Wien (OTS) – Die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen zur
Stärkung des
Hitzeschutzes in Wohnungen und Schulen sind ein wichtiger und
notwendiger Schritt. Investitionen in bauliche Maßnahmen sowie die
angekündigten rechtlichen Erleichterungen zeigen, dass die
Auswirkungen zunehmender Hitze ernst genommen werden. Umso
unverständlicher ist jedoch, dass Kindergärten und Horte in den
aktuellen Plänen erneut keine Rolle spielen.
Gerade die jüngsten Kinder zählen zu den besonders gefährdeten
Gruppen, wenn extreme Temperaturen über längere Zeit anhalten.
Gleichzeitig bleiben Kindergärten und Horte – anders als Schulen –
auch während der Sommermonate weitgehend geöffnet und gewährleisten
Betreuung und Bildung tausender Kinder in der heißesten Zeit des
Jahres. Dass ausgerechnet dieser Bereich, der eigentlich Vorrang
bekommen sollte, beim Hitzeschutz wieder ausgeklammert wird, ist
nicht nachvollziehbar.
Zwtl.: Gleicher Schutz für alle Kinder
Besonders widersprüchlich erscheint, dass Kindergärten und Horte
während der COVID-19-Pandemie als systemrelevante Einrichtungen
anerkannt wurden. Sobald es jedoch um den Schutz der Kinder und der
in den Einrichtungen tätigen Teams vor den Folgen der Klimakrise
geht, geraten sie erneut aus dem Blickfeld. Diese Ungleichbehandlung
zeigt sich nicht nur beim Hitzeschutz, sondern zieht sich durch
zahlreiche bildungs- und gesellschaftspolitische Entscheidungen.
KIWI fordert daher von Bund und Land, dass die angekündigten
Maßnahmen auf die gesamte Bildungs- und Betreuungslandschaft
ausgeweitet werden. Kindergärten und Horte brauchen dieselben
Möglichkeiten wie Schulen – von Investitionen in Beschattung,
Begrünung, Kühlmaßnahmen und Entsiegelung über klare
Handlungsempfehlungen für Hitzetage bis hin zu einer gesicherten
Finanzierung der notwendigen Maßnahmen.
Die Klimakrise macht keinen Unterschied zwischen
Bildungseinrichtungen. Wer Hitzeschutz ernst nimmt, muss daher
Schulen, Kindergärten und Horte gleichermaßen berücksichtigen. Die
jüngsten Kinder dürfen nicht ein weiteres Mal vergessen werden.
Kinder in Wien (KIWI ) ist ein privater Trägerverein, der derzeit
an 91 Standorten in Wien Kindergärten und Horte betreibt. KIWI hat
derzeit rund 1.770 Mitarbeiter*innen, die in 370 Kindergarten- und
Hortgruppen um die 8.000 Kinder im Alter von einem Jahr bis zehn
Jahre auf ihrem Bildungsweg begleiten.