Grüne/Stögmüller: Wehrdienstreform darf kein Zahlenspiel auf dem Rücken junger Menschen werden

Wien (OTS) – Zur anhaltenden Debatte über die Wehrdienstreform sagt
der
Wehrsprecher der Grünen, David Stögmüller: „Seit Monaten diskutiert
die Bundesregierung fast ausschließlich über Monatszahlen und
Modelle. Dabei bleibt die entscheidende Frage unbeantwortet: Wie
schaffen wir einen Wehr- und Zivildienst, der jungen Menschen
tatsächlich etwas bringt? Eine Reform muss mehr sein als eine
Verlängerung von Verpflichtungen.“

Da die geplanten Änderungen bereits ab 2027 gelten sollen, müsse
die Bundesregierung rasch Klarheit schaffen. „Junge Menschen, die
2027 betroffen sein werden, haben ein Recht darauf, frühzeitig zu
wissen, welche Regeln gelten. Statt ständig neuer Spekulationen
braucht es endlich einen konkreten, nachvollziehbaren Reformvorschlag
und Gespräche mit den Oppositionsparteien“, sagt Stögmüller und
erinnert an die notwendige Verfassungsmehrheit beim Zivildienst.

Für die Grünen ist klar: „Eine gute Reform macht Wehr- und
Zivildienst attraktiver – nicht unattraktiver. Wer den
Grundwehrdienst stärken will, darf den Zivildienst nicht
verschlechtern, um Menschen in die Kasernen zu lenken. Beide Dienste
leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unser Land und beide
brauchen bessere Rahmenbedingungen“, so Stögmüller und weiter:

„Dazu gehört auch eine faire finanzielle Anerkennung. Wer einen
verpflichtenden Dienst für die Gesellschaft leistet, soll dafür auch
ordentlich entlohnt werden. Gleichzeitig braucht es moderne
Ausbildungsinhalte, zusätzliche Qualifikationen – etwa im
Katastrophenschutz, Rettungsdienst, in der Cybersicherheit oder in
technischen Bereichen – sowie eine bessere Anerkennung der erworbenen
Kompetenzen für Ausbildung und Beruf.“

„Für uns Grüne ist aber ebenso klar: Eine plumpe Verlängerung des
Zivildienstes auf insgesamt zwölf Monate kommt nicht infrage. Dafür
sind wir nicht zu haben. Wer den Grundwehrdienst attraktiver machen
will, darf den Zivildienst nicht künstlich unattraktiver machen. Das
wäre keine Reform, sondern bloß ein Verschieben von Problemen“, meint
Stögmüller und hält fest:

„Wenn wir von jungen Menschen erwarten, einen Teil ihres Lebens
in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, dann muss diese Zeit auch
einen echten Mehrwert bieten. Daran muss sich jede Wehr- und
Zivildienstreform messen lassen.“