Empfehlung des ORF-Publikumsrats

Wien (OTS) – Der ORF-Publikumsrat hat in seiner Plenarsitzung am
Mittwoch, dem 3.
Juni 2026, unter dem Vorsitz von Mag.a Gabriele Zgubic-Engleder
folgende Empfehlung beschlossen:

Empfehlung des ORF-Publikumsrats zum Thema Gleichberechtigung

Die Berücksichtigung der Gleichberechtigung von Frauen und
Männern ist aus Sicht des Publikums ein wichtiger Programmauftrag des
ORF (MW 2,1). Die Publikumsratsstudie 2025 zeigt: 77 % der
Bevölkerung halten Gleichberechtigung von Frauen und Männern generell
für sehr/ziemlich wichtig. 71 % halten es für wichtig, dass der ORF
Gleichberechtigung in seinen Angeboten berücksichtigt. Beide Aspekte
werden von Frauen signifikant häufiger als wichtig erachtet. Die
Erfüllung dieses Anspruchs sieht das ORF-Publikum insbesondere im
Bereich der Moderation (32 % sehr, 45 % ziemlich) und der
aufgegriffenen Themen (25 % sehr, 47 % ziemlich) berücksichtigt,
gefolgt von Studio- und Talkgästen (25 % sehr, 44 % ziemlich) sowie
Expertinnen und Experten (27 % sehr, 42 % ziemlich). Der Aussage,
dass in den ORF-Angeboten Frauen und Männer gleichberechtigt in
unterschiedlichen Rollen vorkommen, stimmen 25 % sehr und 46 %
ziemlich zu.

Im Rahmen des Themenschwerpunkts des Publikumsrats zur
Berücksichtigung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern am 5.
März 2026 wurden darüber hinaus folgende Anliegen und Forderungen
geäußert:

– Bei Studiogästen und Fachleuten in den ORF-Programmen sollen Frauen
stärker vertreten sein. Es sollen zudem unterschiedliche Expertinnen
zu Wort kommen.

– In Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Expertinnen-Datenbank
des ORF sollen auch die generellen Kriterien für den Status als
Expertin oder Experte im ORF evaluiert und transparent gemacht
werden. Es soll verstärkt Expertise aus Universitäten und
Forschungseinrichtungen genutzt werden. Expertise soll zudem für das
Publikum verständlich vermittelt werden.

– Während sich der ORF bemüht, bei Eigenproduktionen auf das Thema
Gleichberechtigung zu achten, soll bei zugekauften Produktionen
verstärkt darauf geachtet werden, ob diese Geschlechterstereotype
reproduzieren.