.

Zwtl.: ÖGK muss Verantwortung nachkommen

Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele: „Der Ausbau der
Primärversorgung scheitert in Tirol nicht am politischen Willen und
nicht an engagierten Ärztinnen und Ärzten – sondern an der fehlenden
Vertragsgrundlage der ÖGK. Ohne Vertrag keine Verhandlungen zwischen
Ärztekammer und ÖGK. Ohne Verhandlungen keine PVE. Und ohne PVE keine
bessere Versorgung für Kinder und Familien. Die gesetzlichen
Voraussetzungen liegen seit 2023 vor. Jetzt ist die ÖGK am Zug. Ich
fordere sie nachdrücklich auf, endlich die notwendige vertragliche
und finanzielle Grundlage vorzulegen.“

Tirols Ärztekammer-Präsident Stefan Kastner: „Ohne eine
vertragliche Grundlage haben interessierte Ärzt:innen keine Basis für
die Planung einer PVE. In mehreren Bundesländern hat die ÖGK bereits
vertragliche Vereinbarungen abgeschlossen. Weshalb dies in Tirol
anscheinend nicht möglich ist, konnte uns noch niemand der
Verantwortlichen schlüssig erläutern. So langsam zweifle ich am
Willen der ÖGK, Primärversorgungszentren für Kinder in Tirol
umzusetzen!“

Auch Momen Radi, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte Tirols,
zeigt sich kritisch: „Das Versäumnis der ÖGK bei der Etablierung des
Bausteines Primärversorgungseinheiten für Kinder- und Jugendheilkunde
für die Tiroler Bevölkerung ist nicht nachvollziehbar. Es ist
unverständlich, weshalb in Tirol Patient:innen auf die seit
zweieinhalb Jahren bestehende Möglichkeit der Errichtung von PVE für
Kinder- und Jugendheilkunde verzichten müssen.“

Gesundheitslandesrätin Hagele und Ärztekammer-Präsident Kastner
fordern die ÖGK daher dringend auf, ihrer Verantwortung nachzukommen
und umgehend tätig zu werden. Nicht zuletzt deshalb, weil die
Erfahrungen zeigen, dass der Weg von der vertraglichen Einigung bis
zur tatsächlichen Inbetriebnahme einer Primärversorgungseinheit lang
und zeitaufwendig ist – Zeit, die angesichts der angespannten
Versorgungslage nicht weiter verloren gehen darf.