Holz-Lieferkettengesetz erneut um ein Jahr verschoben

Wien (OTS) – „Dutzende Male haben wir in den vergangenen Monaten
unsere Einwände
und Befürchtungen über das in vorliegender Form nicht umsetzbare
Gesetz artikuliert. Den zu erwartenden Datentsunami und die völlig
unnötige Bürokratieflut kann man nur durch eine radikale
Vereinfachung der Verordnung in den Griff bekommen. Trotzdem hat die
EU-Kommission das erste Jahr der Verschiebung völlig ungenutzt
verstreichen lassen“, nennt Ök.-Rat Rudolf Rosenstatter, Obmann
Waldverband Österreich, den Grund für die neuerliche Verschiebung der
Umsetzung der EUDR.

Rosenstatter weiter: „Auch diesmal werden sich die Probleme nicht
durch bloßes Zuwarten lösen. Es darf daher solange zu keiner
Umsetzung kommen, bis grundlegende Vereinfachungen umgesetzt sind.
Das heißt konkret, dass in Ländern wie Österreich, wo die Waldfläche
seit Generationen zunimmt, es kein „sich vorab Freibeweisen“ braucht.
Denn in Österreich gibt es das Problem der Entwaldung nachweislich
nicht, im Gegenteil, mancherorts wachsen die Freiflächen sogar zu.“

Zwtl.: Drastische Vereinfachung unumgänglich

„Im Rahmen eines EU-Omnibus-Verfahrens bietet sich die
Gelegenheit, die EUDR praxistauglich zu machen, ohne an Substanz zu
verlieren. Dies ist erstens: Einführung einer vierten sogenannten
Null-Risiko-Kategorie, zweitens: Marktteilnehmer:innen in diesen Null
-Risiko-Ländern brauchen sich nicht vorab freibeweisen und drittens:
Eine landesweite Referenznummer für alle Marktteilnehmer:innen aus
Null-Risiko-Ländern. Drei einfache und für Null-Risiko-Länder
weltweit gültige Punkte, die die Datenflut massiv reduzieren würden“,
erklärt der Obmann die der Kommission bereits seit einem Jahr
bekannten praktischen Lösungsansätze. Rosenstatter weiter: „Dank gilt
Herrn Bundeskanzler Stocker, der sich heute im Europäischen Rat für
die Verschiebung und wesentliche Vereinfachungen einsetzt.“

Zwtl.: EU-Kommission agiert verantwortungslos

„Die EU-Kommission agiert gegenüber uns Waldbesitzerinnen und
Waldbesitzern, allen am Markt teilnehmenden Unternehmen und den
Konsumenten verantwortungslos. Denn die Unternehmen haben bereits
hohe Summen in die Umsetzung investiert. Das wird der Konsument zu
bezahlen haben. Die Preissteigerungen betreffen vom Brennholz bis zum
Klopapier, von Schokolade bis zum Kaffee, Rindfleisch- und
Sojaprodukte sogar bis hin zu Autoreifen, viele Alltagsprodukte. Das
wird die Teuerung weiter befeuern, daher ist die Politik gefordert,
die Entwaldungsverordnung rasch und radikal zu vereinfachen oder
besser noch, ganz aufzuheben“, fordert Rudolf Rosenstatter
abschließend die EU-Kommission auf, endlich im Sinne der europäischen
Bürger:innen zu Handeln.