Industrie zu Arbeitsmarkt: Neues Jahr, alte Probleme

Wien (OTS) – Auch das neue Jahr bringt weiter steigende
Arbeitslosenzahlen und
spiegelt die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, gerade
auch für die unter enormem Wettbewerbs- und Kostendruck stehende
exportorientierte Industrie, wider. Im Dezember waren 434.572
Personen arbeitslos gemeldet oder befanden sich in Schulung, was
einen Anstieg um 8.560 Personen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet (2
Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,4 Prozent.

„Die Bundesregierung ist im neuen Jahr gefordert, spürbare
Maßnahmen zur Entbürokratisierung gerade auch am Arbeitsmarkt auf den
Boden zu bringen. Immer weitere Bürokratie für die Betriebe, wie
jüngst durch neue Hitzeschutzpläne verordnet oder wie sie durch
aufwändige Entgeltberichte demnächst droht, ist kontraproduktiv. Es
braucht spürbare Entlastung am Arbeitsmarkt, nicht immer neue
Belastungen“, hält Christoph Neumayer, Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV), anlässlich der heute veröffentlichten
Arbeitsmarktzahlen fest.

Mit dem Abgabenkeil auf Arbeit von 47 Prozent liegt Österreich im
absoluten Spitzenfeld – davon sind der mit Abstand größte Anteil nach
wie vor die Lohnnebenkosten. Letztere wurden jüngst in Wien durch den
Wohnbauförderungsbeitrag noch weiter angehoben.

„Es braucht Strukturreformen, um die Potenziale am Arbeitsmarkt
zu heben. Dies betrifft gerade auch von der Bundesregierung
angekündigte Reformthemen wie etwa zur Sozialhilfe neu,
Rehabilitation vor Pension oder Neuregelungen bei der
Berufsunfähigkeits- und Invaliditätspension, wo es konkrete
Ergebnisse braucht. Wir dürfen vor dem strukturellen Reformbedarf im
österreichischen Pensionssystem nicht weiter die Augen verschließen,
es braucht eine Anpassung beim gesetzlichen Pensionsantrittsalter und
eine substanzielle Einschränkung der gesetzlichen
Frühpensionsmöglichkeiten“, so Neumayer.

„Ein positiver ‚Reformschock‘ ist dringend gefragt, um die
Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und die Zukunft des Arbeitsstandorts
langfristig zu sichern. Nur so kann die heimische Industrie gestärkt
aus der Krise hervorgehen und ihren Beitrag zur Stabilisierung des
Arbeitsmarkts leisten“, erklärt Neumayer abschließend.