Wien (OTS) – Die Forderung einiger Arbeitgebervertreter:innen nach
einem „Stop-the
-Clock“ bei der Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie ist ein
Verzögerungsmanöver auf dem Rücken der Beschäftigten.
„Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit ist ein
Grundrecht. Auf Zeit zu spielen, statt sich inhaltlich mit der
Umsetzung auseinanderzusetzen und Unternehmen rechtzeitig bei der
Vorbereitung zu unterstützen, ist unverständlich. Das gilt umso mehr,
als auf EU-Ebene bereits mehrfach klargestellt wurde, dass an den
zentralen Vorgaben der Richtlinie festgehalten wird“, betont die gf.
ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Christa Hörmann.
Die EU-Richtlinie bietet die Chance, bestehende Ungleichheiten
bei Löhnen und Gehältern sichtbar zu machen und abzubauen.
Transparenz ist der Schlüssel zu fairer Bezahlung.
Transparenz statt Panikmache
Die ständig wiederkehrenden Warnungen vor einer angeblichen
Bürokratie-Lawine sind reine Panikmache. „Anders als die
Arbeitgeberseite sind wir überzeugt, dass sich die Vorgaben der EU-
Richtlinie zur Lohntransparenz mit digitalen Hilfsmitteln einfach und
ohne großen Aufwand umgesetzt werden können. Die regelmäßige
Überprüfung, ob Frauen und Männer für gleiche oder gleichwertige
Arbeit gleich bezahlt werden, wird in den Betrieben bald zur
Selbstverständlichkeit werden. Und wenn dabei festgestellt wird, dass
Frauen schlechter bezahlt werden ohne einen erklärbaren Grund, muss
das geändert werden“, stellt Hörmann klar.
Transparenz schafft Vertrauen und sorgt für nachvollziehbare
Entlohnung. „Unternehmen, die fair bezahlen, haben nichts zu
befürchten“, so Hörmann.
Zeit der Ausreden ist vorbei
Die Richtlinie wurde bereits 2023 beschlossen. Viele Betriebe
beschäftigen sich gemeinsam mit ihren Betriebsräten längst mit der
Umsetzung. „Wäre die Energie mancher Arbeitgebervertreter:innen in
Information statt in Gegenoffensiven geflossen, wären wir heute schon
deutlich weiter“, ist die Gewerkschafterin überzeugt.
Ohne Zweifel braucht es Unterstützung bei der Umsetzung. Was es
aber nicht braucht, ist ein weiteres Hinauszögern. Die Beschäftigten
haben lange genug gewartet. Fairness duldet keinen Aufschub.
Der ÖGB fordert:
– die sofortige und konsequente Umsetzung der EU-
Lohntransparenzrichtlinie ohne weitere Verzögerungen
Über uns: Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt
rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich und setzt sich
als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen,
faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.