Grüne Wien/Wirnsberger, Riepl: Dicke Luft in Wien – dringender Handlungsbedarf bei Luftqualität

Wien (OTS) – „Die Luft in Wien ist seit Wochen schlecht und in den
letzten Tagen
ist die Feinstaubbelastung sogar besonders hoch. Die Stadtregierung
darf sich nicht mehr darauf ausruhen, nur die veralteten gesetzlichen
Vorgaben des Immissionsschutzgesetzes zu erfüllen. Die zeitgemäßeren
WHO-Richtwerte wurden stattdessen allein in der letzten Woche maximal
ausgereizt“, so Tina Wirnsberger, Umweltsprecherin der Grünen. An
mehreren Messstellen in Wien wurde der Grenzwert für Feinstaub PM10
in den letzten Tagen mehrfach erreicht oder sogar mit Werten bis zu
60 µg/m³ deutlich überschritten. Der erlaubte Tagesmittelwert liegt
laut Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) bei 50 µg/m³ und darf an
maximal 25 Tagen im Jahr überschritten werden. Noch kritischer sind
diese Werte nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO
) zu beurteilen. Diese sind strenger (45 µg/m³ mit erlaubten
Überschreitungen an 3-4 Tagen im Jahr), da sie sich an neueren
medizinischen Erkenntnissen und somit an der Gesundheit der Menschen
orientieren. Die Belastung durch Feinstaub fördert erwiesenermaßen
Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.

Autoverkehr ist Feinstaub-Hauptursache

„Um die Wienerinnen und Wiener vor Gesundheitsschäden zu
schützen, muss die Stadtregierung die CO2-Emissionen aus dem
Autoverkehr als Hauptursache für Feinstaub reduzieren“, so
Wirnsberger. Auch an der Messstelle Lobau wurden die Werte bereits
mehrfach überschritten. „Mit ihren Plänen für die Lobau-Autobahn will
die SPÖ noch mehr Schwerverkehr und damit noch schlechtere
Luftqualität nach Wien holen, wo die Belastung bereits jetzt zu hoch
ist. Das ist fahrlässig“, hält Wirnsberger fest.

Intransparenter Umgang mit Messdaten

Die Grünen kritisieren zudem den intransparenten Umgang mit
Messdaten: Seit 23. Jänner finden sich die Werte für eine der stets
am höchsten belasteten Messstelle, jene am Neubaugürtel, nicht mehr
in den Aufzeichnungen. „Es kann nicht sein, dass gerade im hoch
belasteten Zeitraum einer der entscheidendsten Messwerte für die
Statistik fehlt“, kritisiert Wirnsberger. Die Grünen fordern daher
unverzüglich Ersatz sowie weitere zusätzliche Messstellen und ein
dichteres Netz, damit stark betroffene Orte schneller festgestellt
und besser beobachtet werden können.

Antrag für Messstelle im 4. Bezirk

Handlungsbedarf sieht man auch auf der Wieden, wo die
Bewohner:innen auf ihren alltäglichen Wegen unter den schlechten
Luftwerten leiden. „Um zum Joggen vom 4. Bezirk in den nächstgrößeren
Park zu kommen, müssen Sportler:innen zwangsläufig über den Gürtel
laufen. Bei Feinstaubwerten wie diesen ist Sport im Freien jedoch
nicht gesund, sondern schädlich für die Lunge“, so Pascal Riepl,
Grüner stellvertretender Bezirksvorsteher auf der Wieden. Die Grünen
werden in der nächsten Bezirksvertretungs-Sitzung einen Antrag für
eine Messstelle im 4. Bezirk einbringen. „Die mangelnde Luftqualität
betrifft uns alle in Wien. Die Stadtregierung muss dieses wichtige
Thema endlich auch mit der notwendigen Ernsthaftigkeit behandeln“, so
Wirnsberger und Riepl abschließend.