Festakt anlässlich 25 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe Wachau

St. Pölten (OTS) – Zwölf Welterbestätten zählt Österreich, fünf davon
liegen in
Niederösterreich, eine davon ist die Wachau, die vor 25 Jahren zum
UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurde. Das feierten zahlreiche Fest-
und Ehrengäste aus Kirche, Kunst, Kultur, Wirtschaft, Verwaltung und
Politik – allen voran Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner – am
gestrigen Dienstagabend im Kolomanisaal des Stifts Melk.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bezeichnete die Wachau als
„Perle Niederösterreichs“. Die Region sei einer der schönsten
Landstriche Europas, „wenn ich an die Weinberge und Weinterrassen,
die Marillenbäume, die Stifte und Burgen oder die vielen kleinen,
malerischen Orte denke“, sagte sie und unterstrich: „In der Wachau
greifen Geschichte, Kultur, Tradition und Genuss ineinander.“

Vor 25 Jahren habe man die Wachau mit dem Titel UNESCO
Weltkulturerbe geadelt, so die Landeshauptfrau, „aber wir wollen aus
der Wachau kein Freilichtmuseum machen oder eine Glaskuppel über sie
legen, sondern wir haben den Weltkulturerbe-Titel als Auftrag
verstanden, Natur und Kultur zu bewahren und gleichzeitig innovative
und nachhaltige Ideen umzusetzen.“ Man habe in den letzten 25 Jahren
Erfolgsgeschichte geschrieben, sagte sie: „Die Wachau ist eine starke
Wirtschaftsregion, eine nachhaltige Tourismusregion, eine wunderbare
Forschungs-, Wissenschafts- und Kulturregion, vor allem aber eine
Region, in der man gerne zu Hause ist.“

Für die kommenden 25 Jahre wünsche sich die Landeshauptfrau, dass
sich die Wachau zu „dem“ Leuchtturmprojekt im nachhaltigen Tourismus
weiterentwickle. „Ich wünsche mir, dass die Wachau ein Ort mit vielen
Chancen und Perspektiven für unsere Kinder und Jugendlichen ist, und
ein Ort, wo Tradition gelebt wird.“ Sie betonte: „Tradition ist Teil
unserer Identität, sie gibt uns Orientierung und Halt – das braucht
es heute genauso wie in Zukunft.“ Ihr Dank galt an dieser Stelle „den
Wachauer Goldhauben, den Volkstänzern, den Kulturvermittlerinnen,
denn sie alle leisten Vermittlungsarbeit auf der Höhe der Zeit“, so
Mikl-Leitner

Die Laudatio hielt am gestrigen Abend Sabine Haag, Präsidentin
der österreichischen UNESCO-Kommission. Sie sprach über Bedeutung und
Herausforderung von Weltkulturerbe und hob u.a. die Bedeutung der
Weltkulturerbe-Konvention hervor. „Sie trägt maßgeblich dazu bei,
unsere Lebensräume lebenswert zu halten, Einzigartigkeit und
Individualität nicht durch Austauschbarkeit und Uniformität zu
ersetzen und letztlich jene Aspekte zu bewahren, die eine
Welterbestätte wie die Wachau für ihre Bewohnerinnen und Bewohner
ebenso wie für Gäste aus aller Welt attraktiv macht.

Der Obmann der Welterbegemeinden und Bürgermeister von Spitz,
Andreas Nunzer, blickte in seinem Statement auf den Beginn zurück,
sprach aber auch über Gegenwart und Zukunft der Welterberegion
Wachau. „Vorrangige Themen werden die Weiterentwicklung und
Konkurrenzfähigkeit des Tourismus sein, genauso wie Möglichkeiten zu
finden, junge Menschen aber auch Betriebe in der Wachau zu halten“,
so Nunzer.

Die Feier zu 25 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe Wachau bezeichnete
Jakob Deibl, Prior des Stifts Melk, als Ausdruck der Hoffnung: „Wir
sehen, dass Menschen bereit sind, entgegen allen Widrigkeiten ein
Erbe zu bewahren. Das ist ein Zeichen, dass Zukunft sein soll“, sagte
er.

In einer Interviewrunde sprachen Ruth Pröckl, Leiterin des
Referats für UNESCO-Welterbe im Ministerium für Wohnen, Kunst,
Kultur, Medien und Sport, die Geschäftsführerin des Vereins
Welterbegemeinden Wachau, Ingeborg Hödl, sowie Martin Grüneis,
Abteilungsleiter-Stellvertreter Kunst und Kultur im Amt der NÖ
Landesregierung, zum Thema „Welterbe: Alltag & Vision“.

In einer weiteren Interviewrunde unter dem Motto „Welterbe:
Vermittlung & Erhalt“ kamen Rainer Vogler, Gründer der
Trockensteinmauer-Schule Österreich, Christine Emberger von Emberger
Tours sowie Doris Sommer, UNESCO-Schulreferentin des Stiftsgymnasiums
Melk, zu Wort.

Der gestrige Festakt wurde musikalisch vom „Arnsdorfer Dorfblech“
gestaltet und die Kinder der Volkstanzgruppe Melk unterhielten mit
einer traditionellen Tanzdarbietung.