Wien/Vösendorf (OTS) – Für rund 200 Hühner beginnt an diesem
Wochenende ein neues Kapitel:
Sie werden aus der industriellen Bodenhaltung gerettet – kurz bevor
sie aufgrund nachlassender Legeleistung getötet worden wären.
Tierschutz Austria bringt die Hennen in Sicherheit und sucht nun
dringend nach Menschen, die ihnen ein artgerechtes Zuhause bieten
können.
„Diese Hühner sind keine Wegwerfprodukte. Sie haben ein Recht zu
leben. Auch nach der maximalen Legeleistung. “, meint Stephan Scheidl
von Tierschutz Austria. „Es gilt jetzt zusammenzuhelfen. Gemeinsam
können wir neue Für-Immer-Zuhause für diese Hühner finden.“
Zwtl.: Konkrete Hilfe für Hühner in Not – Jedes Leben zählt
Mit der Rettungsaktion setzt Tierschutz Austria ein starkes
Zeichen gegen die Realität der industriellen Eierproduktion. Für die
geretteten Tiere bedeutet die Befreiung die Chance auf ein Leben mit
Auslauf, Tageslicht und artgerechter Haltung – oft zum ersten Mal.
Gesucht werden nun dringend Menschen, die Hühner aufnehmen können.
Wer Platz und Herz hat, kann sich direkt bei der Tierheimleitung
melden: [email protected]
Zwtl.: Ein System auf Verschleiß gebaut
Die Zahlen zeigen, wie groß das Problem ist: In Österreich leben
rund 7,2 Millionen Legehennen, die jährlich etwa 2,3 Milliarden Eier
produzieren. Mehr als die Hälfte dieser Tiere wird in Bodenhaltung
gehalten – oft unter Bedingungen, die mit den Erwartungen vieler
Konsument:innen wenig zu tun haben.
Dabei könnten Hühner sieben bis zehn Jahre alt werden. In der
industriellen Produktion endet ihr Leben jedoch meist bereits nach 12
bis 14 Monaten. Sobald ihre Legeleistung sinkt, gelten sie als
wirtschaftlich nicht mehr rentabel – und werden geschlachtet. Ihr
Fleisch landet anschließend häufig als sogenanntes „Suppenhuhn“ im
Handel.
Zwtl.: „Jedes gerettete Tier zählt“
Für Tierschutz Austria ist klar: Jede einzelne Rettung ist ein
Schritt in die richtige Richtung – und gleichzeitig ein Appell an
Gesellschaft und Handel, das System langfristig zu verändern.
Hinweis: Ostereier-Check zeigt strukturelle Probleme
Wie weit verbreitet diese Haltungsformen sind, zeigt auch der
aktuelle Ostereier-Marktcheck von Tierschutz Austria: Vier von fünf
angebotenen Ostereiern stammen aus Haltungen, die grundlegende
Tierwohlkriterien nicht erfüllen.
Link zur Presseaussendung: Nur jedes fünfte Ei macht den Osterhasen
glücklich
Hintergrundpapier: “Wie Legehennen in Österreich gehalten werden”