Wien (OTS) – Heute soll im Ministerrat ein Gesetz beschlossen werden,
das die
verpflichtende Kennzeichnung für Shrinkflation – also versteckte
Preiserhöhungen durch geringere Füllmengen – einführt. Für foodwatch
Österreich ist dieser Schritt ein bedeutender Erfolg: Seit mehreren
Jahren fordert die Konsument:innenschutzorganisation klare Regeln
gegen diese Täuschungspraxis. Nun zeigt sich: Hartnäckiger Druck
wirkt.
„Das ist ein wichtiger Durchbruch für die Rechte der
Konsument:innen. Shrinkflation ist einer der unfairsten Tricks der
Lebensmittelindustrie und verschärft die ohnehin aktuell schwierige
Lage aufgrund der hohen Lebensmittelpreise. Endlich wird dem ein
Riegel vorgeschoben“, sagt Indra Kley-Schöneich, Leiterin von
foodwatch Österreich. „Dass Hersteller künftig offenlegen müssen,
wenn sie weniger in die Packung geben, ist ein Erfolg unserer
jahrelangen Arbeit und des Drucks vieler engagierter Bürger:innen.“
Die Petition von foodwatch für ein Anti-Shrinkflation-Gesetz war von
rund 6.000 Menschen unterzeichnet worden.
Verhandlungskreisen zufolge sollen Supermärkte künftig 60 Tage
lang klar darauf hinweisen, wenn Produkte geschrumpft wurden. „Damit
wird eine zentrale Forderung von foodwatch umgesetzt: eine
Kennzeichnung von Füllmengenreduktionen gut sicht- und
nachvollziehbar direkt beim Produkt und einheitlich für alle
Handelsketten“, so Kley-Schöneich weiter.
Bereits 2022 hatte foodwatch aufgedeckt, dass Produkte wie
Ovomaltine, Mondseer-Käse oder Doritos still und heimlich bis zu 12
Prozent weniger Inhalt enthielten – bei gleichzeitig kräftigen
Preissteigerungen. Konsument:innen wurden damals schon „gleich
doppelt zur Kasse gebeten“.
Zuletzt hatte eine gemeinsame Analyse von foodwatch und der
Preisvergleichs-Plattform preisrunter.at im September dieses Jahres
gezeigt, dass mittlerweile fast alle Produktkategorien von
Lebensmitteln betroffen sind – von Knabbergebäck über Gemüsekonserven
bis hin zu Eiscreme.
„So wichtig dieser erste Schritt auch ist, muss jetzt
sichergestellt werden, dass die Kennzeichnungspflicht auch
tatsächlich umfassend umgesetzt wird. Der Shrinkflation-Hinweis muss
gut sichtbar sein und die Hersteller dürfen keine Schlupflöcher, etwa
durch eine geringfügige Änderung der Rezeptur, nutzen“, gibt Kley-
Schöneich zu bedenken.
„Wir werden uns den Gesetzesentwurf genau anschauen und prüfen,
ob die neuen Regeln beim täglichen Einkauf halten, was sie
versprechen. Transparenz ist kein Gefallen der Industrie, sondern ein
Grundrecht der Konsument:innen“ , betont Kley-Schöneich.
Weiterführende Informationen:
Über foodwatch Österreich:
foodwatch Österreich setzt sich mit kraftvollen Kampagnen für die
Rechte der Konsument:innen im Lebensmittelbereich ein. Wir kämpfen
für transparente Informationen, den umfassenden Schutz der
Konsument:innen vor den Interessen der Lebensmittelindustrie sowie
sichere und gesunde Nahrungsmittel für alle. Unabhängig von Staat und
Wirtschaft finanziert sich foodwatch ausschließlich durch Spenden und
verzichtet auf Kooperationen mit Unternehmen oder politischen
Institutionen. So bleibt die Organisation frei und glaubwürdig in
ihrer Arbeit. foodwatch engagiert sich auf nationaler und EU-Ebene
für nachhaltige Veränderungen und ist derzeit in Deutschland,
Frankreich, den Niederlanden und Österreich aktiv.