Wien (OTS) – „Seit Jahren weisen Expert:innen auf die prekäre
Situation der
Gewässer in der Lobau hin. Dass es nun zu einem massiven Fischsterben
kommt, ist kein unvorhersehbares Naturereignis, sondern die Folge
politischer Versäumnisse“, so Tina Wirnsberger, Umweltsprecherin der
Grünen Wien, und weiter: „Eine intakte Fischfauna ist Kernbestandteil
eines gesunden Au-Systems. Wenn ganze Bestände verenden, ist das ein
massiver ökologischer Schaden und eine umweltpolitisches Versagen der
Stadtregierung.“
Wirnsberger verweist dabei insbesondere auf die klaren
ökologischen Vorgaben für das unter strengem Naturschutz stehende
Gebiet, die eine funktionierende Wasserführung und stabile
Lebensbedingungen für die Tierwelt sicherstellen sollen: „Die Stadt
hat die Verpflichtung, zum Schutz einer gesunden Fischpopulation
regelmäßige Erhebungen über deren Zustand durchzuführen. Dies wurde
jedoch in der Unteren Lobau in den letzten Jahren verabsäumt. Dieses
Wegschauen rächt sich jetzt auf dem Rücken eines einzigartigen
Ökosystems.“
Für die Donaustädter Gemeinderätin Heidi Sequenz steht fest, dass es
nun keine weiteren Verzögerungen geben darf: „Niedrigwasser
verschärft die Situation in der Unteren Lobau dramatisch. Wir
brauchen jetzt rasch eine nachhaltige, ökologische Wasserzufuhr, die
den Namen auch verdient, satt langwieriger Prüfungen ohne Ergebnis.“
Die Grünen fordern die Stadtregierung auf, endlich ihrer
Verantwortung gerecht zu werden, indem sie umgehend Schritte zur
dauerhaften Sicherung der Wasserzufuhr setzt und einen Managementplan
zur Stabilisierung der Fischbestände vorlegt. Die Grünen werden
außerdem eine Anfrage stellen, um aufzuklären, wie es zu dem
drastischen Fischsterben kommen konnte. „Die rot-pinke Stadtregierung
muss endlich ihre Verantwortung für dieses einzigartige
Naturschutzgebiet ernsthaft wahrnehmen. Natur- und Artenschutz dürfen
nicht länger nachrangig behandelt werden“, so Wirnsberger und Sequenz
abschließend.