Wien (OTS) – Der Konsument:innenschutzbericht 2025 der E-Control, der
jetzt
aktuell vorliegt, bietet nicht nur Informationen zu den Erfahrungen
der Konsument:innen mit den Strom- und Gasmärkten, sondern auch mit
den verschiedenen Dienstleistungen der Energieunternehmen im Jahr
2024 sowie dem ersten Halbjahr 2025. „Und hier sehen wir deutlich:
Der Bedarf an kompetentem, lösungsorientiertem Kundensupport ist
ungebrochen groß. Die Energiewelt ist im Wandel, und damit
einhergehend stehen Konsument:innen vor bereits bekannten aber auch
neuen Herausforderungen. Die Anfragen, Beschwerden und
Schlichtungsverfahren bei der E-Control sind im Jahr 2024 zwar klar
zurückgegangen, trotzdem liegen diese noch deutlich über dem Niveau
vor den Krisen ab 2020. Hier sind vor allem die Energieunternehmen
weiterhin gefordert, noch einfacher und klarer mit ihren Kund:innen
zu kommunizieren, um diesen Orientierung zu bieten.“, ist der
Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch, überzeugt. 2024
wurden von der Beratungsstelle der E-Control knapp 21.000
telefonische und schriftliche Anfragen und Beschwerden beantwortet,
in der ersten Jahreshälfte 2025 wurden knapp 7.500 Anfragen
registriert.
Zwtl.: Servicequalität der Lieferanten und Netzbetreiber im Fokus
Eine gute Versorgungsqualität für Konsument:innen bleibt immer
ein zentrales Anliegen. Daher behandelt der Konsument:innenbericht
auch Aspekte der Servicequalität und der kommerziellen Qualität von
Netzbetreibern. Im Jahr 2022 hat die E-Control zehn Forderungen an
die Energiewirtschaft veröffentlicht, und seither regelmäßig erhoben,
wie die Unternehmen mit diesen Forderungen umgehen. „2024 und 2025
haben wir hier weitere, verschiedene Schwerpunkte gesetzt und uns vor
allem angeschaut, wie die Verbrauchsermittlung im Gasbereich abläuft
und von den Netzbetreibern umgesetzt wird. In diesem Bereich sehen
wir beispielsweise nach wie vor Verbesserungsbedarf.“, so
Urbantschitsch und dazu weiter: „Es hat sich gezeigt, dass sich die
Gas-Netzbetreiber sehr unterschiedlich stark darum bemühen, an
tatsächlich gemessene oder selbst abgelesene Daten zu kommen. Das ist
aber vor allem bei einem Lieferantenwechsel, wenn es um eine
Endabrechnung geht, für Kund:innen enorm wichtig. Umso mehr hat uns
gefreut, dass es einen großen Netzbetreiber im Osten gibt, der sogar
ein eigenes Maßnahmenkonzept entwickelt hat, um die Anzahl der
gemessenen Daten durch Selbstablesung zu steigern. Die generelle
Servicequalität der Netzbetreiber und Lieferanten hat sich in den
vergangenen Jahren aber durchaus verbessert.“
Zwtl.: Bestehende Schutzmaßnahmen zeigen Wirkung
Mit dem Auslaufen der „Stromkostenbremse“ und anderer
finanzieller Unterstützungsleistungen sowie höheren Netzentgelten zu
Beginn des Jahres 2025 stiegen nicht nur die Stromkosten allgemein,
sondern auch das Risiko, in Zahlungsschwierigkeiten für dieselben zu
gelangen, gerade bei niedrigerem Haushaltseinkommen. Dazu zeigt der
aktuelle Konsument:innenschutzbericht eine anhaltende Nachfrage nach
der Möglichkeit, hohe Nachforderungen aus Jahresrechnungen mittels
Ratenzahlungsvereinbarungen begleichen zu können. Der Vorstand der E-
Control, Alfons Haber, weist einmal mehr auf die große Notwendigkeit
starker Regelungen zum Schutz der Konsument:innen hin: „Während die
Anzahl der Kund:innen in der Grundversorgung langsam aber stetig
abnimmt, deuten die Zahlen zu Abschaltungen wegen Verletzung
vertraglicher Pflichten, also insbesondere der Nichtzahlung von Strom
– oder Gasrechnungen, darauf hin, dass deutlich mehr Haushalte mit
hohen Energierechnungen zu kämpfen haben als vor fünf Jahren.
Freiwillige Abschaltverzichte einiger Energielieferanten im Winter
sind zwar sehr zu begrüßen, die Zahlen zeigen aber leider auch, dass
dadurch die Ursachen für Nichtzahlungen nicht behoben werden, sondern
Abschaltungen tendenziell nur in das Frühjahr bzw. den Sommer
verschoben werden.“
Zwtl.: Herausforderungen für Konsument:innen
Konsument:innen haben heute deutlich mehr Möglichkeiten, aktiv am
Strommarkt teilzuhaben, als dies in der Vergangenheit der Fall war.
„Das ist aber nicht immer ganz einfach.“, weiß Alfons Haber.
Dynamische Preismodelle ermöglichen zum Beispiel, den Stromverbrauch
an den Marktpreis anzupassen und die eigenen Verbrauchsentscheidungen
entsprechend darauf abzustimmen. „Hier ist Kommunikation und
Transparenz besonders wichtig, um rasch reagieren zu können, sollte
es zu unerwarteten Preisspitzen kommen. Zudem besitzen viele
Haushalte mittlerweile große Stromverbraucher wie Wärmepumpen oder
Klimaanlagen, sind sich aber gleichzeitig nicht bewusst, wie sie
diese optimal in Zeiten günstiger Preise oder mit hoher erneuerbarer
Erzeugung verlagern könnten, um noch mehr zu profitieren. Informierte
Konsument:innen sind hier klar im Vorteil. Hier beratend zur Seite zu
stehen, sehen wir nicht nur als Aufgabe der E-Control an, sondern vor
allem auch als Aufgabe der Stromunternehmen.“, so Alfons Haber.
Und er betont abschließend. „Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen,
um die Konsument:innen künftig weiter zu stärken und die Energiewende
nachhaltig zu unterstützen.“
Der aktuelle Konsument:innenbericht ist auf der Homepage der E-
Control unter folgendem link abrufbar. https://www.e-
control.at/publikationen/fachpublikationen-endkunden/berichte