AK-Studie zeigt: Eltern in Oberösterreich gaben im vergangenen Schuljahr 26,2 Millionen Euro für Nachhilfe aus

Linz (OTS) – Fast jedes fünfte Kind in Oberösterreich hatte im
vergangenen
Schuljahr und im Sommer davor bezahlte Nachhilfe. Hochgerechnet sind
das 32.000 Schüler:innen. Im Schnitt mussten Familien in
Oberösterreich mit 810 Euro pro Schulkind rechnen. Für die Hälfte der
befragten Eltern sind die Kosten für die Lernunterstützung eine
finanzielle Belastung. Das zeigt eine aktuelle Studie des IFES (
Institut für empirische Sozialforschung) im Auftrag der
Arbeiterkammer Oberösterreich.

32.000 und damit knapp 20 Prozent aller Schüler:innen in
Oberösterreich hatten im vergangenen Schuljahr und im Sommer davor
bezahlte Nachhilfe, 10 Prozent unbezahlte private Nachhilfe und rund
8 Prozent haben kostenlose schulische Nachhilfe in Anspruch genommen.
Sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen bekamen trotz Bedarf keine
bezahlte Nachhilfe. Als Hauptgründe gaben die befragten Eltern die zu
hohen Kosten und fehlende Angebote an.
Hochgerechnet liegt der gesamte Nachhilfe-Bedarf für Oberösterreich
bei rund 67.000 Schüler:innen.
Problemfach Nummer eins ist nach wie vor Mathematik: Rund 60 Prozent
der Schüler:innen, die Nachhilfe bekamen, brauchten diese in
Mathematik, 32 Prozent in Deutsch, 20 Prozent in einer anderen
Sprache und 16 Prozent in einem naturwissenschaftlichen oder
technischen Fach (z.B. Mechanik oder Physik).

Zeitliche und finanzielle Belastung
Die Kosten sind für die Eltern eine finanzielle Belastung: Die
befragten oberösterreichischen Familien gaben durchschnittlich 810
Euro pro Schulkind für Nachhilfe aus. Hochgerechnet ergeben sich
somit Gesamtkosten für private Nachhilfe in Oberösterreich in der
Höhe von 26,2 Millionen Euro.

Mit 27 Prozent der Kinder wird daheim so gut wie täglich gelernt. Mit
18 Prozent zwei- bis dreimal in der Woche und mit 16 Prozent
mindestens einmal in der Woche. Keine leichte Aufgabe für die
Familien: 36 Prozent der Eltern gaben an, dass das Beaufsichtigen der
Hausübungen und das gemeinsame Lernen zu Hause sehr bzw. ziemlich oft
mit Ärger und Konflikten verbunden ist, rund 40 Prozent fühlen sich
zeitlich sehr bzw. ziemlich stark belastet.

AK-Präsident fordert gleiche Chancen für alle Schüler:innen
„ Das Auslagern von Lernen, Üben und Wiederholen in die privaten vier
Wände ist für die Familien sowohl eine finanzielle als auch eine
zeitliche und nervliche Belastung. Jene Familien, die es sich leisten
können, greifen auf die private Nachhilfe zurück. Solange der
Bildungserfolg junger Menschen eine private Angelegenheit ist, kann
nicht von Chancengerechtigkeit im Bildungssystem gesprochen werden “,
so AK-Präsident Andreas Stangl.

AK-Forderungen für eine gute Schule:

– Gerechte und transparente Schulfinanzierung nach dem AK-
Chancenindex

– Kostenlose schulische Förderung für alle, die sie brauchen

– Ein flächendeckendes, gebührenfreies Angebot an Ganztagsschulen und
einen Rechtsanspruch auf einen Platz

– Den Ausbau der Sommerschule zu einem kostenlosen, ganztägigen
Angebot mit einer Mischung aus Förderung und Freizeitaktivitäten