Die „Normale Katastrophe“ im KunstHausWien

Wien (OTS) – Er peitscht das Meer aus, fängt Blitze ein oder bemalt
ganze
Landschaften: In spektakulären Aktionen lotet Julius von Bismarck das
Verhältnis von uns Menschen zu dem aus, was wir „Natur“ nennen. In
der ersten großen institutionellen Einzelausstellung des Künstlers in
Österreich, widmet sich das KunstHausWien, ein Museum der Wien
Holding, der menschlichen (Ohn-)macht im Angesicht der Klimawende.
Die neue Schau ist von 10. September 2025 bis 8. März 2026 zu sehen.

Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft: „Die
Ästhetik, die Kraft und die Vehemenz der Bilder von Julius von
Bismarck werfen Fragen über unsere Beziehung und unsere Vorstellung
von Natur auf. Vor dem Hintergrund des menschengemachten Klimawandels
birgt Kunst das Potenzial, uns zu bewegen und zu Veränderungen zu
motivieren, anstatt uns – wie Angst oder Zynismus – zu lähmen.“

Kurt Gollowitzer, Geschäftsführer der Wien Holding: „Für einen
Konzern, der sich selbst als Dynamo für Wien versteht, wirkt es auf
den ersten Blick ungewöhnlich, sich mit dem Thema ‚normale
Katastrophe‘ zu befassen. Doch erneut greift das KunstHausWien als
Museum der Wien Holding im Rahmen dieser Ausstellung mit Mitteln der
Kunst aktuelle Fragen zu Klima und Nachhaltigkeit auf und verwandelt
düstere Szenarien in Denkanstöße für die Zukunft.“

Kunst als Brücke zwischen Mensch und Umwelt

Mit der Einladung des renommierten Künstlers Julius von Bismarck
stellt sich das KunstHausWien als Museum für Kunst und Ökologie im
Sinne Friedensreich Hundertwassers einmal mehr der großen
Herausforderung, mit den Mitteln der Kunst unsere Wahrnehmung
komplexer Zusammenhänge zu schärfen und der drohenden ökologischen
Krise entgegenzutreten.

Gerlinde Riedl, Direktorin des KunstHausWien: „Während unser Planet
Jahr um Jahr in Flammen steht, verlieren ökologische Brüche zunehmend
ihren Schrecken. Dieser Ohnmacht stellt sich Julius von Bismarck mit
seiner Kunst entgegen. Er führt uns mitten hinein in die
Naturgewalten und übersetzt ihre Kraft, Zerstörung, aber auch ihre
Schönheit in monumentale Bilder. Er zwingt uns, hin- anstatt weg zu
sehen und unsere Wahrnehmung zu schärfen, sodass die Katastrophe
nicht zur neuen Normalität wird.“

Ausstellung mit ortsspezifischer Intervention

Die Ausstellung „Normale Katastrophe” thematisiert menschliche
Selbstüberschätzung, aber auch Verantwortung und Handlungsmacht
inmitten von Naturgewalten und fordert dazu auf, mit neuem Blick die
Folgen unseres Tuns auf die Umwelt zu hinterfragen. Die
Auseinandersetzung mit den Elementen Feuer und Wasser in einer
Lebensumwelt, die der Mensch zunehmend verändert, bildet den roten
Faden der Ausstellung.

Sophie Haslinger, Kuratorin der Ausstellung: „Getrieben von großem
Experimentiergeist verbindet Julius von Bismarck wissenschaftliche
Neugier mit künstlerischer Vision. Ihm gelingt es mit seinen
bildstarken Werken Erfahrungsräume zu schaffen, die tradierte
Sichtweisen irritieren und neue Perspektiven auf das Verhältnis von
Mensch und Umwelt eröffnen.“

Der Titel benennt den Zustand einer von multiplen Krisen geprägten
Gesellschaft, in der tiefgreifende ökologische und gesellschaftliche
Veränderungen zur neuen Normalität werden. In kraftvollen Bildern,
mit technischen Erfindungen und extremen Versuchsanordnungen
untersucht der Künstler die menschliche Wahrnehmung. Die daraus
resultierenden Fotografien, Videoarbeiten, Skulpturen und
Installationen scheuen die große Geste nicht. Neben
medienübergreifenden Werken der letzten fünfzehn Jahre sind neue
Fotoarbeiten zu sehen. Für den begrünten Innenhof des KunstHausWien
entsteht eine ortsspezifische Intervention.

Julius von Bismarck, Künstler der Ausstellung: „ Unser Blick auf die
Natur hat einen direkten Einfluss auf diese. Ziel meiner Arbeit ist
es, unsere menschliche Sichtweise auf die (Um-)Welt – etwa auf
Naturgewalten – zu untersuchen und zu beeinflussen .“

Über den Künstler
Julius von Bismarck, geboren 1983 in Breisach am Rhein und
aufgewachsen in Riad und in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin und
in der Schweiz. Er studierte an der Universität der Künste Berlin, am
Hunter College New York und dem von Ólafur Elíasson gegründeten
Institut für Raumexperimente. Einzelausstellungen fanden u.a. in der
Berlinischen Galerie (2023), in der Bundeskunsthalle Bonn (2020) und
im Palais de Tokyo in Paris (2019) statt. Teilnahmen an
internationalen Gruppenausstellungen und Biennalen waren u.a.
Abenteuer Abstraktion , Sprengel Museum Hannover (2023), Bienal do
Mercosul (2022), STUDIO BERLIN, Berghain (2020), Power to the People
, Schirn Kunsthalle Frankfurt (2018), Antarktis Biennale (2017) und
Architekturbiennale Venedig (2012).

Programm zur Ausstellung

Begleitend zur Ausstellung findet ein umfangreiches
Rahmenprogramm statt, darunter eine Expedition zur Hohen Warte, eine
Walk-in Station in der Ausstellung, ein Workshop zu Blitzen und Feuer
mit dem Science Lab oder ein Herbstferienspiel für junge Besucher*
innen.

Ein Future Talk beschäftigt sich am Mittwoch, 05.11.2025 mit dem
Thema „Wer macht das Wetter?“

Pressefotos:
Die Fotos zur Aussendung sind im Pressebereich der Wien Holding unter
www.wienholding.at/Presse/Presseaussendungen abrufbar. Honorarfreier
Abdruck im Zuge der Berichterstattung unter Nennung des Copyrights.

Weitere Informationen und Pressefotos unter:
https://www.kunsthauswien.com/de/presse/julius_von_bismarck_normale_-
katastrophe/