Antibiotikaresistenzen erfordern sofortiges Handeln

Wien (OTS) – Antibiotikaresistenzen stellen eine der größten globalen
Gesundheitsbedrohungen dar. Nach aktuellen WHO-Daten weist bereits
jede sechste bakterielle Infektion weltweit resistente Erreger auf.
Ohne gezielte Gegenmaßnahmen könnten bis 2050 bis zu 8 Millionen
Todesfälle jährlich auf resistente Infektionen zurückzuführen sein.
Eine wichtige Maßnahme zur Eindämmung ist der verantwortungsvolle
Einsatz von Antibiotika. Die World Antimicrobial Awareness Week (18.
bis 24. November 2025) ruft dazu auf, den sorgsamen Umgang mit
Antibiotika zu fördern und die Entwicklung neuer Wirkstoffe
voranzutreiben. Das bekräftigt auch Alexander Herzog, Generalsekretär
der PHARMIG: „Antibiotikaresistenzen sind längst eine reale Gefahr.
Es braucht gezielte regulatorische und ökonomische Anreize, damit
Unternehmen weiterhin in die Forschung und Entwicklung neuer
antimikrobieller Wirkstoffe investieren.“

Die Entwicklung neuer Antibiotika ist komplex und kostspielig.
Gleichzeitig dürfen diese Medikamente nach der Zulassung nur
eingeschränkt eingesetzt werden, um nicht neuerlich Resistenzen zu
schaffen. „Daraus ergibt sich für jene Unternehmen, die an neuen
Antibiotika forschen, eine Mehrfachbelastung. Denn zum einen ist
deren Entwicklung enorm aufwendig, weiters sind wir mittlerweile mit
enorm gestiegenen Kosten in der Produktion konfrontiert und dann
werfen diese Produkte auch nur einen überschaubaren Gewinn ab, weil
sie sehr zurückhaltend eingesetzt werden sollten. Umso notwendiger
ist es folglich, dass intelligente Anreizsysteme etabliert werden,
die Investitionen in die Antibiotikaforschung absichern und das
Schaffen von Innovation wieder attraktiv machen“, erklärt Herzog.

Ein zentraler Hebel zur Belebung der Antibiotikaforschung sind
robuste Pull-Anreize, also marktbasierte Anreizmechanismen, die das
bestehende Marktversagen überwinden und nachhaltige Investitionen in
antimikrobielle Innovationen fördern. Besonders wirkungsvoll – bei
praxisgerechter Ausgestaltung – ist der von der EU vorgeschlagene
„Transferable Exclusivity Voucher“ (TEV). Er ermöglicht Unternehmen,
die ein innovatives antimikrobielles Arzneimittel auf den Markt
bringen, die Marktexklusivität auf ein anderes Arzneimittel im
Portfolio des jeweiligen Unternehmens zu übertragen. Ergänzend
könnten Modelle wie Abonnementlösungen oder Umsatzgarantien
zusätzliche Impulse setzen.

Werden keine Anreize für Investitionen in Forschung und
Entwicklung gesetzt, wird dies letztlich zu einem hohen Preis führen,
denn Antibiotika sind ein zentraler Pfeiler der medizinischen
Versorgung. Nur moderne, wirksame Antibiotika ermöglichen es, schwere
bakterielle Infektionen erfolgreich zu bekämpfen. „Ein solches
Anreizsystem kostet in Summe garantiert weniger, als die Behandlung
der Folgen von Antibiotikaresistenzen – sofern diese überhaupt noch
behandelbar sind“, warnt Herzog abschließend.

Über die PHARMIG: Die PHARMIG ist die freiwillige
Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit
hat der Verband ca. 120 Mitglieder (Stand November 2025), die den
Medikamenten-Markt zu gut 95 Prozent abdecken. Die PHARMIG und ihre
Mitgliedsfirmen stehen für eine bestmögliche Versorgungssicherheit
mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen und sichern durch Qualität und
Innovation den gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritt.