Industrie zur „Herning Declaration“: Berufliche Bildung als Schlüssel für Zukunftsfragen

Wien (OTS) – „Die Herning Declaration stellt die große Bedeutung der
beruflichen
Bildung für die Herausforderungen unserer Zeit neuerlich ins
Rampenlicht“, zeigt sich Gudrun Feucht, Bereichsleiterin für Bildung
und Gesellschaft der Industriellenvereinigung (IV), überzeugt. Denn
aktuelle Herausforderungen wie die Energiewende oder die zielführende
Implementierung der künstlichen Intelligenz sind nur mit gut
ausgebildeten Fachkräften auf unterschiedlichen Qualifikationsniveaus
bewältigbar.

Heute, Freitag, wurde die „Erklärung zur Zusammenarbeit der EU im
Bereich der beruflichen Bildung“ von den zuständigen EU-Ministerinnen
und -Ministern in Herning, Dänemark, unterzeichnet. Österreich hat
mit seinem differenzierten und lange bewährten Berufsbildungssystem
besonders viel beizutragen: „Allen voran die Lehrausbildung in der
Industrie und die höheren technischen Lehranstalten (HTL): Sie
stellen gerade in der aktuellen Situation, in der wir um die
Wettbewerbsfähigkeit Österreichs besonders zu kämpfen haben, einen
besonderen Standortvorteil dar“, so Feucht weiter.

Mit ihren 17 Maßnahmenvorschlägen auf nationaler und EU-Ebene
gibt die Erklärung eine gute Richtschnur für die gesamteuropäische
Weiterentwicklung der beruflichen Bildung ab – auch in Hinblick auf
die von der aktuellen EU-Kommission ausgerufenen „Union of Skills“.
Jedoch: „Österreich ist europäischer Frontrunner in der Berufsbildung
und hat damit gleichzeitig auch den Auftrag, sie möglichst sorgsam
und zukunftsweisend voranzubringen“, meint Feucht. Kluge Schritte mit
Bezug auf eine umfassende österreichische Fachkräftestrategie sind
vonnöten. Als Beispiele dafür nennt sie das aktive Erschließen neuer
Zielgruppen wie Frauen für technische Berufsfelder oder Migrantinnen
und Migranten für die Lehrausbildung; oder auch Erleichterungen für
quereinsteigende Lehrkräfte aus der beruflichen Praxis an
berufsbildenden Schulen – durchwegs Maßnahmen, die sich im
Maßnahmenkatalog der Herning Declaration einordnen lassen. „Dass wir
mit der Attraktivierung der Lehrausbildung für alle Zielgruppen und
mit dem Ausbau von MINT-Qualifikationen große bildungspolitische
Brocken vor uns haben, ist uns bewusst. Die Herning Declaration kann
für Österreich ein Aufruf sein, dies jetzt in aller Ernsthaftigkeit
und Tempo voranzutreiben“, so Feucht abschließend.