Wien (OTS) – Die aktuellen Arbeitsmarktdaten bestätigen die anhaltend
angespannte
Situation am österreichischen Arbeitsmarkt. Im Mai waren 378.278
Personen arbeitslos oder in Schulung, das sind rund 2.900 mehr als im
Vorjahr (+0,8 Prozent). Die Dynamik bleibt trotz leichter
Stabilisierung erhöht. Nach einer Phase nur minimalen Wachstums ist
die wirtschaftliche Erholung weiterhin fragil. EU-Prognosen gehen für
2026 lediglich von einem sehr moderaten Wachstum von rund 0,6 % für
Österreich aus, während das Wirtschaftswachstum in der EU bei 1,1%
und in vergleichbaren Ländern, wie Dänemark bei 1,9% oder den
Niederlanden bei 1% liegen soll, während gleichzeitig die
Arbeitslosigkeit in Österreich auf einem erhöhten Niveau verharrt.
„Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist ein deutliches Warnsignal: Die
schwache Industrieentwicklung, hohe Lohnnebenkosten- und
Bürokratiebelastungen und zunehmende geopolitische Unsicherheiten
bremsen Investitionen und Beschäftigungsaufbau gleichermaßen. Darüber
hinaus wurde der „Peak Labour“ – die maximale Bevölkerung im
erwerbsfähigen Alter (15-64) laut Prognose der Statistik Austria – im
Jahr 2024 erreicht. Wir haben somit als zusätzliche Herausforderung
mit weniger Arbeitskräften mehr Wertschöpfung zu erzielen. Dies wird
neben den Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit auch welche
zur Erhöhung des Arbeitsvolumens erfordern “, betont Christoph
Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung.
Weiteren Bürokratiedruck auf Betriebe verhindern –
Lohntransparenzrichtlinie muss überarbeitet werden
„ Die in den Budgetverhandlungen genannten Maßnahmen setzen teils
an wichtigen Schrauben, wie der Senkung der Arbeitgeberbeiträge zum
FLAF, an, jedoch muss der Gesamttenor weiters lauten:
Wettbewerbsfähigkeit durch Lohnnebenkostensenkungen, Bürokratieabbau
und Effizienzsteigerungen erhöhen. Mehr Abgaben und Bestrafungen von
Unternehmen, welche sich am Markt in den jetzt schon schwierigen
Rahmenbedingen behaupten, können nicht die Lösung sein. So ist etwa
die angekündigte spürbare Erhöhung der Lohnnebenkosten für ältere
Arbeitnehmer kontraproduktiv für Arbeitsmarkt und Beschäftigung.
Unternehmerische Freiheit und nachhaltiges Wirtschaftswachstum
bedingt weniger Staat, mehr privat “, so Neumayer abschließend.