BMLUK: Neuauflage des Handbuchs „Leerstand mit Aussicht“ für alle österreichischen Gemeinden

Wien (OTS) – Drei Jahre nach der Erstausgabe erscheint 2025 die
aktualisierte
Version des Handbuchs „Leerstand mit Aussicht“. Sie enthält neue
Karten, neue Praxisbeispiele und ergänzende Fachinformationen, die
Gemeinden praxisnah bei der Entwicklung nachhaltiger, integrierter
Nutzungskonzepte unterstützen. Das Bundesministerium für Land- und
Forstwirtschaft, Klima- und Umwelt, Regionen und Wasserwirtschaft (
BMLUK) unterstützt damit die nachhaltige Stärkung österreichischer
Gemeinden und Regionen. Ziel ist, Leerstände zu reaktivieren und
damit die neue Flächeninanspruchnahme gezielt zu reduzieren,
Ortskerne zu beleben sowie kurze Wege und damit einen Beitrag zum
Klimaschutz zu forcieren.
„Lebendige Ortskerne sind das Herz unserer Gemeinden. Wenn wir
Leerstände klug nutzen, schaffen wir neuen Wohnraum, beleben die
regionale Wirtschaft und stärken das soziale Miteinander. Mit dem
aktualisierten Handbuch geben wir den Gemeinden das nötige Rüstzeug,
um diese Chancen zu ergreifen“ , so Bundesminister Norbert Totschnig.

Praxisnahe Unterstützung für Gemeinden
Das erweiterte Handbuch bietet konkrete Hilfestellungen, um
Leerstände zu erkennen, zu bewerten und einer neuen Nutzung
zuzuführen. Neben bewährten Instrumenten wurden neue Themenmodule und
Karten integriert, die Gemeinden und deren Verantwortliche für dieses
Thema praxisnah bei der Planung und Umsetzung unterstützen.
„Unsere Gemeinden leisten tagtäglich Großes – sie gestalten das Leben
vor Ort. Mit praxisnahen Unterlagen wie diesem Handbuch unterstützen
wir sie gezielt dabei, Leerstand nicht als Belastung, sondern als
Potenzial zu sehen,“ so Totschnig .

Das Handbuch „Leerstand mit Aussicht“ basiert auf einer vom BMLUK
beauftragten Studie der Technischen Universität Wien, die zwischen
Mai 2021 und April 2022 durchgeführt wurde. Ein interdisziplinäres
Team arbeitete eng mit Leerstands-Pionierinnen und -Pionieren,
Praktikerinnen und Praktikern sowie einer Begleitgruppe aus
Fachexpertinnen und -experten zusammen.
Das Ergebnis ist ein Kartenset, das Wissen aus Forschung und Praxis
vereint und Gemeinden ein leicht anwendbares Werkzeug für nachhaltige
Ortsentwicklung bietet.
Totschnig: „Leerstand ist mehr als ungenutzter Raum – er betrifft
Lebensqualität, Identität und Zukunftschancen. Wenn wir bestehende
Bausubstanz aktivieren, sparen wir Fläche, schonen Ressourcen und
beleben unsere Ortskerne nachhaltig.“
Das Erweiterungsset wird derzeit an alle österreichischen Gemeinden
versandt und die neue Version des Handbuchs steht zusätzlich auf der
Webseite zum Download bereit.

Beispiele aus der Praxis:
Vorarlberg: Bestand hat Vorrang – Revitalisierung der Altstadt in
Hohenems
Bis 2018 war der Ortskern von Hohenems durch eine stark befahrene
Landesstraße und eine schwache Altstadtstruktur belastet. Durch die
enge Zusammenarbeit eines engagierten Bauherrn mit Stadt und
Bundesdenkmalamt wurden historische Gebäude saniert, maßvoll
nachverdichtet und wiederbelebt. Heute prägen eine neue
Begegnungszone und hochwertig gestaltete Plätze das Zentrum, das
dafür mehrfach ausgezeichnet wurde – zuletzt mit dem Staatspreis
Architektur und Nachhaltigkeit 2024.

Plattformen WeLocally & Im Grätzl Wien
Die regional verankerten Plattformen WeLocally und Im Grätzl Wien
vernetzen Raum-Anbieterinnen und -Anbieter mit Raumsuchenden. Über
Events und Workshops fördern sie Austausch und Kooperationen. Das
Tool „Raumteiler“ unterstützt dabei, Räume und Kosten zu teilen,
Leerstand zu aktivieren und neue Gemeinschaften zu schaffen.

Links: www.welocally.at und www.imgraetzl.at

Das Handbuch und weitere Informationen zum Thema Leerstand finden Sie
unter: https://www.bmluk.gv.at/themen/regionen-
raumentwicklung/regionen-dialog-plattform/regionen-dialogplattform-
multifunktionshaeuser.html#handb%C3%BCcher