Linz (OTS) – Ab 2027 gelten für Fluggäste neue Regelungen, die sowohl
Verbesserungen als auch Verschlechterungen bringen. Die AK
Oberösterreich begrüßt die neuen Regelungen, die von der Europäischen
Union geschaffen wurden, sieht aber weiterhin Handlungsbedarf, um die
Rechte der Konsument:innen zu stärken und unterstützt sie auch, wenn
sie mit Verspätungen, Annullierungen oder Überbuchungen konfrontiert
sind. Dabei kooperiert sie mit den Fluggastrechte-Expert:innen von
FairPlane.
Ab Sommer 2027 gelten bei den Fluggastrechten neue Regelungen. So
müssen Fluggesellschaften Passagiere innerhalb von vier Tagen nach
der Ankunft elektronisch über Entschädigungsansprüche informieren.
Familien mit Kindern unter 14 Jahren können ohne Aufpreis
beisammensitzen, Schreibfehler auf Tickets sind kostenlos zu
berichtigen und Preise müssen standardmäßig inklusive Handgepäck
ausgewiesen werden. Passagiere, die den Hinflug nicht angetreten
haben, darf künftig der Rückflug nicht untersagt werden. „ Diese
Verbesserungen begrüßen wir ausdrücklich. Es gibt aber nach wie vor
Handlungsbedarf “, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
Verschlechterungen konnten verhindert werden
Erfreulich ist auch, dass bei den Entschädigungszahlungen gravierende
Verschlechterungen verhindert werden konnten. Allerdings gibt es auch
Nachteile für die Konsument:innen: Zwar müssen die Airlines
Entschädigungen innerhalb von 30 Tagen auszahlen oder begründet
ablehnen. Passagiere müssen dafür in Zukunft Entschädigungszahlungen
innerhalb von neun Monaten geltend machen. Bisher lag die
Verjährungsfrist bei drei Jahren. Müssen sich Passagiere selbst eine
Ersatzbeförderung suchen, ist die Erstattung dafür zukünftig mit 400
Prozent des ursprünglichen Ticketpreises begrenzt.
„ Aus heutiger Sicht ist es erfreulich, dass wir die geplanten
gravierenden Verschlechterungen bei den Fluggastrechten verhindern
und praxisrelevante Verbesserungen durchsetzen konnten. Wir werden
uns für weitere Verbesserungen der rechtlichen Rahmenbedingungen von
Fluggästen einsetzen und berechtigte Entschädigungszahlungen für sie
durchsetzen. Verspätungen, Überbuchungen und Annullierungen dürfen
sich für die Fluglinien nicht lohnen “, sagt AK-Präsident Andreas
Stangl. Er fordert, dass die Ausgleichszahlungen an das steigende
Preisniveau der letzten Jahre angepasst werden und eine europaweite
Insolvenzabsicherung von vorab bezahlten Flugtickets eingeführt wird.
Alle Infos zu den derzeitigen Regelungen sowie Musterbriefe: Probleme
beim Flug | Arbeiterkammer Oberösterreich