Wien (OTS) – „Emmerling muss das Konzept, auf dem die sogenannten
‚Auszeit-WGs‘
basieren, sofort offenlegen. Auch zahlreiche Expert:innen haben bei
einer Einrichtung erhebliche Bedenken, die innerhalb von sechs Wochen
schnelle Veränderung bringen soll. Bei einem so gravierenden
Einschnitt in die Persönlichkeits- und Freiheitsrechte von Kindern
und Jugendlichen ist Transparenz das Mindeste und längst überfällig“,
so Ursula Berner, Familiensprecherin Grüne Wien, zur vagen
Ankündigung von Stadträtin Emmerling, das Konzept der „Auszeit-WGs“
zu veröffentlichen.
Von verschiedener Seite gibt es große Zweifel an der Einrichtung und
der rechtlichen Grundlage, so geht unter anderem der
Verfassungsjurist Heinz Mayer davon aus, dass die „Auszeit-WG“ keine
rechtliche Grundlage hat – und der renommierte Kinder- und
Jugendpsychiater Patrick Frottier sprach von gravierenden fachlichen
Mängeln.
Strukturelles Neos-Versagen bei MA11
„Die Auszeit-WG lässt sich gut als einfache Lösung verkaufen, in
Wahrheit ist sie aber nichts anderes als ein PR-Stunt“, kritisiert
Berner. „Es braucht endlich eine grundlegende strukturelle
Neuaufstellung der MA11. Es zeigt sich ein strukturelles Versagen
unter der Verantwortung der NEOS-Stadträt:innen Emmerling und zuvor
Wiederkehr. Die Belastung der Mitarbeiter:innen der MA 11 ist enorm
hoch. Es braucht endlich bessere Arbeitsbedingungen für
Sozialarbeiter:innen und Jugendpädagog:innen in den
Wohngemeinschaften der MA 11, so dass auch in der regulären Kinder-
und Jugendhilfe langfristige, vertrauensvolle Beziehungen aufgebaut
werden können – und nicht erst, wenn die Kinder extrem auffällig
geworden sind“, so Berner abschließend.