Wien (OTS) – Die Sommer werden immer heißer – und mit ihnen steigt
die
Gesundheitsgefahr für ältere Menschen. Bereits Ende Mai wurde in Wien
die erste Tropennacht mit Temperaturen über 20 Grad verzeichnet.
Jetzt beginnt eine neue Hitzewelle. Besonders in Städten staut sich
die Hitze zwischen Beton, Asphalt und Gebäuden oft bis tief in die
Nacht. Für Seniorinnen und Senioren kann diese Entwicklung
lebensbedrohlich werden.
„Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr, sondern eine
ernstzunehmende gesundheitliche Herausforderung. Gerade ältere
Menschen brauchen besonderen Schutz. Es reicht nicht, die
Verantwortung auf die Einzelnen abzuwälzen – die Politik muss endlich
konsequent handeln und wirksame Maßnahmen setzen“, sagt
Seniorenbundpräsidentin Ingrid Korosec.
Korosec verweist auf Hitzemessungen von Greenpeace, der BOKU und
dem Seniorenrat, die zeigen, dass sich viele Wohnungen älterer
Menschen im Sommer auf gesundheitsgefährdende Temperaturen aufheizen.
In sieben von zwölf untersuchten Wohnungen wurden über 30 Grad
gemessen, der Höchstwert lag bei 34,1 Grad. In mehreren Wohnungen
sank die Temperatur selbst in der Nacht über Tage hinweg nicht unter
27 Grad.
„Neben persönlicher Vorsorge ist entschlossenes politisches
Handeln nötig. Ältere Menschen verbringen viel Zeit zu Hause.
Hitzeschutz statt Hitzeschock ist dringend!“, sagt Korosec.
Sie fordert:
– mehr Bäume und Grünflächen
– Entsiegelung von Straßen und Plätzen
– schattige öffentliche Aufenthaltsbereiche und Trinkbrunnen
– Hitzeaktionspläne mit besonderem Fokus auf ältere Menschen und
andere gefährdete Gruppen
– erleichterten Einbau von Klimageräten, indem die rechtlichen Hürden
gesenkt werden
– besseren Schutz gegen Hitze für Pflegeeinrichtungen,
Seniorenwohnhäuser, Spitäler, Gemeindebauten und Öffis
„Wer heute in wirksame Schutzmaßnahmen investiert, rettet morgen
Menschenleben“, sagt Korosec.