Wien (OTS) – Nach der zweiwöchigen Rekordhitze im Juni erfasst nun
die nächste
Hitzewelle Wien: Temperaturen bis 40 Grad werden die Stadt wieder zum
Backofen machen. „SPÖ und Neos haben nach ihrem Hitzeversagen Ende
Juni nichts dazugelernt – sie wiederholen ihre Fehler, obwohl die
letzte Hitzewelle schonungslos offengelegt hat, wo die rot-pinke
Stadtregierung auslässt: überhitzte Schulen und Pflegeeinrichtungen,
zu wenig Schatten im öffentlichen Raum, geschlossene bzw. nur
eingeschränkt geöffnete „Coolen Zonen“ und fehlende Sofortmaßnahmen
für gefährdete Menschen“, so Peter Kraus, Parteivorsitzender der
Grünen Wien.
Zwischen der Hitzewelle Ende Juni und der nun kurz bevorstehenden
sind mehrere Wochen vergangen – Zeit genug, um zumindest einfache,
kurzfristig umsetzbare Maßnahmen auf den Weg zu bringen – doch
passiert ist nichts.
Stadtregierung plan- und hilflos
„Die Hitzewelle ist keine Überraschung. Sie war absehbar. SPÖ und
Neos behandeln Hitze in Wien wie eine Ausnahme. Dabei sind diese
Folgen der Klimakrise längst Teil unserer Realität“, so Kraus. „Wien
braucht langfristig einen echten Hitzeschutzplan. Gerade in einer
akuten Hitzewelle muss die Stadt innerhalb weniger Tage handeln
können. Coole Zonen länger öffnen, mobile Beschattung aufstellen,
Ventilatoren bereitstellen, vulnerable Menschen unterstützen – dafür
braucht es keine jahrelangen Planungsverfahren. Es braucht
politischen Willen. Die Stadt könnte, aber Bürgermeister Ludwig will
nicht “, so Kraus weiter.
„Wir müssen die Klimakrise als Katastrophe verstehen, für die es
Maßnahmen braucht – nicht nur kurzfristig, sondern auch durch
Begrünung im öffentlichen Raum. Dass die Bezirksbudgets letztes Jahr
eingefroren und zahlreiche Förderungen für Klimawandelanpassungen
gestrichen wurden, zeigt deutlich, dass die Stadt Wien hier falsche
Prioritäten für die Zukunft setzt“, so der Margaretner
Bezirksvorsteher Michael Luxenberger.
Während andere Städte handeln, versagen Bürgermeister Ludwig und die
Stadtregierung beim Hitzeschutz. In Prag und Rom rückte kurzfristig
die Feuerwehr aus, um die Straßen zu kühlen. Florenz öffnet mehr als
50 zusätzliche Schutzräume und in Zagreb waren die städtischen
Freibäder gratis. Wien bleibt weiterhin nahezu untätig – bis auf ein
paar kosmetische Änderungen gibt es keine Anzeichen auf Besserung:
„Die Stadtregierung ist in die Sommerpause abgetaucht, der
Bürgermeister mit anderen Themen rund um die Wirtschaftskammer
beschäftigt, während die Wiener:innen unter der nächsten Hitzewelle
leiden. Es wirkt hochgradig zynisch, wenn Bürgermeister Ludwig den
Wiener:innen auf Plakaten ausrichtet, dass sie den Sommer in Wien
genießen sollen“, so Kraus.
Grüne Forderungen: Rasche Soforthilfe und langfristiger
Hitzeschutzplan
+ Hitze-Krisenstab : Es braucht eine übergreifende Stelle – effizient
aufgesetzt, über Ressortgrenzen hinweggedacht – mit einem
verbindlichen, übergreifenden Hitzeschutzplan mit klaren
Zuständigkeiten, Prioritäten, Zeitplänen und finanziellen Mitteln.
+ Coole Zonen: Auch bei der kommenden Hitzewelle bleiben die „Coolen
Zonen“, also stadteigene Räume zum Abkühlen, an vielen Tagen
geschlossen. Es braucht daher längere Öffnungszeiten inklusive
Abendstunden, Wochenendbetrieb, bessere Information und Shuttle-
Angebote für besonders gefährdete Menschen.
+ Schulen, Kindergärten: Die Debatte rund um die Vorverlegung der
Ferien ist ein reines Ablenkungsmanöver. Besonderes die städtischen
Kindergärten, die bis auf vereinzelte Wochen dauerhaft geöffnet sind,
brauchen ein wirksames Kühlungskonzept. In den Kindergärten und
Schulen braucht es zudem unbürokratische Möglichkeiten, um
Ventilatoren und mobile Kühlung beschaffen zu können,
+ Pflegeheime und Krankenhäuser: Pflegebedürftige und kranke Menschen
leiden unter teils sengender Hitze in schlecht sanierten
Einrichtungen. Wir fordern ausreichend gekühlte Aufenthalts-, Arbeits
– und Ruheräume, wirksame Beschattung und mehr Begrünung in den
Außenbereichen.
+ Öffentlicher Raum: Zu viel Beton, zu wenig Schatten und fehlende
Begrünung verschärfen die Hitze. Die Grünen fordern, dass besonders
heiße Orte prioritär behandelt werden, etwa durch die Ausstattung mit
Sonnensegeln, Schattenspendern, Sitzgelegenheiten und Trinkwasser.
Außerdem braucht es 100.000 neue Bäume im Straßenraum bis 2030.
+ Bäder und Öffis: Auch Bäder und öffentlicher Verkehr müssen Teil
des Hitzeschutzes sein: Gratis-Eintritt und längere Öffnungszeiten in
Wiener Bädern an Extremhitzetagen sowie zusätzliche Beschattung
besonders exponierter Haltestellen und einen transparenten Plan für
die vollständige Klimatisierung der Öffis.