Wien (OTS) – In den Dezember-Wochen (KW 49-52) reduzierte sich die
erneuerbare
Erzeugung (2.809 GWh) um 13,5 Prozent zum Dezember 2024 (3.247 GWh).
Damit konnten nur noch 51,7 Prozent des Stromverbrauchs mit
Erneuerbaren gedeckt werden.
Erheblicher Rückgang der Einspeisung von Wind und PV
Im Dezember 2025 ging die Einspeisung von Wind gegenüber dem
Vergleichszeitraum um 53,7 Prozent massiv zurück. Eine Verringerung
der Einspeisung wurde auch bei PV verzeichnet, wobei der Rückgang
hier „nur“ 38,5 Prozent betrug. Einzig und allein die Wasserkraft
konnte im Dezember 2025 einen Produktionszuwachs gegenüber 2024
dokumentieren, wobei sie sich konkret um 6,4 Prozent im
Vorjahresvergleich erhöhte. Die Produktionsrückgänge spiegelten sich
in der deutlich verminderten Stromverbrauchsdeckung aus Erneuerbaren
(51,7 Prozent) wider.
„Die Bilanz der Einspeisung von Erneuerbaren zeigt, dass das
österreichische Stromsystem nicht ohne Importe und Gaskraftwerke
auskommt – vor allem im Winter. Thermische Kraftwerke sind für die
sichere Stromversorgung Österreichs weiterhin zwingend erforderlich.
Auch die Beschlussfassung über die europarechtskonforme Verlängerung
der Netzreserve durch den Nationalrat vor Weihnachten zahlt in das
Thema Versorgungssicherheit ein. Solange Erneuerbare und (Pump-)
Speicher den Bedarf nicht ganzheitlich zu jedem Zeitpunkt decken
können, sind wir auf thermische Kraftwerksreserven angewiesen. Ein
zukünftig leistbares und versorgungssicheres Gesamtsystem muss
Speicher, Reserven, Netzinfrastruktur, Produktion und Digitalisierung
gleichwertig einbinden. Die hohen Importe in den Wintermonaten
belegen, wie wichtig eine kapazitätsstarke und international
vermaschte Netzinfrastruktur ist. Nur dann sind wir in der Lage,
erneuerbaren, preisgünstigen Strom aus dem Ausland zu beziehen“, sagt
Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG).
Österreich ist erneut Stromimport-Land – Verfügbarkeit von
konventionellen Kraftwerken entscheidend
Vor dem Hintergrund der verringerten erneuerbaren Produktion
ergab sich im Dezember in Österreich (Regelzone APG*) auf Basis der
Import-/Exportfahrpläne ein Importüberhang in der Höhe von 1.634 GWh,
wobei an keinem einzigen Tag bilanziell Strom ins Ausland exportiert
werden konnte. Auch im Vergleichsmonat des Vorjahres 2024 war
Österreich Import-Land, wobei der Saldo mit 728 GWh damals deutlich
niedriger ausfiel und an drei Tagen des Monats ein bilanzieller
Stromexport verzeichnet werden konnte.
Ein weiterer Grund für die Import-Abhängigkeit liegt im
gestiegenen Stromverbrauch: Auf Basis der aktuellen Daten wurden im
Dezember in Österreich 5.433 GWh Strom aus dem öffentlichen Netz
bezogen** – dies entspricht einer Erhöhung um rund 5,0 Prozent
gegenüber Dezember 2024 (5.175 GWh).
Und auch die reduzierte Verfügbarkeit von kalorischen Kraftwerken
gegenüber dem Vorjahresmonat führte zu einer geringeren Einspeisung
um 20,6 Prozent (1.128 GWh im Dezember 2025 versus 1.421 GWh im
Dezember 2024) und zu erhöhten Importnotwendigkeiten.
„Dies zeigt, dass die tatsächliche betriebliche Verfügbarkeit von
konventionellen Kraftwerken ein entscheidender Faktor für die
Resilienz Österreichs in der Stromversorgung ist“, so Christiner.
Leicht gestiegener Redispatching-Bedarf
Ein Abregeln erneuerbarer Erzeugung (beispielsweise von Wind-
oder Laufwasserkraftwerken) war im Dezember – wie auch bereits in den
Vormonaten November und Oktober 2025 – nicht notwendig. Ungeachtet
dessen war auch im Dezember der gezielte und kontrollierte Einsatz
von Kraftwerken notwendig, um Überlastungen im Stromnetz abzufangen.
Durch diese Redispatch-Maßnahmen entstanden bis Ende Dezember 2025
Kosten in der Höhe von 87,2 Millionen Euro (plus 3,2 Millionen zum
Vorjahr). Diese Notfallmaßnahmen wurden 2025 an 215 Tagen
durchgeführt und waren damit etwas häufiger notwendig als 2024 (
Vergleich: 203 Tage kumuliert bis Ende Dezember 2024).
Energieaustausch im Bundesgebiet
Mit Hilfe eines kapazitätsstarken Übertragungsnetzes können
Stromüberschüsse der einzelnen Bundesländer österreichweit verteilt
und somit Defizite kompensiert werden. Im Dezember 2025 zeichnete
sich im Energieaustausch innerhalb Österreichs folgendes Bild: In
Vorarlberg (285 GWh) und im Burgenland (104 GWh) wurden die höchsten
Energiemengen in das APG-Netz eingespeist und damit österreichweit
zur Verfügung gestellt. Von Niederösterreich (460 GWh) und Salzburg (
280 GWh) wurde der meiste Strom aus dem APG-Netz bezogen.
* Die Regelzone APG umfasst ganz Österreich mit Ausnahme je eines
Korridors in Vorarlberg und Tirol.
** Dies ist der Strombezug aus dem öffentlichen Netz (inkl.
Netzverluste, ohne Pumpstrom) in der Regelzone APG. Darin ist der
Verbrauch, der durch eigenproduzierten PV-Strom gedeckt wird, nicht
enthalten.
Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian
Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer
leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der
Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die
erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit,
sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem
Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie
zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz
erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das
Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt,
instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der
Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst.
Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67
Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben.
Auch 2024 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten
Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten
Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026
(2025: 595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind
Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der
Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9
Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.