Industrie zur Finanzierung der Lehrausbildung: Unsicherheit beseitigen, Klarheit schaffen, Lehre absichern

Wien (OTS) – „Die Unsicherheit unter ausbildenden Unternehmen nimmt
von Woche zu
Woche zu“, zeigt sich Christoph Neumayer, Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV), besorgt angesichts fehlender
Entscheidungen, die Finanzierung der betrieblichen
Lehrlingsausbildung in Österreich auch für die Zukunft abzusichern.
Denn die fehlende Valorisierung des öffentlichen Budgets für die
Lehrstellenförderung bei gleichzeitig steigenden Lehrlingsgehältern
führe bereits heuer zu einer Finanzierungslücke von 74 Millionen
Euro. Die Lehrlingsinitiative zukunft.lehre.österreich. hat dazu eine
entsprechende Petition vorgestellt. „Unsichere Rahmenbedingungen sind
das Gift für unternehmerisches Handeln und genau diese Unsicherheit
wird derzeit befeuert,“ unterstützt der Neumayer die Initiative.

„Ich vermisse die breite Diskussion zu einer zukunftsfähigen
Finanzierung der österreichische Lehrausbildung und das trotz der
Ankündigung einer umfassenden Fachkräftestrategie der
Bundesregierung,“ betont Neumayer. Interessante Vorschläge wären
vorhanden, jedoch fehle der zielgerichtete Dialog darüber. Die
betriebliche Lehrausbildung sei, gut belegt, die für die öffentliche
Hand bei weitem günstigste Ausbildungsform in der Sekundarstufe II,
der volkswirtschaftliche Nutzen daher unbestritten.
„Industrieunternehmen investieren rund 140.000 Euro in die Ausbildung
eines jungen Menschen und bieten den Absolventinnen und Absolventen
darüber hinaus hochwertige Karriere- und
Weiterentwicklungsmöglichkeiten,“ hält der Generalsekretär fest. Die
derzeit extrem herausfordernden Rahmenbedingungen für die
österreichische Industrie, die sich auch in niedrigeren
Lehrlingszahlen niederschlagen, dürften nicht noch weiter verstärkt
werden.

Es wären vor allem die kleineren Zulieferbetriebe der Industrie,
die bei weiteren finanziellen Kürzungen ihre Ausbildungsaufgabe als
erste aufgeben müssten. „Wir brauchen den Blick auf das gesamte
Ausbildungs-Ökosystem in Österreich: Wenn sich die Bedingungen
verschlechtern, werden auch Großunternehmen nicht mehr in der Lage
sein, über ihren eigenen Bedarf hinaus auszubilden“, gibt der
Generalsekretär zu bedenken. Das Image der Lehrausbildung in der
Bevölkerung sei durch die anhaltend unsichere Lage ebenso in Gefahr.
„Wenn die politischen Beteuerungen zu einer Aufwertung der Lehre
Realität werden sollen, muss die Finanzierung dauerhaft geklärt und
abgesichert werden“, fasst der Generalsekretär abschließend zusammen.