Immobilienwirtschaft – WKNÖ-Wild und Weber: „Ministerratsbeschluss zu leistbarem Wohnen ein starkes Signal für mehr Rechtssicherheit“

3100 St. Pölten (OTS) – „Der konsequente Einsatz im Rahmen unserer
Interessensvertretung hat
sich endlich gelohnt“, betont Johannes Wild , Obmann der Fachgruppe
der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer
Niederösterreich (WKNÖ), zu den Beschlüssen im Ministerrat der
Bundesregierung rund um leistbares Wohnen.

Keine Mietpreisbremse, sondern Milderung der Inflation

Im Ministerrat der Bundesregierung wurde eine Abfederung der
Inflationsanpassung von Mieten bei einer Inflationsrate von mehr als
drei Prozent beschlossen. „Alles über drei Prozent an Inflation darf
nur mehr zur Hälfte aufgeschlagen werden“, erklärt Wild. „Das ist
genau genommen keine Mietendeckelung, sondern nur eine Abmilderung
der Inflation bei Wertanpassungen und politisch verständlich.
„Darüber hinaus soll es generell eine klare Lösung für die
umstrittene Wertsicherung ab 2026 geben“, so Wild. „Eine langjährige
Forderung von uns ist damit erfüllt. Wir wollten Rechtssicherheit und
Klarheit.“

Rechtssicherheit endlich in Reichweite

„Beschlossen und zugesichert wurde auch ein zukünftig vom
Justizministerium gemeinsam mit den Interessensvertretern
erarbeitetes, einheitliches Mietvertragsformular. Eine Forderung, die
wir seit Jahren predigen, ist damit endlich in Reichweite“, erklärt
Wild, der darin eine erhebliche Erleichterung für den
Immobiliensektor sieht.

Mindestbefristungsdauer wird für gewerbliche Anbieter erhöht

„Befristet werden können Mietverträge ab 2026 zukünftig nur mehr
auf fünf Jahre – vorausgesetzt, der Vermieter ist ein gewerblicher
Anbieter. Anlegerinnen und Vorsorgewohnungsbesitzer können aufatmen,
für sie bleibt es bei einer Mindestbefristung von nur drei Jahren“,
erklärt Christine Weber , stellvertretende Obfrau der Fachgruppe
Immobilien. „Damit können viele der Kundinnen und Kunden, die von
unseren Mitgliedsbetrieben betreut werden, rechtssicher und damit
beruhigt vermieten. Der Wohnungsmarkt wird nicht von
Riesenspekulanten bewerkstelligt, überwiegend ist nämlich das
Gegenteil der Fall.“

Rasche Umsetzung und fairer Interessensausgleich im Fokus

„Wesentliche Punkte aus dem Ministerrat hängen noch an
Kompromissen aus Verhandlungen. Etwa der von uns lang eingemahnte
Sanierungsturbo, der nun etwa in einem neuen Bonus-Malus-System bei
der Mietpreisbildung für nachhaltigen Wohnraum kommen soll. Auch die
Duldungspflichten auf Mieterseite bei Sanierungsmaßnahmen wurden
erneut im Beschluss angeführt“, sagt Wild. „Wir werden zum Beispiel
sehr genau darauf achten, dass die Honorare unserer Verwalterinnen
und Verwalter nicht parallel zur Inflationsabmilderung einfrieren.“

„Wir brauchen jedenfalls eine schnelle Umsetzung und damit noch
mehr Einsatz von uns als Interessenvertretung. Mangelnde Ausdauer
kann man uns jedenfalls nicht vorwerfen“, so Wild und Weber
abschließend.