Vom Grundriss bis zur Griffhöhe – Fenster und Türen alltagstauglich planen

By: Redaktion

Die Maße von Fenstern und Türen, ihre Öffnungsrichtungen und die Bedienelemente prägen einen Raum entscheidend, denn sie bestimmen, wo die Möbel stehen können und wie sich die Wege im und durch den Raum gestalten. Wenn hier von Beginn an alltagstauglich geplant wird, können Räume entstehen, die von Bewegungsfreiheit und einer optisch ansprechenden Gestaltung profitieren.

Breite Öffnungen funktionieren im Alltag, wenn Flügel, Laufwege und Schwelle gemeinsam geplant werden. Foto: Pew Nguyen / Pexels

Der möblierte Grundriss hilft weiter

Auf einem üblichen Grundriss ist zunächst nur die Position von Fenstern und Türen vermerkt. Werden zusätzlich Möbel eingezeichnet, lässt sich der tatsächliche Platzbedarf besser einschätzen und mögliche Alltagsprobleme bei der Nutzung werden deutlich. Insbesondere bei häufig bedienten Elementen sind Aluminium Fenster eine beliebte und belastbare Lösung. Auch hier ist es aber sinnvoll, so zu planen, dass Garderobe, Lichtschalter und der Treppenaufgang nicht in den Schwenkbereich geraten. Wenn durch eine undurchdachte Planung ein Teil der vorgesehenen Bewegungsfläche regelmäßig blockiert ist, leidet der Bedienkomfort andernfalls erheblich darunter. Indem die Nutzung mit Hilfe eines möblierten Grundrisses in Gedanken durchgespielt wird, lässt sich dieses Problem weitestgehend vermeiden.

Unterschiedliche Öffnungsarten lösen unterschiedliche Aufgaben

Während ein Dreh-Kipp-Fenster freien Raum vor dem Flügel benötigt, muss bei einer Festverglasung kein Schwenkbereich eingeplant werden. Auch bei Schiebetüren kann der sie umgebende Raum besser für andere Nutzungsmöglichkeiten verplant werden. Allerdings steht je nach Konstruktion nur ein Teil der gesamten Breite als Durchgang zur Verfügung. Bei anderen Arten der Öffnung können seitlich oder oberhalb des Elements zusätzliche Freiflächen erforderlich sein.

Aufgrund der unterschiedlichen Vor- und Nachteile der einzelnen Öffnungsarten ist es sinnvoll, für jeden Raum separat zu prüfen, welche Lösung dort die Beste ist.

Warum ist die Griffhöhe wichtig?

Ein gut positionierter Griff ist ohne Strecken, Bücken oder Ausweichen erreichbar. Als Bezug darf aber nicht der Rohboden dienen, denn der fertige Fußboden liegt in der Regel deutlich höher. Bei der Planung eines langfristig genutzten Raums kann es außerdem sinnvoll sein, die später eventuell erforderliche Barrierefreiheit von Beginn an mitzudenken. Für eine rollstuhlgerecht geplante Wohnung ist bei Fenstern eine Griffhöhe von 85 bis 105 Zentimetern sinnvoll. Ist das aus technischen Gründen nicht möglich, kann eine automatische Bedienung eine passende Alternative darstellen.

Niedrige Schwellen von Beginn an mitdenken

An Ausgängen zum Balkon oder zur Terrasse treffen das Türprofil, der Estrich, der Innenbelag, die Abdichtung, der Außenbelag und Entwässerungselemente aufeinander. Beim Bau muss unter anderem ein Gefälle eingeplant werden, dass das Wasser vom Gebäude wegführt.

Indem die Anschlussdetails früh zwischen den am Bau beteiligten Gewerken abgestimmt werden, können störende Höhenunterschiede und feuchtigkeitsgefährdete Anschlüsse deutlich besser vermieden werden.

Lüften und Reinigen sollen nicht zum Hindernislauf werden

Für die Reinigung sollte zu jeder Glasaußenseite ein sicherer Zugang vorhanden sein. Bei einem zu öffnenden Fenster ist die Flügelbreite dafür entscheidend, ob sich die Scheibe von innen erreichen lässt, ohne sich weit hinauslehnen zu müssen. Feste Scheiben im Obergeschoss können einen Außenzugang erfordern oder müssen durch eine Fachfirma gereinigt werden. Neben dem Reinigungszugang muss die gewählte Öffnungsart außerdem eine bequeme Lüftung ermöglichen. Dafür dürfen Arbeitsplatten und Armaturen die Bedienung nicht behindern und der Griff muss frei zugänglich bleiben.

Auch das Zubehör sollte direkt mitgedacht werden

Wenn zur eigentlichen Öffnung Ergänzungen hinzukommen, verändert das den Platzbedarf und die Bedienung. Daher sollten die folgenden vier Punkte bewusst sein:

  1. Für Rollläden sind Kästen, Führungen und passende Fassadenanschlüsse erforderlich.
  2. Insektenschutz darf den Durchgang nicht unnötig verengen und benötigt Platz vor dem Flügel.
  3. Für einen elektrischen Antrieb müssen Kabelwege, Taster oder Funksteuerungen mit eingeplant werden.
  4. Die Öffnungskontakte müssen zum Rahmen, zum Beschlag und zu der geplanten Steuerung passen.

Indem die Ergänzungen bereits vor der Bestellung der Teile und dem Einbau festgelegt werden, lassen sich spätere Nacharbeiten vermeiden und alles kann besser aufeinander abgestimmt werden.