Wien (OTS) – Zum Ausklang der aktuellen Saison vor der Sommerpause in
der Wiener
Staatsoper zeigt ORF 2 zu Fronleichnam, am Donnerstag, dem 4. Juni
2026, um 21.20 Uhr in ORF 2 die Neuinszenierung von Georges Bizets
„Les Pêcheurs de perles – Die Perlenfischer“, die erst am 14. Mai
ihre Premiere im Haus am Rang feierte. Mit Kristina Mkhitaryan, Juan
Diego Flórez und Ludovic Tézier in den Hauptpartien ist das von
Regisseur Ersan Mondtag in Szene gesetzte 1863 uraufgeführte Frühwerk
des Komponisten hochkarätig besetzt. Die Oper verbindet die Themen
Freundschaft, Pflicht und verborgenes Begehren zu einem dichten
Konfliktgefüge, in dem persönliche Gefühle und öffentliche
Erwartungen unaufhaltsam aufeinanderprallen. Unter der musikalischen
Leitung von Daniele Rustioni spielt das Orchester der Wiener
Staatsoper. Durch den ORF-Opernabend führt Teresa Vogl, die Bildregie
hat Leopold Knötzl übernommen.
Im Zentrum der Handlung stehen die Freunde Nadir (Flórez) und
Zurga (Tézier), deren langjährige Loyalität erschüttert wird, als die
Priesterin Leïla (Mkhitaryan) in ihre Gemeinschaft zurückkehrt.
Zwischen religiösem Gelübde und persönlicher Erinnerung wird Leïla
zur Projektionsfläche und zum Brennpunkt der Spannungen – eine Figur,
an der sich die inneren Konflikte aller drei Hauptpersonen bündeln.
Bizets Musik legt diese Bruchlinien mit großer Feinheit offen:
lyrische Duette, die schwebenden Linien der Sopranpartie und
atmosphärisch dichte Chorszenen zeichnen die emotionalen Schichten
des Stücks nach. Der exotisch verortete Schauplatz bleibt dabei vor
allem symbolischer Raum – ein Ort, an dem Schuld, Freiheit und
Bindung verhandelt werden.
Regisseur Ersan Mondtag rückt in seiner Inszenierung die sozialen
Rituale und Machtstrukturen des Dorfes in den Fokus und zeigt, wie
fragil Gemeinschaften werden können, sobald private Sehnsüchte auf
kollektive Regeln treffen. Die Produktion eröffnet einen präzisen
Blick auf „Die Perlenfischer“ als feinsinniges Werk über Nähe,
Loyalität und die Zerbrechlichkeit menschlicher Versprechen. Das
Orchester der Wiener Staatsoper mit Daniele Rustioni am
Dirigentenpult arbeitet Bizets Partitur klar und transparent heraus.