Fünf Jahre „Transformationsfonds“ der RTR Medien: Studie belegt Erfolge und anhaltenden Förderbedarf im Medienmarkt

Wien (OTS) – Der beim Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom
Regulierungs-
GmbH ( RTR Medien ) gesetzlich eingerichtete „ Fonds zur Förderung
der digitalen Transformation “ (Transformationsfonds, FDT) ermöglicht
es österreichischen Medienhäusern, ihre digitalen
Transformationsvorhaben überhaupt, früher als geplant oder in
größerem Umfang umzusetzen. Der Fonds sichert redaktionelle und
technische Arbeitsplätze und trägt maßgeblich zu digitalen
Reichweiten- und Abo-Zuwächsen in einem strukturell unter Druck
stehenden Markt bei. Zu diesen Einschätzungen kommt eine Studie des
Berliner Beratungs- und Forschungsunternehmens ‚ Goldmedia ‘, die im
Auftrag der RTR Medien die Richtlinien zur Fördervergabe des
Transformationsfonds auf ihre Wirkung im Sinn der gesetzgeberischen
Ziele evaluiert .

Der Fonds ist seit 2022 ein zentrales Instrument, um private
Medienunternehmen in Österreich bei der Weiterentwicklung digitaler
Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle zu unterstützen. Wesentliche
Ziele sind dabei die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber
internationalen Online-Plattformen und so die Medienvielfalt in
Österreich zu sichern.

„Bei allem positiven Feedback zum Erreichten, weist der
Evaluierungsbericht aber auch darauf hin, dass die im Fokus der
Transformation stehenden digitalen Geschäftsmodelle noch nicht die
zentralen Ergebnisbeiträge liefern, die für eine langfristige
Absicherung des Mediensystems in Österreich erforderlich wären“,
zitierte RTR Medien-Geschäftsführer Mag. Wolfgang Struber die Studie
anlässlich der Präsentation am 26. Februar in Wien.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Transformationsfonds
einen wichtigen Innovations- und Investitionsimpuls in Österreichs
Medienhäusern ausgelöst hat, der laut Studie aufrechterhalten werden
sollte“, so Wolfgang Struber. „Denn, ob der österreichische
Medienmarkt angesichts begrenzter Ertragsmargen, abfließender
Werbegelder, schneller Innovationszyklen, besonders im Zusammenhang
mit KI, und unter strukturellem Wettbewerbsdruck die digitale
Transformation im notwendigen Ausmaß aus eigener Kraft bewältigen
kann, stellt auch die Studie in Frage.“

Der Transformationsfonds wurde nach beihilfenrechtlicher
Bewilligung der EU-Kommission mit insgesamt 134 Millionen Euro für
den Zeitraum 2022 bis 2027 dotiert und adressiert als Förderziele die
Digitale Transformation, den Digital-Journalismus sowie Jugendschutz
und Barrierefreiheit. Nach Erteilung der Förderzusagen für das Jahr
2026 sind diese Fördermittel praktisch ausgeschöpft.

„Im Moment ist noch offen, wie es mit dem Fonds weitergeht. Das
KommAustria-Gesetz, in dem der Fonds zur Förderung der digitalen
Transformation verankert ist, sieht kein Ablaufdatum für den Fonds
vor“, erläuterte Wolfgang Struber die aktuelle Situation. „Mit der EU
-Beihilfenregelung liegt eine Genehmigung zum Einsatz von 134
Millionen Euro für den Transformationsfonds bis 2027 vor, die nun
aber nahezu aufgebraucht sind. Aktuell steht zum Einreichtermin
dieses Jahres für das Förderjahr 2027 noch ein niedriger,
einstelliger Millionenbetrag zur Verfügung, was eine erhebliche
Änderung der Förderrichtlinien erforderlich machen würde“, so
Struber.

Seit 2022 bis einschließlich 2026 erhielten insgesamt 764
Projekte Förderzusagen. So wurden 456 Projekte zur „Digitalen
Transformation“ unterstützt, 100 Projekte entfallen auf den
Förderbereich „Digital-Journalismus“ und 28 Projekte behandelten die
Themen „Jugendschutz und Barrierefreiheit“. 180 Projekte erhielten
„Anreizförderungen“, die als Vorauszahlung für konkret dargelegte
Projekte gewährt werden. Im von der Goldmedia ausgewerteten Zeitraum
der Jahre 2022 bis 2025 realisierten 131 Förderwerbende 623
geförderte Projekte. Dafür erhielten sie insgesamt 110 Millionen Euro
an Fördermitteln und wendeten aus Eigenmitteln weitere 133 Millionen
Euro auf. In Summe investierten die Medienhäuser damit zwischen 2022
und 2025 rund 243 Millionen Euro in Projekte zur Digitalen
Transformation.

„Wir haben unter anderem eine Online-Befragung der
Fördernehmenden durchgeführt“, erklärte Prof. Dr. Klaus Goldhammer,
Geschäftsführer der Goldmedia . „Darin haben 91 % der Unternehmen
berichtet, dass sie einen Zusammenhang zwischen den geförderten
Projekten und steigenden Nutzungszahlen auf den eigenen digitalen
Angeboten sehen. Einen Zusammenhang mit dem Wachstum bei digitalen
Abonnements verorten 63 %. 70 % der Befragten gaben zudem an, dass
die Förderung hilft, redaktionelle und technische Arbeitsplätze zu
sichern oder neue Qualifikationen im Bereich des digitalen
Journalismus aufzubauen, was weiterhin von großer Bedeutung sein
wird“, so Prof. Goldhammer.

Der Evaluierungsbericht von Goldmedia, der auch Vorschläge für
bedarfsgerechte Weiterentwicklungen der gesetzlichen Grundlagen und
der Förderrichtlinien des Fonds zur Förderung der digitalen
Transformation enthält, kann auf der Website der RTR unter
https://www.rtr.at/FDTEvaluierung2026 abgerufen werden.

Über die RTR Medien

Der Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH
(RTR Medien) ist Österreichs größte Förderstelle für
Medienunternehmen (Radio, Fernsehen, Print, Audio-Podcast) und
unterstützt mit dem Fernsehfonds Austria Fernsehfilm-Produktionen und
damit internationale Investitionen in den heimischen Filmstandort.
Als Kompetenzzentrum dieser Märkte, teilt die RTR Medien ihr Wissen
in Studien, Berichten oder Veranstaltungen. Die RTR mit ihren
Fachbereichen Medien sowie Telekommunikation und Post ist
Geschäftsstelle der Kommunikationsbehörde Austria ( KommAustria ),
der Telekom Control Kommission ( TKK ) und der Post Control
Kommission ( PCK ). Geschäftsführer der RTR Medien ist Mag. Wolfgang
Struber, Geschäftsführer der RTR.Telekom.Post ist Dr. Klaus M.
Steinmaurer. rtr.at .