AK Wien zum Weltkrebstag: Jeden Tag sterben fünf Menschen an arbeitsbedingtem Krebs – das muss verhindert werden!

Wien (OTS) – Zum Weltkrebstag am 4. Februar warnt die AK Wien:
Arbeitsbedingte
Krebserkrankungen sind für Beschäftigte Todesursache Nummer eins –
mit über 1.800 Toten pro Jahr. Zum Vergleich: 2024 gab es 349
Verkehrstote und 101 tödliche Arbeitsunfälle. Eine aktuelle Studie
der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am
Arbeitsplatz (EU-OSHA, 2025) zeigt: Fast die Hälfte aller
europäischen Beschäftigten (47,3 Prozent) ist mindestens einem
krebserzeugenden Stoff ausgesetzt. Doch während andere EU-Länder, wie
etwa Deutschland, ihre Schutzstandards laufend verbessern, setzt
Österreich seit einem Vierteljahrhundert auf längst veraltete
Grenzwerte.

Jede:r Fünfte arbeitet mit Krebs-Risiko

Die EU-Studie zeigt: Jede:r fünfte Arbeitnehmer:in ist
krebserzeugenden Stoffen ausgesetzt – vor allem UV-Strahlung,
Dieselabgasen, Feinstaub oder Formaldehyd. Jede:r Vierte ist sogar
mehreren dieser Gefährdungen gleichzeitig ausgesetzt. Besonders
betroffen: Beschäftigte am Bau, in der Produktion und im
Gesundheitswesen.

„Viele Beschäftigte wissen gar nicht, mit welcher Gefahr sie
tagtäglich konfrontiert sind“, erklärt Rosoli, Abteilungsleiterin für
Arbeitnehmer:innenschutz der AK Wien. „Aber dort, wo Betriebe
wirksame Maßnahmen ergreifen, lässt sich das Risiko, an Krebs zu
erkranken, deutlich senken – und Todesfälle können verhindert werden.
Trotzdem berichten zwei Drittel der Beschäftigten in
Hochrisikobereichen wie der Baubranche, dass gar keine
Schutzvorkehrungen getroffen werden.“

Besserer Schutz vor arbeitsbedingtem Krebs dringend notwendig

„Damit der Weltkrebstag mehr als Sonntagsreden bringt, brauchen
wir Grenzwerte, die das Krebsrisiko tatsächlich minimieren“, fordert
Rosoli. „Die neue Regierung hat im Regierungsprogramm die
Modernisierung des Arbeitnehmer:innenschutzes angekündigt – das
begrüßen wir ausdrücklich. Jetzt braucht es konkrete Schritte: Ein
fertig ausgearbeitetes Konzept für risikobasierte Grenzwerte liegt
seit 2018 vor und wird von Arbeitgeberseite unter dem Vorwand
bürokratischer Belastung verhindert. Grundsätzlich sind wir uns
jedoch einig: Menschen sollen länger gesund arbeiten können – aber
dafür braucht es wirksame Prävention. Jede verhinderte
Krebserkrankung erspart nicht nur unglaubliches Leid, sondern
entlastet auch unser Gesundheitssystem und sichert dringend benötigte
Fachkräfte. Der erste Schritt dafür sind risikobasierte Grenzwerte,
die rasch umgesetzt werden müssen.“