Gas und Atomkraft „nachhaltig“/ Czernohorszky: „EU schlägt einen gefährlichen Weg ein!“

Wien (OTS) – Dass Österreichs Klage gegen die Einstufung von
Atomenergie und Gas
als „nachhaltig“ nun vom EU-Gericht in Luxemburg abgewiesen wurde,
ist für Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky eine „vertane
Chance“ und er sieht darin einen „gefährlichen Weg, den die EU hier
einschlägt!“

„Durch Atomkraft können langfristige Schäden an unserer Umwelt
entstehen, die nicht mehr reparabel sind. Darüber hinaus ist
Atomkraft derzeit die teuerste Energieform. Jede Investition in
diesem Bereich bindet finanzielle Mittel, die wir im Kampf gegen den
Klimawandel dringend brauchen“, so Czernohorszky.

Erst kürzlich gelangt eine Studie der Wiener Umweltanwaltschaft (
„Nachhaltigkeitsnarrative im Nuklearbereich“) zu der Erkenntnis, dass
Atomkraft keiner gängigen Definition von Nachhaltigkeit entspricht.

„Atomkraft ist keine nachhaltige Energieform, weil die
Atomindustrie bewusst viele negative Umweltfolgen und Risiken einfach
in Kauf nimmt!“ betont Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

Ausgeblendet werden dabei unter anderem die ungelösten
Umweltfolgen des Uranabbaus, das Risiko schwerwiegender Auswirkungen
durch Unfälle und die ungelösten Fragen der Entsorgung von
radioaktiven Abfällen und Brennelementen. Auch müssen die hohen
Kosten für den Neubau von Atomkraftwerken und die Entsorgung von
Abfällen meist die Steuerzahler*innen tragen.

Wenn man die Risiken, Mängel und wirtschaftlichen Probleme der
Kernenergie gegen ihren Beitrag zum Klimaschutz und zu den
Nachhaltigkeitszielen abwägt, wird deutlich, dass die Nachteile
schwerer wiegen.

„Nachhaltigkeit bedeutet vor allem, dass keine negativen Effekte
auf die kommenden Generationen übertragen werden dürfen. Atomkraft
birgt das Risiko möglicher Unfälle und auch die Endlagerung kann
viele negative Effekte auf die Umwelt haben“, so Czernohorszky.
„Damit sind signifikante Voraussetzungen von Nachhaltigkeit nicht
gegeben!“

Norbert Hörmayer, Stellvertreter der Wiener Umweltanwältin,
ergänzt: „Zudem benötigen neue Atomkraftwerke extrem lange Bauzeiten
– oft mehr als 15 Jahre. Für den Klimaschutz ist das zu spät.
Erneuerbare Energieträger wie Wind- und Solarkraft können viel
schneller errichtet werden und bergen zudem keine Gefahr eines
schweren Unfalls.“

Die ganze Studie ist unter folgendem Link abrufbar: studie-
nachhaltigkeitsnarrative-nuklearbereich.pdf

Zwtl.: Wiener Nuklearsymposium am 19. September

Am 19. September 2025 veranstaltet die Stadt Wien gemeinsam mit
der Universität für Bodenkultur (BOKU) das 16. Wiener
Nuklearsymposium. Dabei werden führende Expert*innen über aktuelle
Entwicklungen im Bereich der nuklearen Sicherheit referieren.
Besonderer Fokus liegt auf der kritischen Analyse der Frage, welche
Auswirkungen der Atomsektor auf eine autarke Energieerzeugung und die
Bekämpfung des Klimawandels haben kann. Die Teilnahme ist kostenlos.

Alle Infos dazu unter: https://www.nuklearsymposium.at