Linz (OTS) – Leistbares Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Die
Bundesregierung hat im
Jahr 2025 dazu drei Maßnahmen auf den Weg gebracht. Eine aktuelle
repräsentative Erhebung des AK Wohnzufriedenheitsindex gibt Auskunft
darüber, wie die gesetzten Maßnahmen im Bereich Wohnen auf
Bundesebene eingeschätzt werden. Gleichzeitig zeigt sie, dass die
Befragten einen Handlungsbedarf bei der Oberösterreichischen
Landesregierung im Thema sehen. Die Vorschläge der AK für günstiges
Wohnen liegen auf dem Tisch.
Bereits frühere Erhebungen des Wohnzufriedenheitsindex zeigten,
dass nach Ansicht von neun von zehn AK-Mitgliedern leistbares Wohnen
ein zentraler Schwerpunkt der Bundesregierung sein muss. Seit April
2025 gibt es nun in Österreich mit dem Bundesministerium für Wohnen,
Kunst, Kultur, Medien und Sport ein eigenes Ressort, dass sich mit
Angelegenheiten der Wohnungspolitik befasst. Das kommt gut an: Etwa
zwei Drittel der AK-Mitglieder in Oberösterreich sehen das neue
„Wohnministerium“ als eine eher gute oder gar sehr gute Idee.
Hohe Zustimmung bei Bundesmaßnahmen
Auch zu den bereits gesetzten Maßnahmen der Bundesregierung im
Bereich Wohnen gibt es hohe Zustimmung: Besonderen Anklang finden die
Grenzen für Mieterhöhungen bei sogenannten „ungeregelten Mieten“.
Hier befürworten sieben von zehn der unselbständig Beschäftigen die
Maßnahme. Die Deckelung der Mietpreise im sogenannten „geregelten
Bereich“ befürworten rund zwei Drittel der Arbeitnehmer:innen in
Oberösterreich. Mehr als 57 Prozent der Befragten, stehen der
Anhebung der Mindestdauer von befristeten Mietverträgen positiv
gegenüber. Die Änderung sorgt dafür, dass befristete Mietverträge
künftig auf mindestens fünf Jahre abgeschlossen werden müssen. „
Bemerkenswert ist, dass alle drei Verbesserungen der Bundesregierung
im Mietbereich selbst bei Eigenheimbesitzerinnen und -besitzern kaum
auf Skepsis stoßen “, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. Nur 22 bis
maximal 33 Prozent stimmen den Maßnahmen hier wenig bis gar nicht zu.
Einsatz des Landes für leistbares Wohnen ist ausbaufähig
Befragt zu der Zufriedenheit mit dem Einsatz der Landesregierung für
leistbares Wohnen, zeigt sich durchaus Luft nach oben. Nur vier von
zehn AK-Mitgliedern stimmen der Frage zu, dass leistbares Wohnen ein
wichtiges Anliegen für das Land Oberösterreich sei. Besonders bei den
unter 30-Jährigen und im ländlichen Raum ist der Anteil der
Skeptiker:innen mit 60 Prozent bzw. 59 Prozent hoch. Dazu kommt, dass
gut sechs von zehn Befragten der Meinung sind, die Landesregierung
unternehme zu wenig, um Eigentum wieder leistbar zu machen. Ebenso
stimmen nur vier von zehn Arbeitnehmer:innen in Oberösterreich der
Frage zu, ob die Landesregierung genug für leistbare Mieten tut. „
Die Landesregierung muss deutlich mehr unternehmen, um Wohnen in
Oberösterreich leistbar zu gestalten. Die Vorschläge der
Arbeiterkammer liegen seit geraumer Zeit auf dem Tisch “, sagt AK-
Präsident Andreas Stangl.
Forderungen der AK für mehr leistbares Wohnen in Oberösterreich
–
Mehr geförderter Wohnbau für leistbare Mieten: Der geförderte
Wohnbau hat sowohl für den Einzelnen als auch für die Allgemeinheit
positive Auswirkungen. Daher fordert die AK Oberösterreich deutlich
mehr neue gemeinnützige Wohnungen. Dazu soll die Zweckwidmung der
Wohnbauförderung inklusive der Darlehensrückflüsse wieder eingeführt
werden.
–
Mehr leistbares Bauland für den sozialen Wohnbau: Die Gemeinden
und Städte sollen ihre Raumordnungs-Spielräume intensiver
ausschöpfen, indem sie die Widmungskategorie „Sozialer Wohnbau“
verstärkt anwenden. Das Land Oberösterreich soll den Kommunen
verstärkt Anreize bieten, damit in Städten und Gemeinden mehr
leistbares Bauland für die „Gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften“
zur Verfügung steht.
–
Mehr Wohnbaufördermittel: Aktuell beträgt der Anteil der
Wohnbaufördermittel am Bruttoinlandsprodukt 0,5 Prozent. Vor 25
Jahren betrug dieser noch 1,4 Prozent. Es braucht hier eine
Trendumkehr. Ohne den Einsatz des Landes Oberösterreich ist dieser
nicht möglich. Die AK Oberösterreich fordert, mehr öffentliche
Wohnbaufördermittel zur Verfügung zu stellen.
–
Wohnbaumittel des Bundes besser abholen: Die Vorgängerregierung
hat im Jahr 2024 ein Wohnbaupaket geschnürt. Darin ist auch eine
Milliarde Euro in Form von Zweckzuschüssen an die Bundesländer bis
zum Jahr 2026 enthalten. Oberösterreich profitiert davon kaum. Die
von der aktuellen Bundesregierung angekündigte Evaluierung dieses
Paketes muss unbedingt dafür genutzt werden, dass Oberösterreich
deutlich mehr finanzielle Mittel abholen kann.
–
800 Euro AK-Wohnbonus umsetzen: Der Bund soll ein Wohnbonus in
der Höhe von 800 Euro in Form einer jährlichen, negativsteuerfähigen
Steuergutschrift für alle Arbeitnehmer:innen einführen. Dieser soll
die steigenden Wohnkosten auch für Eigenheimbesitzende zu einem Teil
abgelten.
Hier finden Sie die ausführliche Pressekonferenzunterlage sowie
ein Foto von AK-Präsident Andreas Stangl und Dr. Heinz Stöger von der
Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik zu Ihrer
Verwendung.
Fotocredit: AK OÖ / David Ruis