Gerhard Haderer

Linz (OTS) – Neue Zeichnungen, scharfe Satire und stille Absurditäten
im
Schlossmuseum Linz.

Gerhard Haderer zählt zu den präzisesten, bekanntesten und
zugleich unverwechselbarsten Zeichnern des deutschsprachigen Raums.
Seit Jahrzehnten seziert er mit spitzer Feder, großem handwerklichem
Können und einem unbestechlichen Blick die politischen,
gesellschaftlichen und alltäglichen Zumutungen unserer Zeit. Seine
Kunst ist komisch, weil sie wahr ist – und oft gerade dort besonders
scharf, wo sie scheinbar beiläufig auftritt. Haderer führt vor Augen,
wie viel Absurdität in der Normalität steckt, wie nahe Lächerlichkeit
und Macht, Konsum und Verdrängung, Humor und Erkenntnis
beieinanderliegen.

Mit Oberösterreich ist Gerhard Haderer nicht nur biografisch eng
verbunden. Das Bundesland ist auch ein wesentlicher Resonanzraum
seines künstlerischen Wirkens. Hier ist er verwurzelt, von hier aus
hat sich sein Blick auf Österreich, Europa und die Welt geschärft.
Bereits vor fünf Jahren zeigte das Schlossmuseum Linz eine höchst
erfolgreiche Ausstellung des Künstlers. Anlässlich seines 75.
Geburtstages kehrt Gerhard Haderer nun mit einer neuen Präsentation
an diesen Ort zurück – nicht als Wiederholung, sondern als
eindrucksvolle Weiterführung eines außergewöhnlichen zeichnerischen
Lebenswerks.

Die Ausstellung „Gerhard Haderer“ zeigt eine Welt zwischen
satirischer Zuspitzung und stiller Absurdität: Kund:innen im
Supermarkt, die mit der Teuerung ringen; venezianische Gondoliere,
die sich über Touristenmassen freuen; Urlauber, die selbst in
brütender Hitze noch begeistert

Postkarten schreiben; oder Jäger, die plötzlich selbst zu
Gejagten werden. Haderer blickt auf eine Gegenwart, die sich immer
wieder selbst entlarvt – in der Politik ebenso wie im Konsum, im
Tourismus, im gesellschaftlichen Miteinander und in den kleinen
Szenen des Alltags.

Im ersten Teil der Ausstellung stehen aktuelle Karikaturen im
Zentrum, die als Beiträge für Printmedien entstanden sind:
pointierte, treffsichere und humorvolle Kommentare zum Weltgeschehen.
Das thematische Spektrum reicht von österreichischer Innenpolitik bis
zu den international tonangebenden Machthabern unserer Zeit. Haderers
Zeichnungen sind dabei nie bloße Illustration politischer Ereignisse.
Sie verdichten Wirklichkeit, überzeichnen sie und machen dadurch
sichtbar, was im täglichen Nachrichtenstrom oft übersehen wird.

Einen besonderen Höhepunkt bilden die „Neuen Bilder“, die
exklusiv in Linz präsentiert werden und zuvor noch nie öffentlich zu
sehen waren. In diesen jüngst entstandenen Tusche- und
Bleistiftzeichnungen begegnet man einem ungewohnt leisen, aber nicht
weniger präzisen Haderer. Reduzierte Farbigkeit, feine Linien und
eine fast poetische Zurückhaltung eröffnen eine neue Seite des
Künstlers. Clowns, stolze Ritter in alltäglichen Situationen und
Figuren aus gegensätzlichen Lebenswelten treten in Beziehung
zueinander. Der satirische Blick bleibt erhalten, doch er wirkt hier
subtiler, nachdenklicher und manchmal beinahe zärtlich.

Die Besucher:innen erwartet eine Ausstellung, die bekannte und
neue Seiten Gerhard Haderers zusammenführt: die brillante politische
Karikatur ebenso wie das freie, leidenschaftliche Zeichnen jenseits
des tagesaktuellen Anlasses. Lebensgroße Figuren aus den Zeichnungen
treten in den Raum, und das Publikum ist eingeladen, sich
buchstäblich unter die Clowns zu mischen.

Eröffnet wird die Ausstellung am 28. Mai 2026 mit einem
besonderen Beitrag von „Die Staatskünstler“, die Haderers Kunst und
Haltung auf ihre eigene Weise würdigen. Im Rahmen der Eröffnung
werden zudem Landeshauptmann Thomas Stelzer und Vizekanzler Andreas
Babler Gerhard Haderer das Österreichische Ehrenkreuz für
Wissenschaft und Kunst I. Klasse überreichen. So verbindet der Abend
zeichnerische Schärfe, politischen Witz, höchste öffentliche
Anerkennung und österreichische Gegenwartssatire – ganz im Sinne
eines Künstlers, der seit Jahrzehnten zeigt, dass Humor eine der
ernsthaftesten Formen der Erkenntnis sein kann.

Ausstellungsdauer

Datum: 29.5. – 30.8.2026
Ort: Schlossmuseum Linz

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