Evaluierung des Pilotprojekts „Acute Community Nurse“ (ACN)

St. Pölten (OTS) – Die externe Evaluierung der „Acute Community
Nurse“ (ACN) durch
PROSPECT bestätigt eindrucksvoll – das Modell wirkt: Es verhindert
Spitalsaufenthalte und entlastet das Gesundheitssystem spürbar. Im
Rahmen einer Pressekonferenz am heutigen Montag im Wirtschaftszentrum
Niederösterreich informierten Landesrat und NÖGUS-Vorsitzender Martin
Antauer, Senior Researcher PROSPECT Assma Hajji und die beiden Notruf
Niederösterreich-Geschäftsführer Josef Schmoll und Christian
Fohringer zu den Ergebnissen der Evaluierung.

Landesrat und NÖGUS-Vorsitzender Martin Antauer sagte eingangs,
dass die Ergebnisse ganz deutlich zeigten: „ACN ist ein ganz
wichtiger Bestandteil in einer modernen und zukunftsorientierten
Gesundheitsversorgung in Niederösterreich.“ Als große
Herausforderungen, vor denen unser Gesundheitssystem stehe, nannte
der Landesrat die kontinuierliche Steigerung der Einsätze,
gleichzeitig die massive Zunahme von chronischen Erkrankungen und den
starken Anstieg von älteren Patienten. „Dadurch geraten
Rettungsdienste, Ambulanzen und auch Krankenhäuser zunehmend unter
Druck. Genau an dieser Stelle setzt die ACN an: Sie bietet eine neue,
innovative Form der Versorgung in Niederösterreich“, so Antauer.

Das Modell funktioniere gut, führte der Landesrat aus, dass jeder
zweite Einsatz ohne Hospitalisierung ende. „ACN vermeidet nicht nur
Transporte, sondern ermöglicht auch eine Versorgung direkt zu Hause“,
betonte Antauer, dass fast zwei Drittel der versorgten Personen älter
als 70 Jahre alt seien und damit genau diese Zielgruppe davon
profitiere, nicht unnötig in Krankenhäuser transportiert werden zu
müssen. „Die ACN sorgt dafür, dass alle Niederösterreicher und
Niederösterreicherinnen die richtige Versorgung zur richtigen Zeit am
richtigen Ort bekommen“, betonte der Landesrat, dass gleichzeitig
Rettungsmittel und Ambulanzen spürbar entlastet werden und weiter:
„Dadurch bleiben Ressourcen für echte Notfälle auch wirklich
verfügbar.“ Das sei ein „wesentlicher Faktor für die Stabilität
unseres Gesundheitssystems in Niederösterreich“.

Der Landesrat sprach auch den klaren wirtschaftlichen Nutzen an,
denn jede vermiedene Aufnahme in ein Krankenhaus bedeute nicht nur
einen Vorteil für die Patienten, sondern auch „eine spürbare
Entlastung für das gesamte Gesundheitssystem und einen effizienteren
Einsatz von vorhandenen Ressourcen“. Für den NÖGUS sei entscheidend,
„dass die Evaluierung nicht nur die hohe Akzeptanz bestätigt, sondern
auch einen gesundheitspolitischen Nutzen für unser Land zeigt.“ Daher
sehe man die ACN nicht mehr ausschließlich als Pilotprojekt, sondern
als „einen ganz wichtigen Baustein und Bestandteil der zukünftigen
Gesundheitsversorgung in Niederösterreich. Antauer bedankte sich beim
Notruf Niederösterreich „für diese professionelle Umsetzung“, die in
den letzten Jahren zu diesem Erfolg geführt hätten. Ziel sei es, die
ACN ab 2028 in den Regelbetrieb zu überführen und das Angebot in den
kommenden Jahren auf bis zu zehn Standorte auszubauen – das sei auch
im Gesundheitsplan 2040+ so vorgesehen. „Damit schaffen wir eine
moderne, patientenorientierte und gleichzeitig ressourcenschonende
Versorgung in Niederösterreicher“, so Antauer.

Senior Researcher PROSPECT Assma Hajji, betonte, dass gerade für
die älteren Personen eine Versorgung ganz besonders relevant sein
könne. Zusammenfassend sagte sie: „Die externe Evaluation zeigt, die
ACN kann dazu beitragen Patientinnen und Patienten im häuslichen
Umfeld zu versorgen, sie kann damit Krankenhausaufenthalte und –
transporte vermeiden und sie wird an den Wochenenden, an Feiertagen
und in den Ferienzeiten besonders stark nachgefragt.“ Man sehe also
auch eine gewisse lückenschließende Funktion in diesen Zeiten. „Sie
übernimmt auch ganz wichtige Aufgaben an Schnittstellen im
Gesundheitssystem und kann helfen Patientinnen und Patienten zum
nächsten Point of Care weiterzuleiten.“

Josef Schmoll, Geschäftsführer Notruf Niederösterreich, betonte,
dass die Entwicklung der ACN seit dem Jahr 2020 eindrucksvoll zeige,
wie rasch sich dieses Angebot „zu einem wichtigen Bestandteil der
Gesundheitsversorgung“ entwickelt habe: „Was ursprünglich als
innovatives Pilotprojekt begonnen hat, ist heute ein etabliertes und
stark nachgefragtes Versorgungsmodell geworden.“ Die
Interventionszahlen seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen,
sprach Schmoll von 40.000 Interventionen im Zeitraum 2020 bis 2025.
„Allein heuer wurden die ACN von den aktuell sechs Standorten in
sieben Einheiten schon zu mehr als 4.500 Patienten entsandt.“ Schmoll
betonte die ACN als „wichtiges Instrument moderner
Patientensteuerung“ und sagte abschließend: „Unser Ziel ist es, den
Menschen genau jene Hilfe zukommen zu lassen, die sie tatsächlich
benötigen.“

Christian Fohringer, Geschäftsführer Notruf Niederösterreich,
sagte aus medizinischer Sicht, dass lange Zeit der Rettungsdienst die
einzige 24 Stunden am Tag verfügbare aufsuchende Ressource gewesen
sei. Wenn man das richtige, kompetent ausgebildete Personal habe,
könne man auch vor Ort versorgen, führte Fohringer aus, dass die ACN
dort zum Einsatz kämen, wo Personen rasch Hilfe bräuchten, aber nicht
in einer lebensbedrohlichen Situation seien, nannte er etwa Stürze
bei der älteren Bevölkerung, Verletzungen mit Kreislaufproblemen,
leichte Atembeschwerden und allgemeine Schmerzen als Beispiele. Nach
einer strukturierten Untersuchung und Ersteinschätzung könne vor Ort
entschieden werde, was die beste Maßnahme für den Patienten sei. „Die
Stärke der ACN ist die Kombination aus der medizinischen Kompetenz,
pflegerischem Fachwissen und der rettungsdienstlichen Erfahrung“,
sagte Fohringer, dass genau dadurch eine Versorgungsform entstehe,
„die viel breiter aufgestellt ist als der klassische Rettungsdienst.“

Nähere Informationen: Büro LR Martin Antauer, Robert Lugar,
Telefon 0676/3517734, E-Mail [email protected] , Notruf
Niederösterreich, Stefan Spielbichler, Telefon 02742/24700-20055, E-
Mail [email protected] , www.notrufnoe.at