Wien (OTS) – In Österreich wütet die Waldbrand-Krise immer heftiger.
Doch statt
ein umfassendes Wald- und Klimaschutz-Paket zu verabschieden,
verschiebt Minister Totschnig die Verantwortung auf die
österreichischen Bürgerinnen und Bürger. Zwar wird der Großteil der
Brände durch menschliche Unachtsamkeit ausgelöst. Doch das
gefährliche Zusammenspiel aus fehlendem Klimaschutz, Rekordhitze und
einer jahrzehntelangen Fehlbewirtschaftung der Wälde befeuert nun die
Gefahr von Waldbränden. Greenpeace fordert von
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig umgehende und umfassende
Maßnahmen gegen die zunehmende Austrocknung der Wälder und ein Ende
seines Boykott gegen die EU-Entwaldungsverordnung. Zudem muss er
endlich ein Klimagesetz verabschieden, das seinen Namen verdient.
Ursula Bittner, Sprecherin von Greenpeace Österreich:
„Bewusstseinsbildung ist wichtig, jedoch darf Minister Totschnig
nicht von seiner Verantwortung ablenken. Seit Jahren torpediert er
gemeinsam mit der ÖVP die EU-Entwaldungsverordnung, ein wichtiges
Schutzinstrument für die europäischen Wälder. Zudem fehlen noch immer
wichtige Klimaschutzmaßnahmen, wie ein effektives Klimagesetz. Diese
Blockade muss er dringend aufgeben. Gleichzeitig muss Minister
Totschnig die ökologische Forstwirtschaft fördern, Schutzwälder
massiv ausdehnen und Kahlschläge stoppen. Jeder Kahlschlag reißt das
schützende Kronendach auf, lässt extreme Hitze in den Wald und
trocknet den Boden unweigerlich aus. Je schneller systematische
Maßnahmen gesetzt werden, desto besser schützen wir Mensch und Natur
vor der eskalierenden Waldbrandgefahr.”
Zwar gibt es in Österreich den von Minister Totschnig geführten
Waldfonds, dieser ist jedoch völlig intransparent: Der Rechnungshof
kritisiert 2025 etwa das enorme Budgetvolumen ohne nachvollziehbare
Bedarfsanalyse. Zudem sei unklar, wer die Empfänger von den
Förderungen in Millionenhöhe sind.
Greenpeace-Forderungen an Minister Totschnig:
1. Abholzung & Monokulturen stoppen: Um die gefährliche Austrocknung
zu stoppen, braucht es eine massive Verschärfung der
Genehmigungspflichten für Kahlschläge – denn jede Kahlfläche lässt
zerstörerische Hitze in den Wald und erhöht das Brandrisiko massiv.
Ziel muss der rasche Umbau von instabilen Fichten-Monokulturen in
resistente Laubmischwälder sein, die Feuchtigkeit speichern und als
natürliche Brandbarriere fungieren.
2. Ausweitung der Schutzwälder: Minister Totschnig muss den
ökologischen Waldschutz zur obersten Priorität machen und den
rechtlichen Rahmen für unsere Wälder grundlegend reformieren. Das
bedeutet: Die Ausweitung des Schutzwald-Begriffs auch auf
„Klimaschutzwälder“, um Boden, Wasser und die Kühlleistung der
Landschaft flächendeckend zu sichern. Zudem braucht es ein striktes
Verbot, intakte Naturwälder weiter aufzureißen.
3. Klimagesetz: Ein zahnloses Klimagesetz ohne Klimaneutralität 2040
als Ziel und verbindliche Reduktionsziele ist kein politischer
Kompromiss, sondern ein Brandbeschleuniger für unsere Natur. Wir
brauchen kein bloßes Bekenntnis zum Wald, sondern ein Klimagesetz mit
Biss, das CO2-Emissionen drastisch senkt und damit auch die Land- und
Forstwirtschaft krisenfest macht.
4. Waldfonds: Öffentliche Gelder müssen gezielt und transparent in
den ökologischen Waldumbau fließen, anstatt wirkungslos zu
versickern.
5. Stopp des Boykotts zur EU-Entwaldungsverordnung: Ende der
Blockadehaltung gegenüber der EU-Entwaldungsverordnung. Diese
Verordnung ist das zentrale Instrument, um sowohl die globale
Entwaldung als auch die schleichende Walddegradierung in Europa zu
stoppen. Wer den Schutz unserer Waldökosysteme ernst meint, darf
dieses Vorhaben nicht länger unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus
torpedieren, da eine intakte Natur die Grundvoraussetzung für jede
wirtschaftliche Stabilität ist.
Bittner: “Seit Monaten verbringen Minister Totschnig und die ÖVP
ihre Zeit vor allem damit, geltende Schutzstandards abzubauen. Die
Folgen sehen wir nun schmerzlich: Ohne Umwelt- und
Klimaschutzmaßnahmen brennen unsere Wälder lichterloh. Es ist höchste
Zeit für eine radikale Kehrtwende!”