Jugend Eine Welt: Neues Zentrum für Straßenkinder in Lagos schenkt gefährdeten Mädchen Schutz und neue Perspektiven

Wien (OTS) – Anlässlich des Internationalen Tages der Straßenkinder
am 12. April
rückt die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt
die Schicksale von Mädchen und Buben in den Mittelpunkt, die auf der
Straße leben müssen. „Die Zahl der Straßenkinder weltweit wird auf
bis zu 150 Millionen geschätzt. Genaue Zahlen gibt es nicht und kann
es nicht geben, denn viele Straßenkinder besitzen gar keine
Geburtsurkunde. Sie sind niemals offiziell registriert worden und
haben deshalb auch keinen Zugang zu staatlichen Leistungen wie
Gesundheitsfürsorge oder Schulbildung“ , erklärt Reinhard Heiserer,
Geschäftsführer von Jugend Eine Welt . „Bei der Unterstützung von
Straßenkindern geht es daher nicht nur um kurzfristige Hilfe. Es geht
darum, Vertrauen aufzubauen, stabile Beziehungen zu schaffen und den
Kindern langfristige Chancen zu geben. Bildung spielt dabei eine
zentrale Rolle, weil sie der Schlüssel ist, um Armut nachhaltig zu
überwinden und ein eigenständiges Leben führen zu können.“

Mädchen besonders gefährdet
Jugend Eine Welt unterstützt seit der Gründung im Jahr 1997 weltweit
Straßenkinder- sowie Schul- und Berufsausbildungsprojekte. Nigeria
bildet dabei ein langjähriges Projektland. Mit einer Bevölkerungszahl
von geschätzt 232 Millionen steht es an der Spitze von Afrika. 41
Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner sind unter 15 Jahre alt. Die
junge Altersstruktur macht sich auch auf den Straßen der
Millionenstadt Lagos, dem wirtschaftlichen Zentrum Nigerias,
bemerkbar. Mehr als 100.000 Kinder und Jugendliche kämpfen auf den
Straßen von Lagos tagtäglich ums Überleben. Besonders betroffen sind
Mädchen, die häufig Opfer von Gewalt, sexualisierter Ausbeutung und
Menschenhandel werden. Bildung bleibt ihnen meist verwehrt, viele
leben in Slums ohne Zugang zu grundlegender Versorgung und Hygiene.

Sicherheit, Verpflegung, medizinische Betreuung
Um diesen besonders gefährdeten Mädchen Schutz und neue Perspektiven
zu bieten, finanzierte Jugend Eine Welt in Lagos die Errichtung eines
neuen Don Bosco-Schutzzentrums für weibliche Straßenkinder. Direkt
neben der bereits vor einem Jahr eröffneten Einrichtung für 100
Buben, erhalten nun 40 gefährdete Mädchen und jungen Frauen ein neues
Zuhause. Anstatt weiter den Gefahren auf der Straße ausgesetzt zu
sein, bietet ihnen die neue Einrichtung die Chance auf Sicherheit,
Verpflegung, medizinische Betreuung und Schulbildung. „Ich fühle mich
hier geliebt. Als ich im Schutzzentrum ankam, mochte ich den Platz
sofort. Ich konnte wieder Kind sein. Was mir meine Mama nicht geben
konnte, gibt mir Don Bosco – nämlich Schutz, ein Dach über dem Kopf,
regelmäßige warme Mahlzeiten und die Möglichkeit einer Schulbildung“
, erzählt die 10-jährige Anna.

Heiserer: „Jedes Kind hat ein Recht auf ein Leben in Würde.“
Das Zentrum wirkt bereits nachhaltig: Mädchen, die zuvor täglich
Misshandlungen ausgesetzt waren, nehmen an integrierten Bildungs- und
Therapieprogrammen teil, gewinnen Selbstvertrauen und entwickeln neue
Fähigkeiten. Auch ihre Familien profitieren indirekt, da die
nigerianische Gemeinschaft stärker für Kinderschutz sensibilisiert
wird. „Viele Straßenkinder haben Gewalt, Vernachlässigung und extreme
Armut erlebt. Deshalb braucht es mehr als nur materielle Hilfe – es
braucht Zuwendung, psychosoziale Betreuung und Menschen, die an sie
glauben. Erst dann können diese Kinder ihr Potenzial entfalten und
neue Lebensperspektiven entwickeln“ , unterstreicht Heiserer, der
auch betont, dass die Arbeit von Jugend Eine Welt nicht nur das Ziel
hat, einzelnen Kindern zu helfen, sondern generell Strukturen zu
verändern. „Wenn wir in Bildung investieren und soziale Projekte
stärken, tragen wir dazu bei, dass weniger Kinder überhaupt auf der
Straße landen. Prävention und langfristige Entwicklung gehen dabei
Hand in Hand. Jedes Kind hat ein Recht auf ein Leben in Würde. Das
gilt unabhängig davon, ob es in Europa oder in einem der ärmsten
Länder der Welt geboren wurde. Diese Überzeugung bildet den Antrieb
unserer Arbeit und ist der Grund, warum wir uns besonders für die
Schwächsten einsetzen – für jene Kinder, die sonst oft übersehen
werden.“

Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 |
Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind
steuerlich absetzbar!

Weitere Infos: www.strassenkinder.at