SICHTBAR seit 1996: 30 Jahre Regenbogenparade bei der Vienna Pride 2026

Wien (OTS) – SICHTBAR seit 1996: 30 Jahre Sichtbarkeit, Zusammenhalt
und Protest

Bei der heutigen Pressekonferenz im Wiener Rathaus traten
Katharina Kacerovsky-Strobl, Geschäftsführerin der Stonewall GmbH und
Veranstalterin der Vienna Pride, Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI
Wien, Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) sowie
Gemeinderätin Susanne Haase (SPÖ) gemeinsam auf.

30 Jahre Regenbogenparade stehen für drei Jahrzehnte
Sichtbarkeit, Zusammenhalt und den unermüdlichen Einsatz für gleiche
Rechte und gesellschaftliche Akzeptanz von LGBTIQ-Menschen.
Gleichzeitig zeigt das Jubiläum, dass Pride auch heute notwendig
bleibt.

„Vienna Pride zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie viel Sichtbarkeit,
Solidarität und Zusammenhalt in einer Gesellschaft bewegen können.
Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spaltung braucht es
Orte und Bewegungen, die Menschen verbinden statt gegeneinander
auszuspielen.

Unsere Community war immer da, sie ist heute sichtbar wie nie
zuvor und sie wird sich auch in Zukunft nicht zurückdrängen lassen.

Gemeinsam haben wir Vienna Pride zu einer starken, resilienten
und vielfältigen Bewegung gemacht, die von so vielen Menschen,
Organisationen, Ehrenamtlichen und Partner*innen getragen wird wie
noch nie zuvor. Immer mehr Menschen stehen für eine offene,
respektvolle und solidarische Gesellschaft ein und genau das macht
Hoffnung für die Zukunft“, sagt Katharina Kacerovsky-Strobl.

Zwtl.: Forderungen nach echtem Schutz und Gleichberechtigung

Auch 2026 fordert die HOSI Wien konkrete politische Maßnahmen zum
Schutz von LGBTIQ-Menschen.

„30 Jahre Regenbogenparade zeigen, wie viel unsere Community
durch Sichtbarkeit, Protest und politischen Druck erreicht hat – und
wie viel noch vor uns liegt. Gerade jetzt, wo queere Menschen
weltweit wieder verstärkt Ziel von Hass und politischen Angriffen

werden, braucht es mehr als Symbolpolitik: Wir brauchen wirksamen
Schutz,konsequente Maßnahmen gegen Hate Crime und ein ausnahmsloses
Verbot sogenannter Konversionstherapien, das trans,
intergeschlechtliche und queere Menschen ausdrücklich einschließt.
Die Regierung muss endlich vom Ankündigen ins Handeln kommen.“ so Ann
-Sophie Otte

„Umfassender Diskriminierungsschutz ist kein Luxus, sondern eine
Frage von Würde und Sicherheit. Wenn queere Menschen Arztbesuche
vermeiden, weil sie Angst vor Ausgrenzung haben, wird Diskriminierung
zur Gesundheitsfrage. Es kann nicht wichtiger sein, jemanden aus
einem Lokal werfen zu dürfen, als dass Menschen diskriminierungsfrei
medizinische Versorgung erhalten.“ weiters Ann-Sophie Otte

Zwtl.: Vienna Pride bleibt sichtbar und laut

Die Vienna Pride 2026 findet von 29. Mai bis 14. Juni statt.

Den Auftakt bildet die Vienna Pride Konferenz am 29. Mai im
Wiener Rathaus.

Am 30. Mai verwandeln das Community Fest und der Pride Run Vienna
die Prater Hauptallee in einen queeren Treffpunkt für LGBTIQ-Vereine,
Sport, Sichtbarkeit und Begegnung.

Höhepunkt der Vienna Pride ist die 30. Regenbogenparade am 13.
Juni, die als größte Demonstration Österreichs wie jedes Jahr die
Wiener Ringstraße umrunden wird.

Das Pride Village am Rathausplatz wird am 13. Juni mit einem
bunten Bühnenprogramm sowie Community-Gastroständen zu einem
zentralen Treffpunkt der Community.

Viele weitere Veranstaltungen finden während der zwei Wochen
statt. Zu den Highlights zählen der Pride Beach Day im VCBC, der Drag
Beach in der Strandbar Herrmann, die Miss*ter Vienna Pride Wahl in
der Ottakringer Brauerei, das Pride Happening am Badeschiff,
zahlreiche kulturelle, klassische, Kino-, Sport- und
Kunstveranstaltungen der gesamten Community sowie die offiziellen
After Pride Nights am 13. Juni unter anderem in der Ottakringer
Brauerei, der Grellen Forelle, im Camera Club, im Flucc, das Werk,
Volksgarten Pavillon oder Prater Dome finden während der zwei Wochen
statt und sind auf viennapride.at zu finden.

Zwtl.: Anpassungen durch budgetäre Kürzungen

Aufgrund der budgetären Kürzungen bei Fördermitteln wird das
Pride Village 2026 in kompakter Form heuer nur eintägig statt
dreitägig umgesetzt. Um der Community dennoch zusätzliche Räume für
Sichtbarkeit, Austausch und Begegnung zu bieten, findet am 30. Mai
das Community Fest im Prater statt, bei dem sich zahlreiche

Community-Vereine präsentieren werden. Zusätzlich bietet ein
lokales LGBTIQ-Bühnenprogramm den ganzen Tag queere Kunst und Kultur.
Gleichzeitig findet dort der Pride Run Vienna statt, der jedes Jahr
Tausende Menschen anzieht.

„Natürlich sind diese Kürzungen schmerzhaft. Gerade in Zeiten, in
denen Sichtbarkeit und sichere Räume besonders wichtig sind, braucht
es starke Zeichen der Solidarität. In Erinnerung rufen möchte ich
auch, dass Vienna Pride eine der wenigen Veranstaltungen ist, die der
Stadt Wien ein Vielfaches der Förderung wieder einbringt.
Gleichzeitig ist klar: Gerade bei Menschenrechten, Sichtbarkeit und
sicheren Räumen darf nicht eingespart werden. Die Vienna Pride bleibt
laut, sichtbar und politisch“, betont Kacerovsky-Strobl.

Zwtl.: Unterstützung der Stadt Wien

Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling: „Sichtbarkeit ist nichts,
was man einmal erreicht und dann abhakt. Sie muss immer wieder neu
verteidigt werden. 30 Jahre Regenbogenparade zeigen, was möglich ist,
wenn Stadt und Community zusammenarbeiten und ich danke HOSI Wien und
Stonewall für ihren Einsatz für alle, die auf diese Sichtbarkeit
angewiesen sind. Vieles wurde erreicht, vieles bleibt zu tun. Wien
geht diesen Weg mit, seit Gründung der Wiener
Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten 1998 bis zum
ersten queeren Jugendzentrum. Sichtbarkeit braucht Verlässlichkeit,
und genau dafür steht Wien.“

LGBTIQ-Sprecherin der SPÖ, Susanne Haase: „30 Jahre
Regenbogenparade bedeuten für mich auch 30 Jahre Mut von Menschen,
die sichtbar waren, obwohl sie dafür oft Ablehnung, Ausgrenzung oder
sogar Gewalt erlebt haben. Dafür gilt der HOSI Wien und allen
Aktivist*innen, die diese Bewegung über Jahrzehnte getragen haben,
mein größter Dank und Respekt. In diesen drei Jahrzehnten wurde viel
erreicht – gesellschaftlich wie rechtlich –, doch wir sehen auch,
dass der Wind rauer wird. Wenn in Deutschland mittlerweile jede
zweite Pride-Parade von rechten Gruppen oder sogar Neonazis bedroht
wird, dann zeigt das deutlich: Die Regenbogenparade ist heute
wichtiger denn je. Wien ist und bleibt Regenbogenhauptstadt, die
immer an der Seite der queeren Community steht. Wir verteidigen
Weltoffenheit, Solidarität und das Recht jedes Menschen, frei und
selbstbestimmt zu leben – unabhängig von sexueller Orientierung oder
Geschlechtsidentität.“

Zwtl.: Starke Community und Ehrenamt

Abschließend danken die Organisator*innen den Kooperationspartner
*innen wie MAGENTA TELEKOM oder NIVEA für ihre Beiträge zu Vienna
Pride, den Vereinen der LGBTIQ-Community und den mehreren hundert
Ehrenamtlichen.

„Sie sind das Rückgrat, Herz und Seele unserer Community. Ohne
sie gäbe es Vienna Pride nicht. LGBTIQ-Rechte sind Menschenrechte.
Gemeinsam setzen wir auch 2026 ein starkes Zeichen für Vielfalt,
Menschenrechte und eine offene, solidarische Zukunft und für eine
Gesellschaft, in der Vielfalt nicht als Bedrohung verstanden wird,
sondern als Stärke“, so Kacerovsky-Strobl.