Wien (OTS) – Europa will klimaneutral werden – mit Elektroautos,
Windkraft und
Solarenergie. Mit dem sogenannten „Green Deal“ verspricht die EU
Fortschritt ohne Verzicht. Doch der Wandel braucht viele Rohstoffe,
vor allem Seltene Erden, die für die Wirtschaft unabdingbar geworden
sind. So sollen in Europa neue Minen entstehen, die verheerende
Folgen für Mensch und Natur nach sich ziehen. Was vordergründig als
Fortschritt gilt, bedroht die Lebensweise Vieler. Der „dokFilm“ am
Sonntag, dem 23. November 2025, um 23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON
beleuchtet „Das Rohstoff-Dilemma“ und damit die Kehrseite der
Energiewende. Die Dokumentation von Monika Grassl und Linda Osusky
begleitet Betroffene sowie Aktivisten und wirft unbequeme Fragen zur
Zukunft unserer Wirtschaft auf: Ist nachhaltiger Bergbau tatsächlich
möglich? Kann Wachstum klimafreundlich sein, oder braucht es mehr
Verzicht? Ein eindrücklicher Film über Widerstand, Verantwortung und
echten Wandel.
Mehr zum Inhalt:
Europa hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, klimaneutral zu werden.
Technologien wie Elektroautos, Windkraft und Solarenergie sollen den
Wandel möglich machen und gelten als Schlüssel für eine saubere
Zukunft. Die Idee dahinter: Die Menschheit kann weitermachen wie
bisher, nur sauberer. Autofahren ohne Abgase, Strom aus Sonne und
Wind – günstig, nachhaltig und klimaneutral. Mit dem sogenannten
„Green Deal“ verspricht die EU Wachstum und Fortschritt im Einklang
mit dem Klima – ganz ohne Verzicht. Doch so einfach ist es nicht.
Denn die Technologien für den grünen Wandel brauchen riesige Mengen
an Rohstoffen – und diese fallen nicht vom Himmel. In ganz Europa
sollen neue Minen entstehen, um seltener werdende Metalle, sogenannte
Seltene Erden, zu fördern, die für die Wirtschaft mittlerweile
unabdingbar sind. Sie werden etwa für die Herstellung von
Smartphones, Elektroautos und Drohnen benötigt.
Was bislang vor allem Menschen in fernen Ländern betroffen hat,
trifft nun auch jene, die an Europas Rändern leben: wie Héctor, einen
Ziegenbauern in Spanien, oder Karin, eine indigene Rentierzüchterin
in Nordschweden. Beide wehren sich gegen den vermeintlichen
Fortschritt. Für sie bedeutet diese Entwicklung den Verlust von Land,
Tradition und ihrer Lebensgrundlage.
Die Dokumentation begleitet diese Menschen in ihrem Alltag und
Widerstand. Die Regisseurinnen Monika Grassl und Linda Osusky zeigen,
was passiert, wenn politische Visionen auf die Realität vor Ort
treffen. Die Filmemacherinnen folgen auch dem peruanischen
Umweltaktivisten Diego, der durch Europa reist, um herauszufinden, ob
„nachhaltiger Bergbau“ überhaupt möglich ist – oder nur ein neues
Etikett für ein altes Problem.
„Das Rohstoff-Dilemma“ stellt unbequeme Fragen: Kann eine Wirtschaft,
die auf ständigem Wachstum basiert, jemals wirklich klimafreundlich
sein? Müssen wir nicht auch über unseren Lebensstil reden, wenn wir
den Planeten retten wollen? Die Doku macht ein komplexes Thema
greifbar und erzählt persönlich und eindrücklich von Menschen, die
sich nicht damit abfinden, dass ihre Heimat zur Rohstoffquelle für
andere werden soll. Der Film lädt ein, neu über unsere Vorstellungen
von Fortschritt, Verantwortung und Verzicht nachzudenken.