Wien (OTS) – Die Vergabe von Gemeindewohnungen wurde in den letzten
Jahren
sukzessive flexibilisiert. Mit mehreren Sonderaktionen, etwa für
Menschen mit befristeten Mietverträgen oder Studierende und einem
leichteren Zugang für Haushalte, die besonders von Teuerung betroffen
sind, hat Wiener Wohnen ganz gezielt auf spezielle Wohnbedürfnisse
und Lebensrealitäten reagiert. Die Aktionen waren ein großer Erfolg,
sie stießen auf rege Nachfrage und haben tausenden Wiener*innen ein
sicheres und leistbares Zuhause ermöglicht.
“Gerade in Zeiten, in denen der private Wohnungsmarkt Menschen
durch hohe Mieten und Befristungen unter Druck setzt, ist der soziale
Wohnbau in Wien wichtiger denn je. Denn ein leistbares und sicheres
Zuhause ist die unverzichtbare Basis für ein gutes Leben. Die
Sonderaktionen von Wiener Wohnen bei der Vergabe von
Gemeindewohnungen sind ein wichtiger Schritt zu einer neuen flexiblen
Wohnungsvergabe – angepasst an die Wohnbedürfnisse und
Lebensrealitäten der Wienerinnen und Wiener“, betont
Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál.
1.054 Menschen vor drohender Wohnungslosigkeit bewahrt
Bereits im Juli 2024 hat die Stadt eine Sonderaktion für Menschen
mit auslaufenden Mietverträgen gestartet und damit den Gemeindebau
ganz gezielt für Mieter*innen geöffnet, die am privaten Wohnungsmarkt
von Wohnungslosigkeit bedroht waren. 774 Gemeindewohnungen wurden im
Rahmen dieser Aktion vergeben, insgesamt wurden damit 1.054 Personen
mit Wohnraum versorgt. 2025 waren es 296 Wohnungen, in die insgesamt
387 Personen gezogen sind.
Die Aktion lief bis Ende Februar 2025. Das Besondere: Auch
Personen, die normalerweise keinen Anspruch auf eine Gemeindewohnung
gehabt hätten, konnten an der Aktion teilnehmen, sofern sie einige
Kriterien analog zum Wiener Wohn-Ticket erfüllten. Hintergrund dieser
Initiative war die rasant steigende Zahl befristeter
Mietverhältnisse, die immer mehr Menschen herausfordert. Während vor
mehr als 20 Jahren abgeschlossene Verträge zu 93 Prozent unbefristet
waren, sind es bei neueren Verträgen nur noch 44 Prozent.
Gemeindewohnungen werden hingegen ausnahmslos unbefristet vergeben.
600 Studierende haben bereits ihre eigene Gemeindewohnung
bezogen, 600 weitere stehen knapp davor
Auch für Studierende hat die Stadt eine Sonderaktion ins Leben
gerufen. Zwischen 1. Mai und 30. September 2025 gab es ein
Sonderkontingent für Student*innen. Sie konnten sich auch ohne den
üblichen Nachweis eines besonderen Wohnbedarfs um eine günstige und
unbefristete Gemeindewohnung in der Größe zwischen 35 und 45 m2
bewerben. Rund 600 Wohnungen wurden bereits an Studierende vergeben,
weiteren 600 Studierenden wurde der Zugang ermöglicht, sie suchen
sich derzeit noch eine Wohnung aus und werden aller Voraussicht nach
bald ihren Mietvertrag unterzeichnen.
1.300 Wohnungen für Lehrlinge und Jungarbeitnehmer*innen
Eine weitere Aktion richtet sich an junge „Zuzügler“ aus den
Bundesländern: Lehrlinge und Jungarbeitnehmer*innen, die ihren
Hauptwohnsitz bislang in einem der acht anderen Bundesländer hatten,
können mit erleichterten Bedingungen eine günstige Gemeindewohnung
bekommen. 1.300 junge Berufseinsteiger*innen haben so in den
vergangenen Jahren bereits eine leistbare Wohnung in der
Bundeshauptstadt gefunden. Die Aktion ist weiterhin aufrecht.
Neuer Vergabegrund: Wohnkosten
Im vergangenen Jahr wurde außerdem eine gänzlich neue
Vergabekategorie für den Gemeindebau-Zugang eingeführt. Damit werden
zielgerichtet Wiener*innen entlastet, die – trotz Arbeit und
Einkommen – ihre Wohnkosten nicht mehr bewältigen können.
Grundvoraussetzung ist ein positiver Bescheid für den Erhalt der
Wohnbeihilfe beziehungsweise Mietbeihilfe. Über diesen Weg konnte
seit der Einführung im Mai 2025 in über 300 Fällen der Zugang zum
Gemeindebau ermöglicht werden.
Wohnungsvergabe NEU ab 2026
Im Jahr 2026 wird die Wohnungsvergabe insgesamt erneuert:
Anstelle des bisherigen fixen Kriterienkatalogs tritt ein flexibles
Vergabemodell, das auf spezifische Lebenslagen eingeht, um noch mehr
Wiener*innen die Chance auf eine Gemeindewohnung oder eine geförderte
Wohnung zu eröffnen.
Der nächste Schritt ist eine Testphase im ersten Halbjahr 2026.
Die gesammelten Erfahrungen fließen in die weitere Gestaltung und
Umsetzung ein. Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen werden bei
der Vergabe zusammengeführt, um den Zugang zu leistbarem Wohnraum
möglichst einfach, transparent und effizient zu gestalten. Für
Wohnungssuchende bedeutet das: Künftig gibt es nur noch ein zentrales
Wiener Wohn-Ticket, mit dem man sich für eine leistbare Wohnung
vormerken lassen kann – unabhängig davon, ob es sich um eine
Gemeindewohnung oder eine geförderte Wohnung handelt.
Statt fixer Wohnbedarfsgründe gibt es künftig Bonus-Punkte, die
individuelle Lebenssituationen besser abbilden. Diese Bonus-Punkte
werden zum Beispiel für Personen in Aus- oder Weiterbildung vergeben.
Auch bei geänderten Lebensumständen – etwa wenn die Familie wächst,
ein neuer Lebensabschnitt beginnt oder eine kleinere, leichter zu
bewirtschaftende Wohnung gesucht wird – gibt es künftig flexiblere
Möglichkeiten. Besonders gefördert wird außerdem das selbstständige,
barrierefreie Wohnen im Alter.
Ein zentraler Vorteil bleibt: Unbefristete Mietverträge bieten
Sicherheit, gerade in Zeiten zunehmender Befristungen im privaten
Wohnungsmarkt. Ebenso bleibt der bewährte Wien-Bonus erhalten – wer
bereits länger in Wien lebt, erhält weiterhin einen Vorteil bei der
Wohnungsvergabe.